Aufbruch

Die erste Nacht an Bord war perfekt. Okay, das Bett etwas hart, aber das soll ja gesund sein. Vor dem Auslaufen, das für irgendwann zwischen 10 und 12 Uhr angesetzt ist, muss ich noch zum Immigration Office, um mir einen Ausreisestempel zu holen. Sonst darf ich nirgendwo einreisen. Bis vor ein paar Wochen galt das nur für nicht-EU-Bürger, seit April für alle. Nun gut.

Beim Warten auf den Hafen-Shuttle komme ich mit Ryan ins Gespräch, Crew-Mitglied philippinischer Herkunft. Als er hört, dass ich aus Kiel komme, ist er total begeistert: „Oh, do you know this Kiel-Kanal? It’s so amazing!“ Er habe immer Wache von 4 bis 8 Uhr gehabt und sich jedes Mal daran gefreut. Ach ja, Heimat…

Mit dem Hafen-Shuttle werde ich aus dem Gefahrenbereich des Hafens gebracht, dann wartet ein Taxi auf mich. Wir fahren ca. 30 min bis zum Immigration Office – dieser Hafen ist riesig! Na gut, er ist nach Rotterdam der zweitgrößte in Europa. Hamburg ist übrigens auf Platz 14, wenn ich das richtig in Erinnerung habe.
Im Office geht alles reibungslos über die Bühne: Niemand ist vor mir, nach wenigen Minuten höre ich das ersehnte Stempeln und schon machen wir uns auf zurück zum Schiff.

Und irgendwann geht es tatsächlich los, ich krieg‘s fast gar nicht richtig mit. Aber den „Leinen los“-Moment, den hab ich.

 

Inzwischen bin ich gar nicht mehr aufgeregt. Es fühlt sich einfach alles stimmig und richtig an. Ein cooles Gefühl. Mal sehen, ob ich noch seekrank werde – und ob ich das dann auch als stimmig und richtig einordne :-).

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