Ein Tag auf Cape Cod

Cape Cod ist so etwas wie Sylt – nur ohne Reet, dafür aber mit Landverbindung. Man sieht den Häusern relativ schnell an, dass nicht die Ärmsten darin wohnen; Gastronomie- und Hotelpreise sind entsprechend. Martha’s Vineyard ist Cape Cod vorgelagert, den Namen kennen einige vielleicht. Ich wollte mir das trotzdem mal ansehen – die Reichen und Schönen lassen sich ja nicht an den hässlichsten Orten dieser Welt nieder. Ich bin relativ spät auf der Halbinsel angekommen, habe noch eine Kleinigkeit in dem Lokal gegesssen, das man auf dem Bild nicht sieht und habe mir einen Schlafplatz in einem ruhigen Wendehammer gesucht. Die Polizei kam denn auch ganz fürsorglich um 1:30 Uhr und ließ mich mit einem wohlmeinenden „Be safe!“ weiterschlafen. So soll das sein. Nur über die Uhrzeit müssen wir nochmal reden, Jungs.

 

Klar, dass ich dann am Morgen schnell meinen Kaffee brauchte. Zum Glück hab ich schnell die „Happy Fish Bakery“ gefunden – Lucy, Du würdest sie lieben: unfassbar leckere Croissants, eine tolle Atmosphäre und richtig gute Musik für den Morgen: bester Kaffeehaus-Jazz mit Cole Porter und allen, die dazugehören (ich kenne die Namen nicht, deshalb so ;-)).

 

Als ich danach weiterfuhr, sah ich auf der linken Seite ein schönes, weißes Gebäude und das Schild „Library“. Die wollte ich mir anschauen, bin vorgefahren und hinter einem Pickup zum Stehen gekommen. Aus dem sprang ein schwerst begeisterter Herr – John, selbst Motorradfahrer und ganz aus dem Häuschen angesichts meines Gepäcks und der Tour, auf die schließen ließ. Wie sich herausstellte, ist John Rentner, hat zuhause kein Internet und nutzt immer das offene WLAN der Bibliothek – das werde ich mir merken. Offenbar hatte er keine Lust mehr zu was auch immer er grad gemacht hatte, denn er bot mir an, mir bei einer Tour Cape Cod zu zeigen. Großartig! Fix zu ihm nach Hause, um aufs Motorrad umzusteigen – er war mit dem Truck zur Bibliothek gefahren. Zum Glück – denn so konnte ich sein Haus sehen und sowas liebe ich ja! Dieses hier war ein echter Leckerbissen – ich hör auch schon die Jungs unter meinen Lesern sabbern:

 

Was soll ich sagen – es waren tolle Stunden und ich habe Ecken von Cape Cod gesehen, die ich sonst nie entdeckt hätte. Jetzt aber los nach Provincetown, den nördlichsten Zipfel der Insel, um mit der Fähre nach Boston überzusetzen. Bye, John, bye, Cape Cod!

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One thought on “Ein Tag auf Cape Cod

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