Eins von drei.

85 Seiten – das erste Drittel meines Buches.

Am Montag gehen sie zum Verlag. Und ich bin ganz schön aufgeregt. Bisher kennt der Verlag ja nur meine acht Seiten Exposé.

Jetzt also deutlich mehr. Mein Liebster hat Korrektur gelesen, und die ersten Rückmeldungen meiner Testleser sind da. Mit Lob und mit wertvollen Anregungen und Vorschlägen. Danke an Euch!

Nun noch ein Durchgang von der Autorin, dann muss ich loslassen.

Und hoffen, dass der Verlag bei seiner Zusage bleibt und sich nicht zu einem „Ähm… wissen Sie, Frau Strehler, eigentlich dachten wir… nun, wir hatten gehofft… aber das hier, ähm…“ genötigt sieht.

Wir werden sehen – ich halte Euch auf dem Laufenden. Gedrückte Daumen sind selbstredend willkommen!

„Ganz ruhig, es ist nur Ungewissheit.“

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Er ist einfach der Größte

Nein, nicht Gynsburgh. Der hadert damit, dass der Wunsch nach einem Hund mich nicht loslässt, und schmollt. Aber es ist ja noch Zeit.

Nein, ich meine Bruce Springsteen. Während es von mir nichts Neues gibt, weil ich schreibe, schreibe und schreibe, hat er der Welt gerade eine Single aus seinem neuen Album geschenkt. Das erscheint im Juni – und nun kann ich es einmal mehr nicht erwarten.

Ein Lied für den Frühling, fürs Unterwegssein, für Weite und tiefes Durchatmen.

Ich hab ihn ja mal fast getroffen!

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Jeden Tag ein Date

Hab ich euch schon meinen Muserich vorgestellt?

Nein? Dann wird es höchste Zeit. Musen sind ja die Wesen, die die Künstler küssen und ihnen auf diese schöne Weise Ideen schenken.

Nun finde ich Küsse von Mädels zum einen nur wenig reizvoll, zum anderen dürfen in den Zeiten der Gleichberechtigung ruhig auch ein paar männliche Musen – eben Museriche – unterwegs sein.

Stephen King hat auch einen, und das klappt ja ganz gut mit den beiden.

 

(c) David Zinn

So einen Überkorrekten brauche ich allerdings nicht – ich will ja auch ein bisschen Quatsch mit ihm machen.

Außerdem darf mein Muserich gern etwas tolpatschig sein, das entspannt mich.

(c) David Zinn

Inzwischen habe ich den perfekten Muserich für mich gefunden und bin jeden Tag in einem Café mit ihm verabredet. Natürlich kommt er nicht jeden Tag, aber falls er auftaucht, ist es wichtig, dass ich da bin.

In dem Café gibt es (noch) kein WLAN, also weniger Ablenkung. Manchmal vergessen die Angestellten, die Musik anzuschalten – das sind dann richtig gute Stunden. Inzwischen kenne ich einige der anderen Stammgäste, wir plaudern kurz und dann kümmert sich jeder wieder um seinen Krams. Es ist ein guter Ort zum Schreiben.

Darf ich also vorstellen: Mein Muserich heißt Sluggo und ist ein kleiner Kaffeejunkie, was natürlich sehr gut passt.

(c) David Zinn

Ins Leben gezeichnet hat ihn David Zinn, ein genialer Street Art Künstler aus Ann Arbor, Michigan.

Sluggo nascht ebenso gern wie ich und er ist ein Gentleman. Wenn es denn sein muss…

Ich freu mich jedenfalls über jedes Inspirationsgeschenk, das Sluggo mir für mein Buch macht…

(c) David Zinn

… und nach einem (weiteren) Kaffee seh ich auch mehr aus wie ich 🙂

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Fundstücke – Wolfgang Herrndorf

Wenn ich Bücher lese, werden sie meist mit einem Schmierzettel und einem Bleistift ausgestattet. Mit dem Bleistift werden (erwartbar) besondere Stellen markiert, der Schmierzettel liefert kleine Zettelchen, die beim Wiederfinden der markierten Stellen helfen.

Und seit knapp 25 Jahren (ich ächze beim Schreiben dieser Zahl…) schreibe ich diese besonderen Stellen heraus. Irgendwie sind sie mir dann näher – und ich erinnere mich leichter an sie.

So auch bei „Arbeit und Struktur“ von Wolfgang Herrndorf. Beinahe hätte ich mich vom Titel des Buches abschrecken lassen – mir wäre Gutes entgangen. In seinem Online-Tagebuch schreibt der an einem Hirntumor erkrankte Autor (u.a. „Tschick“) über sein Leben mit Diagnose und Krankheit, über das Schreiben, über Freundschaft, Beziehungen und darüber, wie er versucht, seinen Weg ohne Kompromisse zu gehen.

Viele Stellen haben mich berührt – hier sind einige davon.

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11.8.2010

C. liest das Kapitel und gibt den Ratschlag, den sie immer gibt: Kürzen, das muss alles schneller in die Handlung münden, und wie immer hat sie recht. Was ich bräuchte, wären im Grunde Korrekturleser, die direkt hinter mir den Besen durchschwingen. Ich verplempere unglaublich Zeit, nicht nur damit, dass ich an aussichtslosen Stellen herumfeile, ich kann auch die Qualität der guten nicht erkennen.

 

27.12.2010

Fußball mit meinem Vater und seiner Gruppe, die seit knapp 50 Jahren zusammen spielt. Der Hausmeister hat in den Ferien die Schlösser der Halle ausgetauscht, und ein Dutzend 70-Jähriger steigt hinten über den Zaun und marschiert durch den halbmetertiefen Schnee auf dem Sportplatz zum Hintereingang, um mit der Begeisterung, (und teilweise auch den Fähigkeiten) von Fünfjährigen eine Stunden zu kicken. So hatte ich mir mein Alter auch immer vorgestellt.

 

20.3.2011

Interessante Zeiten, wo eine drohende Kernschmelze in gleich mehreren Atomreaktoren nur noch auf Platz 3 der Nachrichten steht.

 

28.3.2011

… Bilanz eines Jahres: Hirn-OP, zweimal Klapse, Strahlen, Temodal. 1¾ Romane, erster großer Urlaub, viele Freunde, viel geschwommen, kaum gelesen. Ein Jahr in der Hölle, aber auch ein tolles Jahr. Im Schnitt kaum glücklicher oder unglücklicher als vor der Diagnose, nur die Ausschläge nach beiden Seiten größer.

Insgesamt vielleicht sogar ein bisschen glücklicher als früher, weil ich so lebe, wie ich immer hätte leben sollen. Und es nie getan habe, außer vielleicht als Kind.

 

Fragmente (4)

Ich kann sagen, dass ich in meinem Leben nichts getan habe, was ich nicht wollte. Wenn ich unfreiwillig etwas getan habe, weil ich Geld verdienen musste zum Beispiel, habe ich mir immer Arbeiten gesucht, die keinen Geist erforderten, rein körperlich waren. Lieber habe ich am Existenzminimum herumgekrebst, als etwas zu tun, was mit Unfreiheit verbunden war … Schreiben wollte ich immer.

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Beitragsbild: Shirin Abedinirad – Evocation

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Nackte Tatsachen

Ich sitze hier, nicht nackt, schreibend und von einem Ohr zum anderen grinsend. Welche Verschwendung wäre es, Dich nicht am Grund dieses Grinsens teilhaben zu lassen!

Es geht aber nicht um Gynsburgh, obwohl er ja meist als kleiner Nackedei durch die Gegend hüpft . Und obwohl er es sehr gern hat, wenn es um ihn geht.

Nein, es geht um die totale Sonnenfinsternis, die ich am 21. August 2017 mit Flunker-Phil in den Blue Ridge Mountains erlebt habe. Die Amerikaner nannten sie Great American Solar Eclipse, und was zunächst klischeehaft größenwahnsinning klingt, hatte in diesem Fall seine Berechtigung.

Es war nämlich die erste Sonnenfinsternis seit 1918, die in der Totale (Streifen) über das gesamte Land zog, alle anderen Staaten konnten sie zumindest als nicht-totale Finsternis sehen. Idealerweise natürlich mit einer Schutzbrille; wir erinnern uns aber auch (gern) an dieses Bild:

Der Superpräsident, der keine Brille braucht.
Eine Zeitung kommentierte: „Not too bright – Nicht allzu hell(e)“

Bildquelle

Aber das war nicht das, weshalb ich grinsen musste. Sondern weil bisher niemand nachgefragt hat, was hinter der folgenden Grafik steckt, die ich sowohl im Blog als auch bei Vorträgen über die Tour gern verwende:

Die Zahlenangaben sind ja schon eigenartig…

In der kühnen Annahme, dass (sich) nun jemand fragt: Diese Grafik zeigt den Nutzerrückgang auf einer Pornoseite während der Finsternis (Quelle). Ja, solche Grafiken gibt es wirklich – und man soll ja nur Darstellungen glauben, die man selbst aus dem Netz geklaut hat.

Und ich schwöre, ich habe nach guten Grafiken gesucht und diese gefunden – nicht andersrum!

Das ist übrigens Phil…

… der König der Flunkerer. Wer ihn noch nicht kennt, hat eindeutig etwas verpasst und kann das hier nachholen. Wir lassen uns derweil die postekliptische Sonne auf den Bauch scheinen.

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