On air!

Es ist soweit: Das Radio-Interview mit Jan Malte Andresen ist online!

Knapp 90 Minuten haben wir im Februar über alles Mögliche gequatscht, nun könnt Ihr hier die Netto-Sabbel-Version von knapp 40 Minuten hören. Ich nehme an, dass wir das Fehlen der Musik der GEMA verdanken, was sehr schade ist. Ich durfte meine Lieblingslieder angeben und sie werden gespielt – das ist schon ein sehr cooles Gefühl.

Am 15.5. erfolgt von 20-22 Uhr die Ausstrahlung MIT Musik. Genauer: im Schleswig-Holstein Talk von und mit Jan Malte Andresen (was ein gaaaaaanz Netter ist – ebenso wie die Redakteurin Astrid Buchholz und die Programmchefin Bettina Freitag). Da gibt es dann auch Bruce und Passenger und Yvonne und ganz viel mehr.

Viel Spaß also!

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Verrücktes Leben

Bruce Springsteen dröhnt durch die Wohnung – liebe Nachbarn, entschuldigt bitte!

Aber das war zur Vorbereitung auf mein Vorstellungsgespräch gestern Nachmittag offenbar genau das Richtige – ich habe heute am frühen Vormittag (vor 10…) telefonisch die Zusage bekommen! Ich war ziemlich verdutzt, weil ich so schnell gar nicht damit gerechnet hatte. Nächstes Mal bleibe ich gleich da :-).

Was das für ein Job ist? Ich werde als Landesfachreferentin (hört, hört!) beim ASB arbeiten und dort für das Fundraising in Schleswig-Holstein verantwortlich sein. Warum ich das überhaupt hier in den Blog schreibe? Weil dazu auch der Wünschewagen gehört! Ist das nicht verrückt? Hier schließt sich mal wieder ein Kreis und ich kann mich nur verwundert freuen.

Am 15.5. geht’s in Vollzeit los, der Job ist hier in Kiel. Nur die Kleiderfrage muss noch geklärt werden. Ich denke, dieses Shirt ziehe ich nicht gleich am ersten Tag an…

Natürlich wird das jetzt einiges verändern. Nicht nur mein Mittagsschlaf wird mir nach drei Monaten Arbeitslosigkeit fehlen (und darin bin ich richtig gut), sondern auch Zeit für mein Buch. Wobei ich die freien Tage bisher auch nicht konsequent dafür genutzt habe. Der Umzug in die WG mit vorangehender Suche nach geeigneten Zwischenmietern für meine Schnuckelwohnung hat mich Zeit und vor allem Energie gekostet. Die kann jetzt ins Buch fließen. Also, nach dem Job natürlich.

Überhaupt wird es ein schönes Gefühl, finanziell mal wieder etwas entspannter unterwegs zu sein. In den USA war es ja immer knapp und seit meiner Rückkehr auch. Aber ich hab dadurch einiges gelernt und mich auch wieder an die Reis-Gemüsebrühe-Suppe meiner Studienzeit erinnert. Ganz wichtig: Ich will nicht klagen – ich habe mich für all das entschieden und so unendlich viel Gutes gesehen, gelernt und gewonnen.

Nichts möchte ich missen – und nun kommt die nächste Phase. In der Josi, Bruce und das Buch natürlich ihren Platz haben.

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(c) Shirt

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Nebraska – gaaaaanz viel Gegend…

„Du wirst dich zu Tode langweilen!“ – „Nimm dir bloß Musik mit!“ – „Boah, das ist soooo öde da!“

Ich hab mich richtig auf Nebraska gefreut. Im Ernst. Ich war neugierig auf dieses öde Nichts, auf die Weite. Mich schreckt Nichts ja nicht so und bis ich mich langweile, muss schon einiges geschehen. Und eigentlich dachte ich auch, dass ich ein bisschen Nichts ganz gut gebrauchen könnte nach diesen intensiven ersten beiden Monaten. Was, nicht länger? Nein, nicht länger – und so viel erlebt. In Japan gibt es das Konzept des ma – die Leere zwischen den Dingen. Dieses ma ist ebensowichtig wie die Dinge selbst, weil es hilft, sie zu genießen. Nebraska sollte mein ma werden.

Gegend und Weite und Nichts gibt es in diesem Bundesstaat schon mal genug:

In alldem nur die Geräusche von Wind, zirpende Grillen und ab und zu ein Truck. Das war so wohltuend. Aber ich hab tatsächlich auch Musik gehört während des Fahrens – zum ersten Mal auf dieser Tour. Natürlich Bruce Springsteen mit seinem „Nebraska“-Album und anderes von ihm. Das passte toll zum Dahinfliegen!

Aber es gibt tatsächlich noch mehr in Nebraska – lasst euch überraschen!

Außerdem natürlich Antiquitäten – hier draußen auf dem Land findet man die ganz besonderen Schätze:

Campen & Co. sind in einer solchen Weite natürlich traumhaft. Niemand guckt 😉 und es findet sich immer ein Plätzchen für George. Einmal allerdings hab ich ihn auf einem schmalen Weg zwischen einer Pferde- und einer Kuhherde aufgebaut – das sind vielleicht Geräusche nachts! Und immer mal wieder komme ich über eine Zeitzonengrenze. Und jede Grenze bedeutet eine weitere Stunde für mich! Ich weiß, die muss ich auf dem Rückweg nach Miami wieder hergeben, aber für jetzt ist es schön.

Ach ja, neben ganz viel Gegend gibt es in Nebraska auch ganz viel Mais. Und eben Vieh – die Bewohner hier sprechen schlicht von „crop’n cattle“. Annabelle, die folgenden Bilder sind nur für Dich!

Natürlich gibt es dafür auch die entsprechenden Maschinen – John Deere ist hier ganz groß. Und ohne ins Pornografische abrutschen zu wollen, finde ich doch, dass Josi mit den Maschinen richtig gut aussieht!

Es gibt auch Menschen in Nebraska – und ich hab ein paar richtig nette kennengelernt. Aber dafür müsst ihr auf den nächsten Artikel warten…

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Zwei, die nicht schlafen. Und Frankie.

Ja, genau, hier geht es weiter – nachts vor McDonald’s. Nachdem ich mein Zimmer in dem im Voraus gebuchten Comfort Inn (die Trauer um das nicht-Treffen mit Bruce wollte angemessen verarbeitet werden) nicht beziehen konnte, weil meine Kreditkarte trotz Deckung nicht funktionierte, musste ich mich erstmal neu sortieren – schließlich war es schon 21:30 Uhr. Ja, so lange hatte ich den Boss ganz unauffällig gesucht, schnief…

Weil neu Sortieren am besten funktioniert, wenn man etwas Gutes isst und gern auch etwas Schönes trinkt, suchte ich mir dieses hübsche und sichere Plätzchen, um mein mitgebrachtes Sushi und mein – Josi-bedingtes – Wasser zu genießen und nachzudenken. Okay, mitten in der Nacht, drei Stunden vor New York, das mir eigentlich zu groß und zu voll und zu laut und zu überhaupt ist… obwohl… Moment mal… ich hab keinen Ort zum Schlafen… wenn ich da jetzt hinfahre… the city that never sleeps… ich krieg also Kaffee… und ein paar Leute werden wohl hoffentlich doch schlafen… ach, scheiß drauf: Ich fahr nach New York und mache durch! Irgendwie werde ich die Stunden bis Sonnenaufgang schon rumkriegen. Gesagt, getan – und es war genau die richtige Entscheidung für mich.

 

Natürlich wollte ich auch die Grand Central Station sehen, aber Josi mit dem Krams unbeaufsichtigt draußen stehen lassen? Mitten in der Nacht in New York? So sorglos bin nicht mal ich. Aber was soll ich sagen: Ein richtig süßer Kerl namens Frankie trat auf den Plan. Er war mit seinen Kollegen grad mit Straßenarbeiten beschäftigt und bot an, auf Josi aufzupassen, während ich mir den Bahnhof anschaute. Perfekt! Frankie, entzückende 31 und offenbar nebenbei Musiker, hielt ganz autoritär Autos an, damit ich passieren konnte, sperrte Straßenbereiche für Josi ab, damit ich ungestört fotografieren konnte, und passte auf sie auf, während ich in der Halle war. Am Ende wollte er mir unbedingt noch ein Hotelzimmer bezahlen, weil er sich solche Sorgen um mich machte. Frankie, you’re the best! Dass so ein Schnuckelchen dann auch noch ein bisschen mit mir flirtete, hat meiner alten Seele  und meinem ungeduschten Körper natürlich auch nicht geschadet 🙂

 

Nachdem ich genug von New York gesehen hatte, hab ich den Rest der Nacht in einem Café verbracht – bei viel Kaffee und natürlich mit WLAN. Wird hier übrigens komplett von der Stadt New York angeboten, einfach super. Mit der aufgehenden Sonne war dann etwas Bewegung fällig. Zweimal um den Central Park (man, ist der groooooß!), immer staunend, dass Menschen um fünf Uhr tatsächlich schon Sport machen. Unfassbar. Bei einem kleinen Frühstück am Parkeingang beobachtete ich einen älteren Herren (und wieder: Hose bis unter die Achseln), der seine Tasche vor meinen Augen in den Sträuchern versteckte und sein Sportprogramm begann. Ich wünschte, ich hätte auch nur ansatzweise so viel Disziplin! Ich bin schon froh, wenn ich hier alle zwei Tage meine Übungen mache, um nicht vollkommen außer Form geraten nach Deutschland zurückzukommen…

 

Frankie macht übrigens wirklich gute Musik, auch wenn ich sicher nicht die Zielgruppe bin. Und bewegen kann der sich – meine Güte… Also, in den Videos. Ich find’s obercool, dass ich ihn nachts in Arbeitsklamotten kennengelernt habe. Im August geht er nach Portugal auf Tournee. Und sein größter Traum? Menschen mit seiner Musik zu berühren. Schön.

Danke, Frankie, für Deine Hilfe!

Und: Mich bringst Du mit Deiner Musik zum Lächeln, Tanzen und Träumen :-). Viel Erfolg Dir!

Hier ein Video von Frankie – enjoy!

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„The Gang“ und kein Bruce

„Und wo wirst Du schlafen?“ war eine der häufigsten Fragen im Vorfeld meiner Reise und natürlich hat sie mich auch beschäftigt. Meist hab ich lässig geantwortet: „Ach, eine Mischung aus Motel, Hostel, Campingplatz und wild – und vielleicht lädt mich ja auch mal jemand ein. Das wird sich schon finden.“ Genau diese Mischung war es bisher auch, nur ein Motel war noch nicht dabei. Die Dinger sind – zumindest hier an der Ostküste – schweineteuer, ab 60 Dollar aufwärts. Aber ich bin tatsächlich schon zweimal eingeladen worden, einfach so! Das erste Mal musste ich mir allerdings angemessen verdienen…

Aber der Reihe nach: Ich fahre von Berlin, Virginia, in Richtung Norden. Auf der Suche nach einem Schlafplatz – ich war zu müde, mich noch zum angedachten Campingplatz in Keyport, New Jersey, durchzuschlagen – finde ich ein schnuckeliges Plätzchen hinter einer Kirche. Beziehungsweise hinter einem Container hinter einer Kirche. Natürlich schaue ich erstmal, ob aus Versehen eine Tür nicht abgeschlossen war. Office: nix. Office Storage: nix. Library: Ha, davon lass ich lieber die Finger – das mit dem Draht kenne ich aus dem Fernsehen!

 

Also hinter den Container, da ist auch Josi aus dem Blickfeld. Es ist stockduster, aber ich richte mich tapfer auf einem größeren Treppenabsatz ein. Kurz frage ich mich noch, was da wohl gegenüber unter den Bäumen ist, aber dann versuche ich einzuschlafen. Nach ein paar Stunden gebe ich auf. Die Luftfeuchtigkeit liegt gefühlt bei 90%, sie kriecht überall rein, ich friere wie Sau. Also packe ich zusammen, checke, was nun gegenüber ist (ein Friedhof – super!!!), mache noch ein paar Bilder und fahre dann hundemüde in Richtung Keyport. Da gibt es bestimmt Kaffee zum Aufwärmen und einen Park zum Schlafen für mich…

Aber es kommt besser. Ich stoppe beim erstbesten Starbucks von Keyport, New Jersey. Und komme über Josi mit einem Herrn ins Gespräch, der mich dann „der Gang“ vorstellt: ein halbes Dutzend Herren, die sich jeden (!) morgen um 6 (!!!) Uhr bei Starbucks treffen und bis 10 Uhr schauen, quatschen und die Probleme der Welt lösen. Fast jeder von ihnen spricht etwas Deutsch und natürlich reden wir über meine Tour. Als rauskommt, dass ich zum Umfallen müde bin, bietet Richard mir spontan sein Gästezimmer an – und das, obwohl er den ganzen Tag unterwegs sein würde. Das ist natürlich der Knaller und mir nur recht; ich bin ohnehin null gesellschaftsfähig.

 

Gesagt, getan: Um kurz nach zehn (vormittags) liege ich im Gästebett und schlafe selig. Kurz wache ich gegen fünf auf (das Alter…) und schlafe dann weiter bis zum nächsten Morgen 8 Uhr. Und natürlich ist Richard schon längst bei Starbucks. Thanx again, Richard, that was so great!

Natürlich fahre ich nochmal bei Starbucks vorbei und lerne dort auch Spring kennen – eine großartige Frau und Sängerin. Sie reist immer mit ihrem Teddy „Happy Bear“, was für Gynsburgh natürlich super war. Endlich ist er nicht mehr der Einzige…

 

So, Schnitt. Stellt Euch vor, Ihr werdet vor folgende Wahl gestellt: die Adresse von Bruce Springsteens Haus in Middletown (ca. 10 Meilen entfernt) oder die Adresse seines Fitnessstudios. Tja, nicht leicht, oder? Richard hatte beides – ganz selbstverständlich. Als Richard jung war, ist Bruce mit seiner damaligen Band in Richards Schule aufgetreten… Nachdem ich meine Schnappatmung angesichts der zweiten Möglichkeit in den Griff bekommen habe, lasse ich mir die Wohnadresse geben – da verbringt er schließlich mehr Zeit als im Studio, also kann ich da ein paar Mal rumfahren, er schaut zufällig aus seinem Küchenfenster und und lädt mich zum Abendbrot ein. Notfalls ertrage ich auch seine Frau. Nach dem Abendbrot fährt er dann eines seiner Motorräder aus der Garage und wir fahren zum Sonnenuntergang an der Küste entlang. Ach ja…

Es hätte so schön sein können und natürlich hätte ich Euch jetzt Fotos gezeigt, wenn es denn so gekommen wäre. Ist es aber nicht, schnief… Sein Haus liegt nicht direkt an der Straße und seine Küche geht nach hinten raus. Sonst… Nun gut.

Aber im Grunde hätte ich meine Tour dann auch beenden können – was sollte dann noch kommen? Wenn ich ein solches Treffen überhaupt überlebt hätte. Ich konnte damals beim Konzert in Glasgow schon kaum atmen und da war er um die 50 Meter entfernt. Also, alles gut.

Aber weil es doch irgendwie schön gewesen wäre, kommt hier ein Lied vom Boss.

Und hier das Bild, das die Brücke zur nächsten spannenden Nacht schlägt – mehr davon in Kürze 🙂

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