Lourdes in Amerika

Dass meine Tour abwechslungsreich sein würde, war klar – aber mit manchem hatte ich dann doch nicht gerechnet 🙂

Damit zum Beispiel, dass ich  in Pennsylvania an einem katholischen Wallfahrtsort anhalten würde. Aber dieses goldene Megading, das ich zunächst für Jesus hielt, sah man schon von so unendlich weit, dass ich neugierig auf die Instanz war, die so viel Selbstbewusstsein demonstrierte, indem sie eine Statue der Demut aufstellt.

Also hin zu dem recht weitläufigen Anwesen, das hauptsächlich von Asiaten und Hispanics besucht war. Es gab eine Anlage für riesige Messen – und massenhaft Wassercontainer, die die Gläubigen für den Hausgebrauch füllen konnten.
Ein sehr rührender Moment war, als eine Frau ihrem alten Vater eine offenbar schmerzende Stelle auf dem Rücken mit dem gesegneten Wasser einrieb. Das haben die Katholiken den anderen Religionen voraus: mehr Körperlichkeit, mehr Ganzheitlichkeit.

 

Der Parkplatz zu dem Anwesen hatte übrigens eine Neigung, die jedem Weinberg Ehre gemacht hätte. Beim Parken ist Josi mir zweimal umgefallen. Angesichts der extremen Neigung schäme ich mich nicht dafür – aber vielleicht hätte ich es als Ungläubige als Zeichen verstehen sollen, der Anlage fernzubleiben? Die blauen Flecken auf meinem Luxuskörper erinnern mich täglich an diese Frage…

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