„Kann ich Ihnen helfen?“

Vorgestern hatte ich meinen ersten Tag bei POLO Motorrad und was soll ich sagen? Es war toll, hat wirklich Spaß gemacht. Dazu trägt natürlich das Umfeld bei – von Motorradkrams umgeben zu sein, macht einfach glücklich.

Vor allem aber ist es das nette, witzige und hilfsbereite Team. Mit sehr guten Erklärungen, mit kritischen Fragen zu den Produkten, die ich selbstbewusst mit „Äh… ja.“ beantworten konnte und mit der Gelassenheit, mich auch schon auf Kunden loszulassen, haben sie mir einen perfekten ersten Tag geschenkt.

Und ich hab schon was verkauft! Eine Regenhose und ein Helmvisier. Jawohl.

Ich denke, es wird sich gut mit dem Schreiben vertragen – ich bin gerade auf dem Weg nach New York :-). In vier Wochen ziehe ich dann endlich zurück in meine schöne Wohnung. Das WG-Leben ist auch charmant, aber ich vermisse sie sehr. Ein kleines Zimmer werde ich untervermieten – wie Schriftsteller das eben so machen.

Und morgen geht’s wieder zu POLO – ich freu mich drauf!

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Nachmacher, Nachmacher!

Ich gestehe: Ich bin eine Nachmacherin.

Und schiebe noch zwei Selbstverständlichkeiten hinterher. Erstens: Manchmal ist Nachmachen okay. Großartig sogar. Zweitens: Wir alle sollten Menschen haben, denen wir das eine oder andere nachmachen wollen.

In meiner Kindheit wurde oft die Frage „Und wer ist dein Vorbild?“ gestellt.  Fragt man das heute noch? Ich weiß, dass ich Juri Gagarin toll fand, weil er so mutig war. Und Gerlinde, die Heldin des Buches „Gerlinde der Jockey“ – die hat sich in der Männerdomäne Rennreiten durchgesetzt.

Heute spricht man wohl eher und cooler von Menschen, die einen inspirieren. Die Inspiration kann die gesamte Lebensweise betreffen, muss sie aber nicht.

Zwei Menschen haben mich in den vergangenen zwölf Monaten inspiriert. Weil sie ihren Traum umgesetzt haben und ihn leben – und dafür Einschränkungen und Mühen auf sich nehmen. Eben weil es der Preis ist.

Zum einen ein Bekannter, der mir hier in Kiel immer wieder über den Weg läuft. Manchmal sitzt er tagsüber draußen, einen Kaffee vor sich, eine Zeitung in der Hand und offenbar alle Zeit der Welt. Und das ist genau das, was er will: Zeit haben zum Leben. Er hat sich zwei Teilzeitjobs gesucht, durch die er mit Sicherheit nicht reich wird, die ihm aber auch noch Spaß machen. Und er lebt – hier und jetzt. Nicht vielleicht irgendwann in der Rentenzeit. Er strahlt Ruhe und Zufriedenheit aus.

Der zweite Mensch, der mich nachhaltig inspiriert hat, ist Biggi aus Luckenwalde. Wo sie aber schon lange nicht mehr ist. Seit ihrer Jugend wollte sie im Land der Weite, Pferde, Cowboys und Indianer leben – und das macht sie seit vielen, vielen Jahren. Ich habe sie allerdings nicht zu Pferde kennengelernt, sondern hinter dem Tresen einer Bar im kleinen Örtchen Dubois (gesprochen Dübeus, ohne Scheiß) in Wyoming, USA. Das ist einer von zwei Jobs, die sie hat, um ihren Traum zu ermöglichen. Der zweite Job hat sogar mit Pferden zu tun – sie organisiert Reiterferien auf Ranches. Biggi hat mehrere Pferde. Seht Ihr sie vor Euch, wie sie glücklich und entspannt durch Wyoming reitet? Jep, genau so.

Ich saß wegen eines Schneesturms in Dubois fest, und so konnten wir uns nochmal auf einen Plausch in einem kleinen Café treffen. Und als ich ihr dort zuhörte, hat sich etwas in mir eingenistet. Ein leises Gefühl von „Es geht. Wenn man will, geht es.“ Was auch immer es ist.

Biggi hat mich zu dem Modell inspiriert, das ich jetzt ausprobiere. Ich will mein Buch schreiben – dafür brauche ich mehr Zeit als ein Vollzeitjob bietet. Und Geld, um die Lebensgrundlagen zu sichern. Deshalb jetzt der Teilzeitjob bei POLO Motorrad. Ich muss mir noch was einfallen lassen, damit noch etwas Geld dazukommt. Das wird sich finden.

 

PS.: Ich finde, dieser 106-Jährige taugt allemal als Vorbild:

106-Year-Old Great-Great-Grandfather Breaks Zip Line World Record

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Bild: (c) praxis-herzerfrischend.de

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Calvin, Hobbes, talking

Wieder mit Job!

Der eine oder die andere mag sich gefragt haben, wie die Dinge nach meiner Kündigung sich nun entwickelt haben – ich wollte ja eine Teilzeitstelle, die mir einerseits die Lebensgrundlage sichern und mir andererseits genug Zeit für mein Buch lassen soll. Und wenn sie dann auch noch Spaß machen würde…

Diesem einen und dieser anderen sei gesagt: Die Stelle und ich haben uns heute gefunden – zum 15. September geht’s los!

Und das Beste: Die Stelle ist bei POLO, wo ich Motorradbekleidung und -zubehör verkaufen werde. Ich freu mich total drauf – ich werde so viel lernen!

Und sooooo viel schreiben!

 

(c) mojomag.de

 

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Sinnvoll und so

Ich denke, unter dieses Motto kann ich den zu Ende gehenden Tag stellen – meinen letzten Arbeitstag.

Seltsamerweise – und fieserweise – bin ich nicht mit einem grenzenlosen Hochgefühl aus dem Büro gegangen. Mein Körper sagte: „Müde!“ (gut, das sagt er oft), mein Kopf sagte: „Alte, bist Du Dir sicher? Das muss jetzt aber auch klappen!“ Fieses Ding, dieser Kopf.

Aber warum sollte es nicht klappen? Zum einen habe ich gerade eine Einladung zu einem Vorstellungsgespräch (Teilzeit) bekommen – jippieh! Zum anderen ist es ja nur die Frage, wie man „klappen“ definiert. Selbst wenn am Ende bei dem Ganzen kein Buch rauskommt, hat es insofern geklappt, als ich es wirklich versucht habe. Also voll sinnvoll.

Aber wisst Ihr was? Da kommt ein Buch raus! Und zwar ein unterhaltsames, witziges Ding, mit dem man sich für ein paar Stunden auf Abenteuertour in die Staaten begeben kann. Und das ist ja wohl echt nicht schlecht. Im Gegenteil – fast schon sinnvoll.

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Danke!

Ich liebe Kitsch. Na gut, nicht allen. Aber das Lied „The wind beneath my wings“ ist toll. Darin dankt Bette Midler dem Menschen, der sie immer unterstützt und ermutigt hat. So konnte sie das verwirklichen, was ihr wichtig war.

Ohne Ermutigung kann man verrückte Projekte nicht verwirklichen. Dabei können Worte, die Dich zum Fliegen bringen, von ganz unterschiedlicher und manchmal ganz unerwarteter Seite kommen. Ich habe es in den letzten Tagen und Wochen erlebt – und hoffe ganz egoistisch, dass diese im besten Sinne des Wortes „windigen“ Menschen mich begleiten, bis wir alle mein Buch in der Hand halten. Und darüber hinaus.

Lucy, eine sehr gute Freundin, schrieb mir: „Du bist die konsequenteste Person, die ich kenne!“ Das kann ich natürlich nicht beurteilen – ich kenne Konsequenz vor allem abends, wenn es um meinen Schlaf geht, und morgens, wenn es darum geht, meinen Mitbewohner Jens zum Schweigen zu bringen, bis ich meinen ersten Kaffee getrunken habe. Womit sich der Kreis zu Lucy auch wieder schließt 😉

Aber ich merke tatsächlich, dass ich konsequenter werde, wenn es um mein seelisches Wohlbefinden und um meine Träume geht. Tausendmal gehört und trotzdem wahr: Ich habe nur dieses eine Leben.

Mein Schatz Bernd meinte: „Ich glaube, du weißt sehr gut, was dir gut tut und was du tun musst.“ Von ihm, der selbst anders gestrickt ist als ich, diese Ermutigung zu hören, hat mich sehr gestärkt.

Ich fürchte aber, dass Konsequenz und Disziplin unterschiedliche Dinge sind, wobei Disziplin dieses Ding ist, bei dem man sich immer wieder selbst in den Allerwertesten treten muss. Konsequenz kann auch beim Handeln Spaß machen – Disziplin meist erst hinterher…

Und natürlich gibt es Zweifel – mal schleichen sie sich aus dem Hinterhalt heran, mal springen sie  mich rotzfrech aus dem Schaufenster einer Buchhandlung an. Gibt es nicht schon genug Reisebücher? Braucht die Welt noch eins? Fünf Monate USA – ist das überhaupt abenteuerlich genug? Und überhaupt: Die jungen Leute (ächz, die jungen Leute…) reisen doch heute mal eben ein paar Jahre um die Welt und das auch noch mit schlappen 50 Euro im Portemonnaie! Und schreiben darüber innerhalb von vier Monaten ein Buch.

Scheißegal. Ja, es gibt schon viele Reisebücher – aber es gibt auch schon viele Romane und trotzdem werden neue geschrieben. Braucht die Welt denn noch ein Reisebuch? Nö! Aber witzig wird’s, wenn es da ist! Und die jungen Leute? Sind die jungen Leute.

Ich halte mich jetzt an den Rat von Kathrin, einer Kielerin, die ich (noch) nicht persönlich kenne, die mir aber seit dem KN-Bericht über meine Tour ganz liebevoll schreibt: „Ich stelle mir vor, dass Du irgendwann bestimmt dankbar auf Deine Entscheidung zurückblicken wirst. Vertraue darauf und halte Dich an die Menschen, deren Nähe und Zuspruch Dir helfen.“

Und es hilft, Vorbilder zu haben. Meine stelle ich Euch im nächsten Beitrag vor 🙂

Danke an alle, die mich zu meinen Abenteuern ermutigen! Und an alle, die mich mit den richtigen Fragen auch bremsen 🙂

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Fliegender Mops: (c) sparkpeople.com

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