Am Wegesrand

Ihr Lieben, ich bin noch in San Francisco, habe vorhin aus dem Flughafenhotel ausgecheckt, in dem Bernd und ich bis gestern zu zweit waren und in dem ich gestern ruhig – angemessen – meinen Geburtstag habe ausklingen lassen. Nun liegt San Francisco mir bei strahlendem Sonnenschein zu Füßen, wartet quasi, Josi ist gepackt, aber ich brauch mal wieder etwas mehr Zeit.

Gefühlt beginnt jetzt der dritte und letzte Teil meiner Tour. Der erste Teil von der Ankunft Mitte Juli an der Ostküste bis Seattle, dann jetzt zu zweit die Küstenfahrt von Seattle nach San Francisco, und nun geht es allein in Richtung Osten nach Miami. Von dort geht mein Flieger am 19. Dezember – das ist übermorgen!!! Unfassbar. Wo ist die Zeit geblieben? Ich hätte ein Jahr gebraucht… Ich bin grad etwas wehmütig und müde. Hab eigentlich keine Lust auf Großstadt, aber verdammt – es ist San Francisco! Und eine Ausstellung will ich dort auch sehen.

Am liebsten würde ich jetzt zwei Wochen Pause einschieben, die nicht von der Gesamtzeit abgezogen werden – Ihr wisst, was ich meine. Und einfach innehalten, keine neuen Eindrücke verarbeiten, die ausstehenden Berichte schreiben und Fotos genießen, den inneren Speicher leeren. Vielleicht klappt das ein wenig an den Stränden, die jetzt die Straße säumen.

Auf so einer Tour gibt es ja nicht nur die großen Erlebnisse und Geschichten, sondern auch viele kleine besondere Momente. Die mag ich mindestens ebenso und deshalb kommt hier ein erster Schwung davon. Einfach so, mit kurzen Stichworten – ich hoffe, es macht Euch Freude!

Kennt jemand von Euch den Film „Manchester by the Sea“?

Ebenfalls an der Ostküste – im süßen Rockport:

Mit diesen Jungs hier kam ich ins Gespräch, weil ich mich unwissend in die booth gesetzt habe, in der sie seit Jahren morgens sitzen. Ich durfte sitzenbleiben und wir hatten eine sehr amüsante Zeit:


Wenn es so viel regnet, dass die Handschuhe abfärben, die Fingerkuppen schrumpeln und Gynsburgh die coolste Out-of-wet-Frisur hat.


Eine meiner Umfallstellen – der Klassiker: beste Hanglage, rutschiger Untergrund, reduzierte Geschwindigkeit und ich will ’ne Kurve fahren. Zum Glück waren auch hier schnell hilfsbereite Jungs da, um Josi aufzuheben.


Ahnt Ihr den Blick? Irgendwo in Maine – so müsste man leben… Kam leider nicht näher ran.

Is klar.

Gemütliches Mittagessen und Schreiben am Wasser – wieder irgendwo an der Ostküste.


Campen auf amerikanisch. Meist ziehen diese Monster noch den Familienjeep hinter sich her.

Matthew war allen Ernstes zu Fuß unterwegs von Mexiko nach Maine, wo sein Vater lebt.


Der beste Kommentar zum Thema „Zeit“ auf dieser Reise.


Ein Lokal sammelt die Hundebilder seiner Kunden – verrückt und perfekt bei Wartezeit.


Comedy pur: Als rauskam, dass ich Deutsche bin, rief eine der Damen den anderen zu: „Wir haben doch die drei Deutschen hier in der Stadt – leben die noch?“  Offenbar kein sicheres Pflaster für Deutsche 😉


Einfach so.

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Als ich in diesem genialen „Books & Bar“-Buchladen saß, kam jemand rein und sagte, er habe grad einen Parkschein für Josi gekauft, weil hier so viel kontrolliert würde… Wie hilfsbereit ist das denn bitte?

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Mit dieser mehr als angemessenen Ehrerbietung für Josi verabschiede ich mich für heute – nicht, dass San Francisco noch im Nebel verschwindet, bevor ich meinen Hintern nach Downtown bewegt habe. Liebe Grüße!

 

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One thought on “Am Wegesrand

  1. Gaby

    Liebe Eva! Glück wünsche ich Dir, ein glückliches, langes Leben, so spannend wie Du es in jedem Moment gerade brauchst und vor allem mit weiterhin so viel positiver Einstellung, Lebensfreude und Mut ! Nachträglich, aber von Herzen. Hoffentlich war es nicht zu traurig wieder allein zu sein. Ich hoffe, es ist Euch beiden zusammen richtig gut gegangen. Ich hoffe auch die Empfehlung, die Küste von Nord nach Süd zu fahren, war richtig. Ich lese Deinen Blog mit großer Begeisterung. Du schreibst so wunderbar, so lebendig und offen, manchmal so entwaffnend ehrlich, dass es schon weh tut, man meint w i r k l i c h mitzufühlen. Aber ich weiß, das ist anmaßend. Schön, dass es Dich gibt !!! Zum Start in Deine dritte Etappe habe ich mal wieder die Landkarte der US Staaten aufgeschlagen. Dein Ziel Miami führt Dich an Orlando vorbei, wo es in dem Ort Celebration eine liebe Bekannte von Marco -Gabriela- gibt. Ich hatte sie schon erwähnt. Celebration ist 1994 als Planstadt von der Disney Company gebaut worden – irgendwie schräg aber spannend. Gabriela ist Deutsche aus Hamburg aber nach 25 Jahren perfekt „amerikanisiert“. Sie würde sich freuen, Euch drei zu beherbergen. Das Haus verfügt über diverse inzwischen leere Kinderzimmer. Du kannst sie jederzeit kontakten. Ich denk an Dich. Liebe Grüße von Gaby – auch von Marco.
    Es gibt eine kleine Überweisung „Wünsche“, sozusagen als Geburtsgeschenk.

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