Er ist einfach der Größte

Nein, nicht Gynsburgh. Der hadert damit, dass der Wunsch nach einem Hund mich nicht loslässt, und schmollt. Aber es ist ja noch Zeit.

Nein, ich meine Bruce Springsteen. Während es von mir nichts Neues gibt, weil ich schreibe, schreibe und schreibe, hat er der Welt gerade eine Single aus seinem neuen Album geschenkt. Das erscheint im Juni – und nun kann ich es einmal mehr nicht erwarten.

Ein Lied für den Frühling, fürs Unterwegssein, für Weite und tiefes Durchatmen.

Ich hab ihn ja mal fast getroffen!

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Nackte Tatsachen

Ich sitze hier, nicht nackt, schreibend und von einem Ohr zum anderen grinsend. Welche Verschwendung wäre es, Dich nicht am Grund dieses Grinsens teilhaben zu lassen!

Es geht aber nicht um Gynsburgh, obwohl er ja meist als kleiner Nackedei durch die Gegend hüpft . Und obwohl er es sehr gern hat, wenn es um ihn geht.

Nein, es geht um die totale Sonnenfinsternis, die ich am 21. August 2017 mit Flunker-Phil in den Blue Ridge Mountains erlebt habe. Die Amerikaner nannten sie Great American Solar Eclipse, und was zunächst klischeehaft größenwahnsinning klingt, hatte in diesem Fall seine Berechtigung.

Es war nämlich die erste Sonnenfinsternis seit 1918, die in der Totale (Streifen) über das gesamte Land zog, alle anderen Staaten konnten sie zumindest als nicht-totale Finsternis sehen. Idealerweise natürlich mit einer Schutzbrille; wir erinnern uns aber auch (gern) an dieses Bild:

Der Superpräsident, der keine Brille braucht.
Eine Zeitung kommentierte: „Not too bright – Nicht allzu hell(e)“

Bildquelle

Aber das war nicht das, weshalb ich grinsen musste. Sondern weil bisher niemand nachgefragt hat, was hinter der folgenden Grafik steckt, die ich sowohl im Blog als auch bei Vorträgen über die Tour gern verwende:

Die Zahlenangaben sind ja schon eigenartig…

In der kühnen Annahme, dass (sich) nun jemand fragt: Diese Grafik zeigt den Nutzerrückgang auf einer Pornoseite während der Finsternis (Quelle). Ja, solche Grafiken gibt es wirklich – und man soll ja nur Darstellungen glauben, die man selbst aus dem Netz geklaut hat.

Und ich schwöre, ich habe nach guten Grafiken gesucht und diese gefunden – nicht andersrum!

Das ist übrigens Phil…

… der König der Flunkerer. Wer ihn noch nicht kennt, hat eindeutig etwas verpasst und kann das hier nachholen. Wir lassen uns derweil die postekliptische Sonne auf den Bauch scheinen.

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Die Amerikaner sind so oberflächlich…

… wie ich pünktlich bin.

Wer mich kennt, liegt jetzt lachend und nach Luft schnappend am Boden – ich gebe Euch noch einen Moment, Euch zu beruhigen.

Ich muss das Thema einfach mal ansprechen, denn es regt mich echt auf. Wir hegen und pflegen dieses Oberflächlichkeitsklischee so liebevoll, sodass es ohne jede Daseinsberechtigung zum Dauerblüher geworden ist. Unser Argument: die berühmte „How are you?“-Frage, die in den Staaten tatsächlich immer gestellt wird. Wir Deutschen sind dann gern entrüstet: „Aber die Antwort interessiert sie überhaupt nicht!“ Böse, oberflächliche Amis.

Nö.

Zum einen finde ich es gut, dass diese Frage überhaupt gestellt wird. Je nachdem, wie einem grad ist und wie das Verhältnis zur fragenden Person ist, steht es jedem ja frei, mehr oder weniger offen zu antworten. Wird eine solche Frage gar nicht erst gestellt, werden wohl nur die Wenigsten mal eben so ihr Seelenleben ausbreiten.

Zum anderen wurde im Rahmen einer Studie (Quelle folgt!) festgestellt, dass 67% der Deutschen auf die Frage „Wie geht’s?“ mit „Gut.“ antworten, selbst wenn es ihnen nicht gut geht.* Was ihr gutes Recht ist – siehe oben. Aber meiner Meinung nach kann man nicht das Recht auf eine solche kleine Lüge für sich beanspruchen und sich dann darüber beschweren, dass sich jemand nicht für diese Lüge interessiert.

Wie ich jetzt darauf komme?

Im Juli 2017 hat legte mein Containerschiff Independent Spirit in Chester, Philadelphia, an. Unfasssbar, dass das bald zwei Jahre her ist… In den folgenden Wochen und Monaten habe ich die wunderbarsten Amerikaner kennengelernt. Zu den meisten von ihnen habe ich tatsächlich noch Kontakt und dafür staune ich voller Dankbarkeit.

Von Sherry aus Illinois, die mit der Horseshoe Bar den urigsten Pub im Mittleren Westen führt, habe ich vor einigen Tagen die witzigsten Pub-Shirts überhaupt bekommen.

Bisher darf ich nur das langärmelige anziehen (s. ganz oben), weil Gynsburgh die anderen für sich und seine Stummelärmchen reklamiert, aber noch habe ich Hoffnung, sie auch mal tragen zu dürfen.

„I got lei’d* at Horseshoe Bar
*hawaiianische Abwandlung von „laid“
„Ich wurde in der Horseshoe Bar flachgelegt“

Klar, dass Gynsburgh dieses Shirt liebt.
I would cuddle you so hard — Ich würd dich knuddeln wie verrückt.

Amin, der Taxifahrer, der mich auf der Suche nach Josi kühn durch die unbekannten Weiten des Baltimorer Frachthafens gefahren hat, füttert meinen Wunsch, mit dem Motorrad durch Pakistan zu fahren. Es ist sein Heimatland und muss atemberaubend schön sein.

Steve aus Berlin versorgt mich immer wieder montags mit Bildern, Musik und Anekdoten aus dem „Hotel Atlantic“ in Berlin – was war das für ein toller Abend damals!

Mit Chris, dem Bestatter aus Higginsville, Missouri, diskutiere ich online leidenschaftlich über das amerikanische Waffenrecht, mit Porky, dem wunderbar verrückten Motorradbastler aus Wyoming, der mich spontan bei sich beherbergt hat, über Trump und die Baufortschritte in seiner Scheune.

Gut, die Musikerin Spring, Mitglied der Starbuck’s Gang in in Keyport, New Jersey, hatte sich etwas zurückgezogen. Dafür hat sie in den letzten beiden Jahren sowohl den Schock über ihre Krebsdiagnose, als auch den Krebs selbst überwunden. Das lasse ich gelten.

Also, ich hab da drüben nichts Oberflächliches gefunden. Zumindest nicht mehr als hier in Deutschland.

Und jetzt versuche ich nochmal, an die kurzärmligen Shirts von Sherry ranzukommen.

___
*Kantar EMNID-Institut im Auftrag von chrismon: https://chrismon.evangelisch.de/artikel/2019/43282/umfrage-welche-luegen-lassen-sie-noch-durchgehen

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Ich hab dann mal (fast) einen Verlag

Mitte Februar ist schon eine kleine Weile her – höchste Zeit also, Euch auf den neuesten Stand in puncto Verlag zu bringen!

Der Programmleiter des Verlags und ich hatten ein sehr angenehmes Telefonat, und wer mich kennt, weiß, wieviel Überwindung mich das Telefonieren gekostet hat – mir wäre die gesamte Kommunikation schriftlich am liebsten. Ich war so aufgeregt!!!
Offenbar hat die Programmkonferenz mein Manuskript wirklich gut aufgenommen: Stil, Bilder, ich allein als Lady (manchmal) auf dem Motorrad und vor allem mein „etwas anderer Blick auf Land und Leute“ kamen an. Gerade über Letzteres habe ich mich total gefreut.

Die Buchveröffentlichung ist für Frühjahr 2020 geplant, was bedeutet, dass der Text Ende Oktober/ Anfang November fertig sein muss. In diese Zeit fällt auch mein Geburtstag – ich denke, ich werde mir das zum Geschenk machen.

Wir haben über die Bildauswahl, das Layout und den möglichen Ladenpreis gesprochen, und es entspricht alles sehr meinen Vorstellungen. Die kommenden Monate werde ich also meist in obiger Pose verbringen. Ab und zu werde ich selbige wohl auf den Balkon verlegen.

Und wenn nicht, bin ich mit Josi und meinem Liebsten unterwegs. Denn es wird endlich Frühling! Ich hab Josi auch schon ein bisschen geschmückt: Entdeckt Ihr den Deputy Sheriff-Stern? Erinnerungen an Wyoming, seufz…

Gynsburgh trägt seinen natürlich auch noch. Sollte ich ihn mal der Sonne aussetzen, wird sein Tuch wohl sternförmig ausbleichen.

PS.: Und warum nun das in Klammern gesetzte fast in der Überschrift? Weil es noch keinen unterschriebenen Vertrag gibt. Das kommt erst im Mai, wenn ich etwa ein Drittel eingereicht habe. Bisher kennen sie ja nur meine acht Manuskriptseiten.

PPS.: Natürlich wäre es mir anders lieber. Aber es ist ein renommierter Verlag und ich übe mich in Vertrauen. Außerdem will ich das Buch ja eh schreiben. Sollte es da also doch nix werden, ist nichts verloren. Ich werde es irgendwie auf den Markt bringen.

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Steinbeck – ich, Rosinante – Josi, Charley – Gynsburgh. Noch Fragen?

Höchstens eine weitere Parallele: Nämlich, dass die von uns (wenn auch zeitlich knapp versetzt) unternommenen Reisen durch die USA viele gemeinsame Abschnitte hatten.

Gynsburgh hat seine Nähe zu Steinbeck und dessen Freunden ja bereits auf unserer Überfahrt in die Staaten entdeckt:

Wer ihn kennt, ahnt, dass es von da noch ein kleines bisschen schwerer mit dem Dicken auszuhalten war. Aber natürlich muss man ihn einfach lieben… Und meine Mutter konnte das ja nicht ahnen, als sie mir das Buch geschenkt hat. Das sich übrigens auch noch grandios liest.

Wie dem auch sei: Natürlich haben wir das Steinbeck-Museum in Salinas, Kalifornien, besucht und waren hellauf begeistert. Bücher und Filme sind hochspannend und kreativ dargestellt – wer in Kalifornien ist, muss da einfach hin.

Wer jetzt genug von Gynsburgh gesehen hat und noch mehr von Steinbeck sehen und erfahren will, wird hier fündig. Arte hat bis Ende April eine Doku über die Steinbecks Tour in der Mediathek.

Viel Spaß!


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Es liegt in der Familie. Angeblich.

Wer mich und meinen Bären Gynsburgh durch die USA begleitet hat, weiß, dass er zu allem eine Meinung hat – und natürlich die richtige. Sicher, davon kann ich mich auch nicht gänzlich freisprechen, aber jetzt fühlt der Kerl, der in Baggs, Colorado, ja sogar zum Hilfssheriff ernannt wurde, sich einmal mehr darin bestätigt, das Argumentieren in seinem Bärenblut zu haben.

In den Kinos läuft nämlich eine Reportage über eine Anwältin. Und obwohl das wie das Langweiligste auf Erden klingt, ist „RBG“ hochspannend, witzig und lehrreich. Der Film portraitiert die 85-jährige Ruth Bader Ginsburg – die derzeit einzige Frau am höchsten amerikanischen Gericht, dem neunköpfigen US-Supreme Court.

Dave Granlund / politicalcartoons.com

Diese Frau ist wirklich einzigartig und inzwischen eine Ikone junger progressiver US-Amerikaner – die produzieren schon Fanartikel wie Shirts, Tassen, Mini-RBGs!

http://www.scpr.org

Diese Papierbastelpuppen hatte ich früher als Pioniere!

http://blog.FCTRY.com

Schaut Euch den Trailer an und sucht vor allem fix ein Kino, in dem der Film läuft! Ich verspreche, dass es sich lohnt – und versuche inzwischen weiter, das unerträglich breite Grinsen in Gynsburghs Gesicht abzumildern – der Kerl behauptet doch allen Ernstes, mit Frau Ginsburg verwandt zu sein…

PS.: Einen Spielfilm gibt es ab März 2019 auch noch!

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