Danke!

Ich liebe Kitsch. Na gut, nicht allen. Aber das Lied „The wind beneath my wings“ ist toll. Darin dankt Bette Midler dem Menschen, der sie immer unterstützt und ermutigt hat. So konnte sie das verwirklichen, was ihr wichtig war.

Ohne Ermutigung kann man verrückte Projekte nicht verwirklichen. Dabei können Worte, die Dich zum Fliegen bringen, von ganz unterschiedlicher und manchmal ganz unerwarteter Seite kommen. Ich habe es in den letzten Tagen und Wochen erlebt – und hoffe ganz egoistisch, dass diese im besten Sinne des Wortes „windigen“ Menschen mich begleiten, bis wir alle mein Buch in der Hand halten. Und darüber hinaus.

Lucy, eine sehr gute Freundin, schrieb mir: „Du bist die konsequenteste Person, die ich kenne!“ Das kann ich natürlich nicht beurteilen – ich kenne Konsequenz vor allem abends, wenn es um meinen Schlaf geht, und morgens, wenn es darum geht, meinen Mitbewohner Jens zum Schweigen zu bringen, bis ich meinen ersten Kaffee getrunken habe. Womit sich der Kreis zu Lucy auch wieder schließt 😉

Aber ich merke tatsächlich, dass ich konsequenter werde, wenn es um mein seelisches Wohlbefinden und um meine Träume geht. Tausendmal gehört und trotzdem wahr: Ich habe nur dieses eine Leben.

Mein Schatz Bernd meinte: „Ich glaube, du weißt sehr gut, was dir gut tut und was du tun musst.“ Von ihm, der selbst anders gestrickt ist als ich, diese Ermutigung zu hören, hat mich sehr gestärkt.

Ich fürchte aber, dass Konsequenz und Disziplin unterschiedliche Dinge sind, wobei Disziplin dieses Ding ist, bei dem man sich immer wieder selbst in den Allerwertesten treten muss. Konsequenz kann auch beim Handeln Spaß machen – Disziplin meist erst hinterher…

Und natürlich gibt es Zweifel – mal schleichen sie sich aus dem Hinterhalt heran, mal springen sie  mich rotzfrech aus dem Schaufenster einer Buchhandlung an. Gibt es nicht schon genug Reisebücher? Braucht die Welt noch eins? Fünf Monate USA – ist das überhaupt abenteuerlich genug? Und überhaupt: Die jungen Leute (ächz, die jungen Leute…) reisen doch heute mal eben ein paar Jahre um die Welt und das auch noch mit schlappen 50 Euro im Portemonnaie! Und schreiben darüber innerhalb von vier Monaten ein Buch.

Scheißegal. Ja, es gibt schon viele Reisebücher – aber es gibt auch schon viele Romane und trotzdem werden neue geschrieben. Braucht die Welt denn noch ein Reisebuch? Nö! Aber witzig wird’s, wenn es da ist! Und die jungen Leute? Sind die jungen Leute.

Ich halte mich jetzt an den Rat von Kathrin, einer Kielerin, die ich (noch) nicht persönlich kenne, die mir aber seit dem KN-Bericht über meine Tour ganz liebevoll schreibt: „Ich stelle mir vor, dass Du irgendwann bestimmt dankbar auf Deine Entscheidung zurückblicken wirst. Vertraue darauf und halte Dich an die Menschen, deren Nähe und Zuspruch Dir helfen.“

Und es hilft, Vorbilder zu haben. Meine stelle ich Euch im nächsten Beitrag vor 🙂

Danke an alle, die mich zu meinen Abenteuern ermutigen! Und an alle, die mich mit den richtigen Fragen auch bremsen 🙂

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Fliegender Mops: (c) sparkpeople.com

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Wer nichts ändert, darf nicht jammern.

Du kennst diese Sätze.

„Love it, change it or leave it.“  Oder – auch immer wieder gern genommen – das sogenannte Gelassenheitsgebet des US-Theologen Reinhold Niebuhr: „Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.“

Ich gestehe, dass ich bisher dachte, der Überlebenskünstler Rüdiger Nehberg habe das gesagt – aber zum einen kann der das sicher auch gebrauchen und zum anderen macht es den Grundgedanken nicht weniger wahr.

Fakt ist, dass ich meine derzeitige Situation doof fand. Auf der einen Seite ein Job, der sich anders entwickelte als erwartet, auf der anderen zu wenig Zeit und/ oder zu viel Müdigkeit, anständig an meinem Buch zu schreiben. Bei acht Stunden Büro und neun bis zehn Stunden Schlaf bleibt nicht so viel übrig. Natürlich hätte ich weniger schlafen können, aber glaubt mir: Das willst Du nicht erleben.

Ich konnte mein Jammern, keine Zeit fürs Buch zu haben, selbst nicht mehr hören. Und wusste gleichzeitig, dass ich diesen Traum nicht aufgeben will, ohne alles versucht zu haben, ihn zu verwirklichen.

Und weil man seine schlauen Sätze nicht nur anderen sagen, sondern auch selbst danach leben sollte, habe ich gestern meinen Job gekündigt.

Nein, ich habe noch nichts anderes. Nein, ich weiß noch nicht, wie ich das – mich – finanziere. Und ja, ich hab Schiss. Hatte ich bei meiner Tour nicht, ganz seltsam. Sicher, da hatte ich einen Online-Job, der mir Grundversicherungen und einen kleinen Geldzufluss sicherte. Ich glaube aber, dass sich mein gutes, zuversichtliches Grundgefühl ohne diesen Job nicht geändert hätte.

Jetzt hingegen breche ich gefühlt zum zweiten Mal aus unserem ach so sicheren System aus – als wollte ich das Schicksal oder den Heiligen Geist des geordneten Lebens zum zweiten Mal so richtig ärgern. Dabei ist es nicht so, dass ich in mir ein riesiges Talent vermute – ich werde mit meinem Buch weder reich noch berühmt werden. Ich will es einfach nur in der Hand halten und mich daran freuen.

PS.: Du hast bis hierhin gelesen? Herzlichen Glückwunsch! Du hast Dir damit das Recht zum Kauf eines Exemplars erworben 🙂

Teile den Artikel am besten gleich mit drei Herzensmenschen – das bringt drei Jahre Glück! Und natürlich dürfen Deine Herzensmenschen auch ein Buch kaufen.

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„Land in Sicht!“

Vor einem Jahr hatte ich das magische Gefühlsmischmasch im Bauch, das dieser Satz auslöst: ein aufgeregtes Kribbeln, Vorfreude, Schiss. Ein riesiger Kontinent liegt vor mir und wartet – natürlich – nur darauf, von Josi und mir befahren zu werden.

Auf dem Foto ist das Land nicht zu erkennen, aber glaubt mir: Es ist da, irgendwo unter der untergehenden Sonne. Am nächsten Tag werde ich bei Sonnenaufgang in Chester, Philadelphia, aufwachen und ein paar Stunden später mein Frachtschiff Independent Spirit verlassen. Das wird traurig, weil ich auf dem Schiff 20 ganz wunderbare Menschen kennengelernt habe, die die Atlantiküberquerung zu einem der schönsten Erlebnisse in meinem Leben gemacht haben.

Und wisst Ihr was? Gestern bin ich in meinem Buch auf dem Schiff angekommen. Es ist toll, das alles nochmal so zu durchleben – selbst die Aufregung kommt wieder hoch. Ich komme also tatsächlich voran mit dem Buch, wobei es natürlich sein kann, dass kein Mensch irgendein Vorgeplänkel lesen will, das weder Josi noch die USA involviert. Ich vertraue da auf meine Lektoren.

Übrigens: Erinnert Ihr Euch noch an Ryan?

Er war derjenige, der mich an Bord begrüßt hat – er hatte Dienst. Damals war der Philippine Ordinary Seaman, also Matrose und Schiffsarbeiter.

Ich muss zugeben, dass ich ihn stundenlang hätte fotografieren können – irgendwas hat er. Wie dem auch sei: Seit einigen Tagen hat er noch etwas – nämlich den nächsten Schritt gemacht, um sich seinen größten Traum zu erfüllen. Als er es mir geschrieben hat, bekam ich totale Gänsehaut, ich hab mich riesig gefreut.

Was sein größter Traum ist? Nächstes Mal 🙂

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