Wenn Frauen schreiben. Und warum George Orwell geschrieben hat.

Ja, ich komme voran 😀

Und weil von mir heute nix mehr kommt – Pediküre steht noch aus und die erste Überarbeitung der Seiten 5-9 des Entwurfs für die MALIK-Ausschreibung – kommen hier ein paar schöne Gedanken Text von George Orwell. Vielleicht eher für die interessant, die auch schreiben (statt sich die Nägel zu lackieren):

 

George Orwell: Why I Write

[…]

Putting aside the need to earn a living, I think there are four great motives for writing, at any rate for writing prose. They exist in different degrees in every writer, and in any one writer the proportions will vary from time to time, according to the atmosphere in which he is living. They are:

  • Sheer egoism. Desire to seem clever, to be talked about, to be remembered after death, to get your own back on the grown-ups who snubbed you in childhood, etc., etc. It is humbug to pretend this is not a motive, and a strong one. Writers share this characteristic with scientists, artists, politicians, lawyers, soldiers, successful businessmen — in short, with the whole top crust of humanity. The great mass of human beings are not acutely selfish. After the age of about thirty they almost abandon the sense of being individuals at all — and live chiefly for others, or are simply smothered under drudgery. But there is also the minority of gifted, willful people who are determined to live their own lives to the end, and writers belong in this class. Serious writers, I should say, are on the whole more vain and self-centered than journalists, though less interested in.
  • Aesthetic enthusiasm. Perception of beauty in the external world, or, on the other hand, in words and their right arrangement. Pleasure in the impact of one sound on another, in the firmness of good prose or the rhythm of a good story. Desire to share an experience which one feels is valuable and ought not to be missed. The aesthetic motive is very feeble in a lot of writers, but even a pamphleteer or writer of textbooks will have pet words and phrases which appeal to him for non-utilitarian reasons; or he may feel strongly about typography, width of margins, etc. Above the level of a railway guide, no book is quite free from aesthetic.
  • Historical impulse. Desire to see things as they are, to find out true facts and store them up for the use of.
  • Political purpose. — Using the word ‘political’ in the widest possible sense. Desire to push the world in a certain direction, to alter other peoples’ idea of the kind of society that they should strive after. Once again, no book is genuinely free from political bias. The opinion that art should have nothing to do with politics is itself a political.

It can be seen how these various impulses must war against one another, and how they must fluctuate from person to person and from time to time. By nature — taking your ‘nature’ to be the state you have attained when you are first adult — I am a person in whom the first three motives would outweigh the fourth. In a peaceful age I might have written ornate or merely descriptive books, and might have remained almost unaware of my political loyalties. As it is I have been forced into becoming a sort of pamphleteer.

[…]

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aus: George Orwell: ‘Why I Write’. First published: Gangrel. — GB, London. — summer 1946.

Den ganzen tollen Text gibt es hier.

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Wie viele Leben?

Vor ein paar Tagen traf ich einen entfernten Bekannten. Nach ihm gefragt, antwortete ich gedankenverloren: „Ich kenne ihn aus einem früheren Leben.“

Ich habe während eines früheren Jobs mit ihm zusammengearbeitet. Gerade mal sechs Jahre ist das her, aber es fühlt sich so weit weg und so anders an – eben wie in einem früheren Leben. Wer mich kennt, weiß, dass ich für Wiedergeburten & Co. wenig übrig habe, das also war es nicht.

Ich hab in meinem Leben so einige bekloppte Entscheidungen getroffen – privat und beruflich. Gradlinig ist hoffentlich mein Charakter, mein Lebenslauf ist weit davon entfernt.

Aber ich bin mir mit jedem Schritt, mit jedem Lebensabschnittsentwurf näher gekommen. Dem, wer ich bin, und dem, wie ich leben möchte. Genau deshalb fühlt sich jede dieser bekloppten Entscheidungen auch immer noch richtig an.

Ich kann mir mein Leben ohne meine USA-Tour nicht mehr vorstellen. Einer der wertvollsten Aspekte war das freie und selbstbestimmte Leben an jedem einzelnen Tag. Nicht nur am Wochenende, wenn man nach der Arbeitswoche doch zu müde ist, um genau das zu genießen. Ich will mehr von diesen langen Reisen – mal sehen, wann und wie ich das in mein Leben integrieren kann. Ride and write – das wär’s!

Der Teilzeitjob bei POLO macht richtig Spaß. Die Kunden sind meist entspannt und gut drauf – es ist eben ein Freizeitbereich. Und fühlt sich durch die Thematik ohnehin wie ein Teil meines Lebens an.

Ich kann mir ein Leben ohne meine Schnuckelwohnung nicht mehr vorstellen – seit Anfang Oktober bin ich wieder hier. Ein kleines Zimmer habe ich untervermietet, damit die Finanzen stimmen. Natürlich ist es immer noch knapper als vorher mit gut bezahltem Vollzeitjob, aber hey, das gehört sich für angehende Autoren schließlich so. Und immer wieder ertappe ich mich bei einem breiten Grinsen, wenn ich an meinem Schreibtisch sitze und den Ausblick genieße. Dann geht’s wieder und ich schreib brav weiter.

Und ich will mir mein Leben ohne das Schreiben nicht mehr vorstellen – auch wenn ich natürlich schon dreimal so weit sein könnte. Aber auch da will ich entspannen. Vielleicht schreibe ich nur dieses eine Buch in meinem Leben, da will ich mich nicht stressen. Es soll Spaß machen. Und das tut es. Die erste Fassung des Ostküstenteils ist fast fertig und könnte schon ein eigenes Buch sein. Ich werde gute Kürzer brauchen…

Lange Rede, hoffentlich mit Sinn: Das ist mein jetziges Leben. Und ich fühle mich pudelwohl darin.

Ich finde, jeder sollte sich so viele Leben nehmen, bis er bei seinem angekommen ist. Wir haben schließlich nur das eine.

 

 

 

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Gute Zeiten für „book sniffers“

„Ich habe mir den Himmel immer als eine Art Bibliothek vorgestellt.“ Recht hat Borges, anders kann ein Himmel gar nicht aussehen.

Einblicke in den New Yorker Bücherhimmel, die Public Library, erlaubt der Film „Ex libris: The New York Public Library“, der heute in die guten Kinos kommt.

Ein Blick hinter die Kulissen und ins Publikum, wie er spannender kaum sein kann.

Für Bücherschnüffler und -liebhaber.

 

PS.: Wie meine Zeit in New York war? Anders, aber auch toll: http://eva-hin-und-weg.de/zwei-die-nicht-schlafen-und-frankie

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Voller Überraschungen: der Grand Central Terminal in New York

Ein bisschen bin ich ja doch noch Lehrerin. So will ich zum einen mit meinem Buch auch etwas Wissen vermitteln und betreibe dafür zum anderen auch ein wenig Recherche. Beim Kapitel über meine Nacht in New York hab ich diesen Beitrag über den Grand Central Terminal gefunden – und ein paar Mal gestaunt. Ich wette, es wird Euch ähnlich gehen – viel Spaß dabei!

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