Der Übernachtungsreport – Teil III

Es wird mal wieder Zeit für einen Übernachtungsreport! Hotels, Motels und Hostels hab ich in Teil I und Teil II noch außen vor gelassen – die sollen nun zu ihrem Recht kommen.

Hmm, womit fangen wir denn mal an? Die Preishierarchie von oben nach unten, das wär doch was.

Hotels

Also zuerst die Hotels. Das gab es aus Budgetgründen eigentlich nur einmal während meiner Alleinreisezeit, und zwar in Maine. Ich war gerade in Maine angekommen und hatte das Gefühl, mir jetzt etwas gönnen zu können. Ein Gefühl, dem man ja fast immer nachgeben sollte. Als ich also das schnuckelige York Harbor Inn mit Ozeanblick sah, dachte ich mir: „Das wär’s!“

Vernünftig, wie ich bin, hatte ich ein Preislimit im Kopf, als ich das Hotel betrat: „100 Dollar, 100 Dollar, 100 Dollar.“ Mit Blick auf die Rezeption wiederholte Eva 1 leise: „100 Dollar“, und fragte laut: „Was kostet die Nacht für eine Person?“ – „129 Dollar.“ – „Okay,“ sagte Eva 2. Eva 1 schaute sie entsetzt an, Eva 2 schaute leise pfeifend und entschuldigend lächelnd zur Dame hinter dem Tresen. Plötzlich kam von dort: „154 dollars, please!“ Während Eva 1 so elegant wie möglich zu Boden sank, flüsterte Eva 2 – nun doch etwas schuldbewusst – „Ah, die Steuern, stimmt…“ Aus welchem Grund auch immer werden in der Regel die Preise before tax genannt und ausgezeichnet – am Ende kommt dann eine höhere Rechnung.

Nun gut, ich war drin und dann muss man sowas auch genießen. Selbst dann, wenn das Gesetz einem im Wege steht. Den Wein mit rausnehmen, um ihn bei Sonnenuntergang zu genießen? No way, das geht nicht, das ist verboten! Ja, is klar. Der Wein, die Reste vom Mittagessen und ich sind trotzdem auf die andere Straßenseite gegangen, um den Abend in einem kleinen Park zu genießen. Hatte was von einem Abend mit Rodin:

Nach meiner Rückkehr ins Zimmer konnte ich mich glücklich schätzen, noch einen Platz im Bett zu ergattern – wir haben das friedlich geregelt.


Motels

Da gibt es nicht viel Neues zu berichten – so oft hab ich da nicht übernachtet, die Preise lagen zwischen 60 und 170 (!) Dollar. Manchmal muss es aber doch sein: wenn das Wetter zu schlecht und/ oder ich zu erschöpft bin. Wichtigste Ausstattungsgegenstände sind nach wie vor eine Badewanne und eine Kaffeemaschine. Letztere ist in der Regel Standard – Gott sei Dank. Bei den Badewannen ist es Definitionssache, ob es sich um eine Dusch- oder eine Badewanne handelt. Es empfiehlt sich, weder allzu groß noch allzu schwer zu sein, dann ist man auf der sicheren Seite.

Ansonsten ist neben Bett, Kaffeemaschine und Badewanne das Allerbeste an einem Motelzimmer der PLATZ. Platz zum Ausbreiten, Auslüften, Trocknen – alles, was sonst draußen und bei blödem Wetter nicht geht. Insofern ist das zweite Bett mitnichten für Mitreisende gedacht 🙂

PS.: Wenn es ein B&B-Motel ist, lieber nochmal nachfragen. Das zweite „B“ kann nämlich auch schlechter Kaffee im Vorraum des Motels sein oder schlicht eine Liste mit Frühstücksempfehlungen für die Lokale im Ort 🙂

PPS.: Was mir wohl immer ein Rätsel bleiben wird, ist die Parkmentalität der Amis. Offenbar ist es unverzichtbar, dass das Gepäck vom Auto direkt ins Zimmer geworfen werden kann – geparkt wird unmittelbar vor der „Haus-„Tür. Ob das Auto so eine Art Familienmitglied ist?
Hostels

In drei Großstädten habe ich in Hostels übernachtet: in Baltimore (großartig), in Boston (groß, hip, nicht so meins) und in Portland. Portland war tatsächlich sehr urig, die Angestellten haben sich große Mühe gegeben, das Hostel für alle zu einem guten Ort zu machen. Einmal pro Woche gibt es sogar Live-Musik, aber das geht meines Erachtens eher nach hinten los. Wer von Euch hat „Vier Hochzeiten und ein Todesfall“ gesehen? Erinnert Ihr Euch an das Hippie-Pärchen, das auf einer der Hochzeiten gesungen hat? Dann brauche ich nicht mehr zu sagen… Doch: Sie waren bemüht.

Das schönste Hostel, in dem ich bisher übernachtet habe, war im Kreis Pescadero an der kalifornischen Küste zwischen San Francisco und LA. Drinnen wie viele andere Hostels auch, lässt schon der Blick aus meinem Bett Schönstes ahnen:

Das Hostel liegt direkt am Meer, neben dem Pigeon Point Lighthouse, einem alten Leuchtturm, der in den kommenden Jahren restauriert werden soll. Man kann da ganz zauberhaft spazierengehen…

… oder einfach hier sitzen, lesen, träumen…

… auf Wale warten oder der Sonne beim Untergehen zuschauen. Was braucht man mehr?

So, das war’s mal wieder. Meine mehr oder weniger konventionellen Übernachtungen mit George sind im nächsten Teil dran. Außerdem hab ich da mal all das zusammengestellt, was ich am Campen so toll finde – Ihr dürft gespannt sein!

 

 

Beitrag teilen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.