Bitte, bitte Daumen drücken!

Eine Absage wäre zu erwarten gewesen. Dass der Verlag mir schreibt: „Frau Strehler, bei aller Liebe, wir haben genügend Möchtegernerstautoren, die bei uns ein Buch rausbringen wollen – und die sind nicht halb so anstrengend wie Sie mit Ihren Extrawünschen. Viel Spaß beim Self-publishen – Sie werden schon sehen, was Sie davon haben!“

Die kam aber nicht.

Und ich bin total baff.

Tatsächlich schaut der Verlag gerade nach einem Weg, wie die Bilder schön und kostenneutral so ins Buch kommen, wie es dem Text entspricht.

„Dieser Weg wäre für uns eher ungewöhnlich, aber wir holen gerade Angebote ein und kalkulieren. Sollte das einigermaßen kostenneutral zu realisieren sein, bieten wir Ihnen das an.“

Das wäre so, so toll!

Zum Glück hat mein Liebster mich ermuntert, nochmal klar zu sagen, was für mich geht und was nicht – jetzt scheint so viel mehr zu gehen, als zunächst möglich schien! Manchmal liegt das, was man sucht, doch genau vor der eigenen Nase.

Also: Bitte Daumen drücken!

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Wankelmut, dein Name ist Frau.*

Wer pfeifend durch einen dunklen, unbekannten Wald läuft, will den Schurken hinter den Bäumen seinen Mut beweisen – und sich selbst.

Wer aller Welt lauthals eine Entscheidung verkündet, will dieser Welt von der Richtigkeit der Entscheidung überzeugen – und sich selbst.

Mir ging es beim letzten Artikel so. Im Raum steht die Frage, welche Gestaltung für mein Buch möglich ist. Warum das jetzt so wichtig ist, wo doch erst ein Drittel des Textes fertig ist? Weil davon abhängt, ob ich den Verlagsvertrag unterschreibe oder nicht. Seit Wochen ziehen sich diese Verhandlungen nun hin und dürfen endlich zu einem Abschluss kommen – schon deshalb, weil ich das „nachstehend: Autorin“ so schick finde.

Farbbilder an der Textstelle, an die sie gehören, fordert einen durchgängig vierfarbigen Druck und höherwertiges Papier.

Das ist teuer – die höheren Produktionskosten müssten entweder auf den Verkaufspreis umgelegt werden oder durch massenhafte Verkäufe wieder reinkommen. Mit Ersterem würden die Verkaufszahlen eher sinken, Letzteres ist selbst bei meinem Optimismus unwahrscheinlich.

Der Verlag optiert deshalb für die Ausführung, die in Produktion und folglich Verkauf günstiger ist: farbige Bilder auf besserem Papier nur in zwei bis drei Bilderblöcken (Fachsprache: „eingeschossene Bilder“).

Ich kann dem Verlag da keinen Vorwurf machen: Das ist wirtschaftlich absolut sinnvoll und für eine Erstautorin mit einem Nischenthema (oder sogar zweien: Motorrad & Frau) vollkommen angemessen. Deshalb hatte ich mich schon dafür entschieden, das mitzumachen – aber ich konnte dieses unzufriedene Grummeln im Bauch einfach nicht zum Schweigen bringen.

Ja, ich will mein Buch rausbringen. Ich will MEIN Buch rausbringen.

Ich will platzen vor Stolz, wenn ich es ansehe und wenn ich es anderen zeige. Ich will nicht verschämt „Eigentlich sollte es viel schöner sein“ murmeln oder denken, will mich nicht für mein Buch entschuldigen wie Ehefrauen es oft für ihre peinlichen oder grummeligen Männer tun. Ich arbeite zur Zeit im Einzelhandel – da erlebt man so einiges.

tantetilly.de

Ich habe dem Verlag das jetzt so mitgeteilt und warte auf seine Antwort. Vielleicht geht ja noch was, aber ich halte es für unwahrscheinlich. Und wie gesagt: Aus Verlagssicht ist es absolut nachvollziehbar. Wenn aber nur die schlichtere Version möglich ist, werde ich ihm absagen.

Meinem Bauch geht es super – nichts grummelt.

Die Alternativen zu diesem Verlag sind entweder ein anderer Verlag (der aufgrund oben genannter Argumente wohl ebenfalls eine günstigere Version anbieten wird) oder das Experiment Self-Publishing, bei dem ich mein Buch selbst herausbringe.

Das wäre ein Kraftakt, aber das Ergebnis wäre meines. Und das ist es mir wert. Damit dieses Experiment zum Erfolg wird, muss das Buch richtig gut sein (mein Job) und es muss richtig viel gekauft werden (Euer Job – is klar, oder?).

Ich halte Euch auf dem Laufenden.
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* Sagt Shakespeare – und vielleicht hat er da ja Recht.

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