Mini Frau ganz groß

Ruth Bader Ginsburg ist Richterin am Supreme Court der USA. Und sie ist 86 Jahre alt – eine absolut toughe Frau.

Vor einiger Zeit lief eine Dokumentation über ihr Leben im Kino, und ich habe selten einen so spannenden und unterhaltsamen Bericht gesehen.

Der Max Moor von ttt empfiehlt den Film hier…

 

… und das ZDF hat den ganzen Film noch bis zum 19. Juli 2019 in der Mediathek. Es lohnt sich!

Gynsburgh freut sich natürlich über den Bericht aus der Familie :-D!

 

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Friedrich

Hin und weg – mal ganz anders.

Florian Jänicke, Photograph, portraitiert seit nunmehr 14 Jahren seinen Sohn Friedrich. Weil dieser schwerst behindert ist, sind die Bilder nicht immer nur schön. Dafür aber immer ehrlich und selbst in ihrer Verzweiflung zärtlich.

Wie der Vater im Interview.

Mich berühren die Photos sehr, ich tu mich so schwer im Umgang mit behinderten Menschen. Vielleicht auch, weil man im Alltag keinen selbstverständlichen Umgang entwickeln kann – man sieht sie ja kaum.

Das ZEIT-Magazin veröffentlicht derzeit eine Auswahl der Photos. Bilder und Kommentare sind sehr besonders – traut Euch!

Fotokolumne ZEIT Magazin – Jänicke 9/21

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Beitragsbild: Ausschnitt von 19/21 (c) Florian Jänicke

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Endlich Neues vom Boss

Ich bin hin und weg: Das neue Album von Bruce ist da!

Allein das Cover ist einfach toll, oder?

Den Song „Hello Sunshine“ hat er schon vor einigen Tagen veröffentlicht. Wenn Ihr heute nur noch ein Lied hört, dann dieses – laut natürlich. Denn leise Musik muss man laut hören.

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Cruisin‘ on memory road

Ich schwelge gerade mal wieder…

Obwohl ich brav an meinem Schreibtisch sitze und schreibe, bin ich auch gerade in Ashland, Tennessee. In dieser Kleinstadt habe ich auf meiner Tour im Cody’s Diner gefrühstückt, und wenn ich jetzt darüber schreibe, bekomme ich sofort eine sonderbare Mischung aus Fern- und Heimweh.

Cody’s Diner ist einer dieser besonderen kleinen Familienbetriebe voller Herzlichkeit, rauem Lachen, entspannten Gästen, mit witziger Einrichtung, leckerem Essen und einer besonderen Geschichte. Enkel Cody, nach dem das Diner benannt ist, erkrankte als kleines Kind an Krebs, kaum jemand setzte einen Cent auf seine Heilung. Zu Unrecht – heute treibt er seine Eltern als Teenager in den Wahnsinn.

Ich bilde mir ein, dass man die Dankbarkeit der Familie im Diner spürt. Man weiß, was wirklich zählt.

Wenn Ihr mal in Tennessee seid: Esst in Cody’s Diner! Meist ist das Wetter auch besser als auf meinem Bild oben.

Bis dahin gibt es hier Einblicke:

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*Unterwegs auf der Straße der Erinnerung

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Er ist einfach der Größte

Nein, nicht Gynsburgh. Der hadert damit, dass der Wunsch nach einem Hund mich nicht loslässt, und schmollt. Aber es ist ja noch Zeit.

Nein, ich meine Bruce Springsteen. Während es von mir nichts Neues gibt, weil ich schreibe, schreibe und schreibe, hat er der Welt gerade eine Single aus seinem neuen Album geschenkt. Das erscheint im Juni – und nun kann ich es einmal mehr nicht erwarten.

Ein Lied für den Frühling, fürs Unterwegssein, für Weite und tiefes Durchatmen.

Ich hab ihn ja mal fast getroffen!

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Fundstücke – Wolfgang Herrndorf

Wenn ich Bücher lese, werden sie meist mit einem Schmierzettel und einem Bleistift ausgestattet. Mit dem Bleistift werden (erwartbar) besondere Stellen markiert, der Schmierzettel liefert kleine Zettelchen, die beim Wiederfinden der markierten Stellen helfen.

Und seit knapp 25 Jahren (ich ächze beim Schreiben dieser Zahl…) schreibe ich diese besonderen Stellen heraus. Irgendwie sind sie mir dann näher – und ich erinnere mich leichter an sie.

So auch bei „Arbeit und Struktur“ von Wolfgang Herrndorf. Beinahe hätte ich mich vom Titel des Buches abschrecken lassen – mir wäre Gutes entgangen. In seinem Online-Tagebuch schreibt der an einem Hirntumor erkrankte Autor (u.a. „Tschick“) über sein Leben mit Diagnose und Krankheit, über das Schreiben, über Freundschaft, Beziehungen und darüber, wie er versucht, seinen Weg ohne Kompromisse zu gehen.

Viele Stellen haben mich berührt – hier sind einige davon.

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11.8.2010

C. liest das Kapitel und gibt den Ratschlag, den sie immer gibt: Kürzen, das muss alles schneller in die Handlung münden, und wie immer hat sie recht. Was ich bräuchte, wären im Grunde Korrekturleser, die direkt hinter mir den Besen durchschwingen. Ich verplempere unglaublich Zeit, nicht nur damit, dass ich an aussichtslosen Stellen herumfeile, ich kann auch die Qualität der guten nicht erkennen.

 

27.12.2010

Fußball mit meinem Vater und seiner Gruppe, die seit knapp 50 Jahren zusammen spielt. Der Hausmeister hat in den Ferien die Schlösser der Halle ausgetauscht, und ein Dutzend 70-Jähriger steigt hinten über den Zaun und marschiert durch den halbmetertiefen Schnee auf dem Sportplatz zum Hintereingang, um mit der Begeisterung, (und teilweise auch den Fähigkeiten) von Fünfjährigen eine Stunden zu kicken. So hatte ich mir mein Alter auch immer vorgestellt.

 

20.3.2011

Interessante Zeiten, wo eine drohende Kernschmelze in gleich mehreren Atomreaktoren nur noch auf Platz 3 der Nachrichten steht.

 

28.3.2011

… Bilanz eines Jahres: Hirn-OP, zweimal Klapse, Strahlen, Temodal. 1¾ Romane, erster großer Urlaub, viele Freunde, viel geschwommen, kaum gelesen. Ein Jahr in der Hölle, aber auch ein tolles Jahr. Im Schnitt kaum glücklicher oder unglücklicher als vor der Diagnose, nur die Ausschläge nach beiden Seiten größer.

Insgesamt vielleicht sogar ein bisschen glücklicher als früher, weil ich so lebe, wie ich immer hätte leben sollen. Und es nie getan habe, außer vielleicht als Kind.

 

Fragmente (4)

Ich kann sagen, dass ich in meinem Leben nichts getan habe, was ich nicht wollte. Wenn ich unfreiwillig etwas getan habe, weil ich Geld verdienen musste zum Beispiel, habe ich mir immer Arbeiten gesucht, die keinen Geist erforderten, rein körperlich waren. Lieber habe ich am Existenzminimum herumgekrebst, als etwas zu tun, was mit Unfreiheit verbunden war … Schreiben wollte ich immer.

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Beitragsbild: Shirin Abedinirad – Evocation

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