Porky

Dieser verrückt-wunderbare Mensch verdient einen eigenen Artikel.

Kennengelernt habe ich Porky (ich glaube, in echt heißt er Bill) in Rockerville (!), South Dakota. Da hab ich – vollkommen durchgefroren nach meiner langen Tour durch die Badlands und den Nationalpark – im Restaurant & Saloon „Gaslight“ Zuflucht gesucht. Porky setzte sich kurz nach mir an die Bar und war ein so ungewöhnlicher Anblick, dass ich ihn einfach fotografieren musste.

Offenbar war er dort Stammgast, flachste mit den Bedienungen und Gästen herum. Es war so gegen sieben und weil die Nächte frostig wurden (wirklich!), war mir nicht unbedingt danach, draußen zu schlafen. Also fragte ich die Lady hinter der Bar, ob es in der Nähe was Günstiges gäbe. Und witzigerweise schaute sie sofort zu dem komischen Menschen nicht weit von mir, lehnte sich ihm gegenüber auf den Tresen und fragte ihn, ob er eine Idee habe. Hatte er sofort: Bei ihm war ein Zimmer frei. Einerseits fand ich es komisch, dass das so schnell ging, andererseits dachte ich mir: Wenn die Lady das vermittelt, kann es ja nicht gefährlich sein. Und dann stellte sich heraus, dass eine Kollegin von ihr, die weiter weg wohnte, nach ihrer Spätschicht regelmäßig bei Porky übernachtete – so auch diese Nacht. Das erklärte einiges – und so hab ich mit Freuden mein Zimmer bezogen. Ein Bett und vier Wände – nur für mich! Porky war erst wenige Monate zuvor in das Haus gezogen, aber schon war es witzig eingerichtet.

Vom Abend selbst hab ich nichts mehr mitbekommen, ich war hundemüde. Am nächsten Morgen – mir war gesagt worden, ich könne ausschlafen und dann sei unten Kaffee fertig – bin ich im Schlafanzug runtergeschlurft, Kaffee war fertig und im Wohnzimmer saßen Porky und Patty, die Kollegin aus dem Gaslight. Es war so unendlich entspannt, dort zu lümmeln, mit den beiden Hunden zu raufen, Kaffee zu trinken und langsam fit für den Tag zu werden. Und es hatte in der Nacht tatsächlich etwas Frost gegeben!

Porky betreibt seit zwanzig Jahren eine Motorradwerkstatt – spezialisiert auf Harleys. Hatte ich das schon erwähnt? Die wollte ich natürlich unbedingt sehen und ich sollte nicht enttäuscht werden:

Aber das war noch nicht alles – der kombinierte Lager-Kino-Gruselraum setzt dem Ganzen die Krone auf:

Porky, it’s been the greatest pleasure meeting you! Thank you so very much for letting me spend the night at your place – and please say hi to Patty!

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One thought on “Porky

  1. Pingback: Wyoming is callin‘! – Eva-hin-und-weg

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