Philosophie second hand

Kennt Ihr das Phänomen der Problemkonstanz?

Das ist ganz einfach: Egal, in welcher Situation Du bist, Du hast immer in etwa die gleiche Menge an Problemen. Nur eben andere.

Woran das liegt? Gute Frage. Ich glaube, wir nehmen deshalb immer die Probleme wahr, weil gut Funktionierendes für unser Überleben keine Gefahr darstellt (gut funktionierende Waffen etc. ausgenommen). Wenn alles so läuft, wie wir das wollen, muss sich unser Gehirn nicht damit beschäftigen. Und deshalb konzentriert es sich auf andere potentiell gefährliche Dinge – irgendwas gibt es immer.

In einem kleinen Laden in den USA las ich auf einem Schild den Satz „Wenn du keine Probleme hast, bist du höchstwahrscheinlich tot.“ Hart, aber wahr.

Man muss sich ja nicht gleich an jedem Problem erfreuen. Aber sich öfter mal zu sagen, dass dessen Existenz fast normal ist – einfach weil wir leben – kann sicher nicht schaden.

Worauf ich aber eigentlich hinaus will: Diese Konstanz scheint nicht nur bei Problemen gegeben zu sein.

Der alte T. Adorno sagte mal sinngemäß, dass ein Zugewinn an Freiheit gleichzeitig einen Zuwachs an Zwängen mit sich bringt.

Hab ich nicht selbst gelesen, sondern die Schriftstellerin Thea Dorn (wem fällt beim Namen was auf?). Ich wiederum hab diesen Gedanken im Magazin der Süddeutschen entdeckt und finde ihn sehr spannend. Auf der einen Seite schmeißt man Zwänge über Bord, freut sich ein Loch in den Bauch, und zack!, sind sie frech auf die andere Seite des Bootes geschwommen, sind hochgekraxelt und lachen einen von da aus an.

Kurz und knackig kann man das auch so sagen: „Tue, was du willst – und zahle dafür.“ Sagen angeblich die Spanier.

Und das wiederum bedeutet doch eigentlich, dass man keine Angst haben muss – auf einer der beiden Seiten zahlt man sowieso.

Dann bezahle ich doch lieber für was richtig Gutes, oder?

 

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