Selig in Floyd

Ihr Lieben, ich sitze in Marshall, Missouri, bei einem Mexikaner (sehr lecker! Also, das Essen…) und habe zwei Margaritas intus. Die ersten meines Lebens und ich bin nicht mal sicher, ob man die wirklich so schreibt. War da nicht noch irgendwo ein -u-? Oder ein -h-? Ich weiß es nicht. Aber allein die Tatsache, dass ich mich das frage, zeigt, dass noch Reste von mir übrig sind. Dass ich die beiden getrunken habe, ist auch kein Grund zur Sorge – es gab einfach keinen Mojito. Ist ja auch voll Land hier. Auf jeden Fall mache ich drei Kreuze, dass ich den Text über Floyd, Virginia, schon offline vorgeschrieben habe und nur die Bilder einsetzen muss. Ungenauigkeiten und Fehler werden demnächst in nüchternem Zustand korrigiert. Oder auch nicht.


Ihr Lieben, ich muss Euch von Floyd erzählen, einem kleinen Städtchen in Virginia. Es liegt am Rande des Blue Ridge Parkways, einer Panoramastraße, die sich auf fast 800 km durch die gesamten Appalachen zieht. Auf diesem Parkway war ich unterwegs, seit dem Tag der Sonnenfinsternis.

Die Tage davor und danach waren doof – ich hab den Ozean vermisst und Maine. Unmittelbar nach der Sonnenfinsternis hat mich außerdem irgendwas Magen-Darm-Mäßiges erwischt, mit dem ich zwei Nächte und den dazwischenliegenden Tag komplett flachlag und nur Wasser zu mir nehmen konnte. Und das in einem Hotel, an dem zum einen überall mit viel Lärm gebaut wurde, und das zum anderen so schrecklich heruntergekommen war, dass ich mich nach der zweiten Nacht irgendwie mit meinem Krams auf Josi gehievt habe – hier konnte es mit mir nicht besser werden.

 

Insgesamt war ich also noch total matschig und mäßig gelaunt, als die Lady in einem kleinen Diner mir empfahl, doch mal in Floyd vorbeizuschauen, das sei ein süßes kleines Städtchen. Also hin – so etwas brauchte ich. Und was soll ich sagen: Von Anfang an hab ich mich in dem 425(!)-Seelen-Ort wohl gefühlt. Es war Freitag – und jeden Freitag gibt es in Floyd Livemusik und Tanz. Für George fand ich ein perfektes Eckchen zwischen einer stillgelegten Kirche und einer Galerie – nur von einer Seite aus einsehbar und die wirkte nicht sehr belebt. Eine Hotelzufahrt und ein Lagerhaus, das müsste gehen.

Stolz wie Bolle angesichts dieses genialen Nachtplätzchens bin ich zum Country Store gefahren (der ist sogar mit einem Bild bei Wikipedia), habe etwas gegessen, am Laptop gearbeitet und vor allem die Atmosphäre genossen. Irgendwann fing die Musik an – auch draußen auf der Straße spielten Bands. Einfach toll.

Bis auf die Tatsache, dass irgendwann zwei Typen zu Pferde auftauchten und krude Ideen verbreiten wollten. Sie ließen sich – im wahrsten Sinne des Wortes – zwar dazu herab, mit dem Fußvolk zu diskutieren, aber wirkliche Standpunktänderungen waren nicht zu erwarten. Gerade nach meinem Besuch in Charlottesville war das schon ein bisschen gruselig. Auch, dass sie einfach so und sichtlich stolz davonreiten konnten.

 

So gegen elf (bin ja nicht mehr die Jüngste) bin ich selig (wegen des Platzes und der Musik – nicht wegen der Reiter) in meinen Schlafsack gekrabbelt und gegen halb acht aufgewacht. Tatsächlich mal wieder eine Nacht ohne Polizei 😊.

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Scheiße, der Akku ist alle, keine Steckdose in Sicht und überhaupt muss ich mich jetzt mal um einen Schlafplatz kümmern. Ich hoffe, dass hier in Fußentfernung irgendwas ist – fahren kann ich nämlich nicht mehr…

Gute Nacht! Ich geb Euch trotzdem schon mal den ganzen Text, die Bilder kommen mit den Korrekturen. Oder auch nicht 😀

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Zum zweiten – hoffentlich nüchterneren Teil – geht es hier.

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3 thoughts on “Selig in Floyd

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