Besuch beim Wünschewagen

Am Dienstag, 16.1., war es soweit: Wir haben die Einladung beim Wünschewagen Schleswig-Holstein wahrgenommen. Den Mittwoch habe ich mit vergeblichen Versuchen verbracht, das wunderbare Video im Blog einzubinden, Donnerstagmorgen funktionierte es dann mit der naheliegendsten Option. Deshalb kommt der Bericht erst jetzt – ich finde, der Film war das Warten wert.

Zu viert sind wir beim ASB Kiel aufgetaucht: meine Freunde Gabi, Marco, Hinrich – stellvertretend für alle, die gespendet haben – und ich. Es war ein schönes Gefühl, auch mal auf der Spenderseite zu sitzen; aus meiner Zeit im Ronald McDonald Haus kannte ich das ja nur andersrum. Diesmal war der Kaffee für uns :-). Macht Euch doch ruhig auch einen und schaut Euch diesen berührenden Film über beschenkte Fahrgäste und ihre erfüllten Wünsche an:

Also, ich hatte Tränen in den Augen und ich war nicht die einzige. Ich meine, ein Fallschirmsprung – wie krass ist das denn! Habt Ihr das Strahlen in den Augen des Mannes gesehen? Drei Wochen danach ist er gestorben – drei Wochen, in denen er sich immer wieder daran freuen konnte, dass er seinen letzten großem verrückten Wunsch leben konnte.

Bevor unsere Gastgeber Annette Peters (Öffentlichkeitsarbeit ASB) und Axel Schröter (Projektleiter Wünschewagen SH) uns den Film zeigten, haben sie ausführlich vom Projekt erzählt. Weil ich glaube, dass es einige unter Euch interessiert, hier die m.E. wichtigsten Aspekte:

  • Der Wagen, der in Elmshorn nahe Hamburg stationiert ist, wurde 2015 eingeweiht – als zweiter überhaupt in Deutschland (Essen war schneller, aber die sind auch näher dran an den Niederlanden, woher die Idee kommt).
  • Inzwischen gibt es in 14 Bundesländern Wünschewagen. Immer wieder wird bundeslandübergreifend zusammengearbeitet, etwa bei Wünschen mit entsprechenden Distanzen oder bei Engpässen. Dann wird bei zwei Wunscherfüllungen am gleichen Tag schon mal ein Fahrzeug ausgeliehen.
  • Die Wünschewagen sind komplett ausgestattete Krankenwagen – schließlich handelt es sich immer noch um Krankentransporte mit schwerst kranken Menschen. Die Ausrüstung ist jedoch gut versteckt und die „Patienten“ werden konsequent als Fahrgäste bezeichnet – man macht eine Ausflugsfahrt.
  • Mit einer Pflegefachkraft und einer Rettungsdienstkraft sind immer zwei medizinisch geschulte Begleiter an Bord, einer davon i.d.R. als Fahrer.
  • Fahrten werden ausschließlich mit ärztlicher Genehmigung angetreten.
  • Für die Fahrgäste ist das gesamte Unternehmen kostenfrei, selbst wenn es Konzertkarten, Hotelbesuch o. Ä. beinhaltet.
  • Es werden etwa 2-3 Wünsch pro Woche erfüllt – das deckt sich ungefähr mit dem Bedarf.
  • Insgesamt benötigt das Projekt 30.000 Euro pro Jahr (da hatte ich vor meiner Fahrt eine falsche Zahl genannt).

Es ist spannend, welch vielfältige Wünsche geäußert werden. Noch einmal an die Förde. Der Fallschirmsprung. Zum Konzert des Lieblingsstars. Zu einem Fußballspiel. Noch einmal durch das Heimatdorf. Zur Hochzeit der Enkelin. Zum Geburtstag der Schwester. Noch einmal in den Lieblingsgitarrenladen.

Meist können die Menschen sich ihre Wünsche selbst nicht mehr erfüllen, weil sie aufgrund von Alter oder Krankheit nicht mehr beweglich genug sind, oder weil es ohne medizinische Betreuung gar nicht ginge. In beidem Fällen hilft der Wünschewagen, die letzten Wünsche doch noch zu wagen.

Am Ende der 90 min beim ASB hatte ich mehr denn je das Gefühl, mit dieser Spendenaktion alles richtig gemacht zu haben – und ich hoffe, es geht Euch, die Ihr gespendet habt, ähnlich. Ich werde die Aktion weiterlaufen lassen und mal mehr, mal weniger intensiv darauf hinweisen. Sollte es tatsächlich zu meinen geplanten Bilderabenden und zum Buch kommen (meine nächsten großen Wünsche/ Ziele), dann geht davon selbstverständlich auch Geld ins Projekt.

Danke nochmal für Eure großartige Unterstützung!!!

_______

(c) Beitragsbild: Annette Peters, ASB Schleswig-Holstein / Bilder vom Wagen: ASB Schleswig-Holstein

Beitrag teilen

4 thoughts on “Besuch beim Wünschewagen

  1. Hallo Eva,
    Dein Bericht gibt es sehr gut wieder. Ich empfand es genauso.
    Sicherlich gibt es auch andere wichtige Organisationen,aber der Wünschewagen hat schon eine Sonderstellung. In vielen Ländern unvorstellbar. In Deutschland durch sehr engagierte Menschen aber machbar.
    Daher lautet mein Tipp an alle Leser, erfüllt euch Eure Wünsche rechtzeitig und unterstützt den Wünschewagen bei seiner Arbeit.

  2. Gabriele Gersdorf

    Ganz tolle Sache, die du da so toll bewirbst. Man hofft immer nur, dass man das nicht selbst in Anspruch nehmen darf/kann/ muss. Tolle Menschen, die sich so um fremde Menschen kümmern. Weiter so meine Liebe.
    Liebe Grüße von Tante Gabi

    • Eva

      Du bist echt süß – ich danke Dir!

      Ja, die haupt- und ehrenamtlichen MitarbeiterInnen sind echt bewundernswert.

      Und der Besuch war wieder eine Erinnerung daran, seine Träume zu verwirklichen, solange man es noch kann. Der Abwasch kann warten 🙂

      Grüß Deine Lieben!
      Eva

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.