Was macht dein Buch? (reloaded)

Kurz: Es geht voran.

Nun tut es dies natürlich mit jedem geschriebenen Buchstaben, aber es stimmt tatsächlich. In den Verhandlungen mit dem Verlag war für die Fertigstellung des Manuskripts das Ziel Ende Oktober ausgegeben – das fand ich wegen meines Geburtstags ganz charmant. Und auch wenn der Verlag und ich letztlich nicht zueinandergefunden haben, halte ich an diesem Ziel fest.

Vor einigen Tagen habe ich eine Reihe neuer Verlage postalisch mit meinem Manuskript beglückt (die wollten das so!), andere online. Vielleicht finde ich ja noch einen Verlag für mein Wunschlayout, sonst gibt es ja noch das Self Publishing – ein Abenteuer für sich.

Ein Abenteuer ist auch meine Jobsituation: Der Vertrag bei POLO läuft Mitte September aus.

Motorradfahren ist eben Saisonsache, da wird im Winter nicht viel verkauft. Ich finde das schade – ich arbeite dort sehr gern (nicht nur wegen der Ducati). Nun suche ich also wieder nach einer Tätigkeit, die mir Leben und Schreiben gleichermaßen ermöglicht – und auch noch Spaß macht. Das ist natürlich viel verlangt, aber ich bin zuversichtlich.

Inzwischen werde ich endlich mal wieder mit Josi und Zelt unterwegs sein: Im September will ich drei Wochen auf dem TET, dem TransEuroTrail, fahren. Das sind derzeit 51.000 Kilometer unbefestigter Straßen durch ganz Europa – ein grandioses Projekt, das von ehrenamtlichen Motorradverrückten getragen wird.

Losgehen soll es für mich in Deutschland und Polen – ich werde berichten!

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Vorsätze und so

Okay, nun ist also 2019. Und natürlich geht der „Gute-Vorsätze“-Kelch auch an mir nicht vorbei. Sei es als „Und? Was hast Du für Vorsätze?“-Frage von anderen, sei es als Frage an mich selbst. Einige können das mit einem Schulterzucken abtun – mir gelingt das nicht so gut. Was Vor- und Nachteile hat.

„Neujahrsvorsätze? ICH?? Was willst du damit sagen? Dass ich mich VERÄNDERN muss?? Kumpel, so wie ICH das sehe, bin ich perfekt, wie ich BIN!“

Inzwischen ist wohl bekannt, dass 80% der Vorsätze bis Ende Januar gebrochen werden – irgendwo ist da ein Fehler im System. Aber egal, wir halten daran fest.

Dabei bin ich gar nicht sicher, welche Vorsätze ich für 2018 gefasst hatte. Ich glaube, es ging in die Richtung „Wieder in Deutschland ankommen und klären, wie es weitergeht“. Herrlich unkonkret und gleichzeitig herrlich vertretbar. Mein Jahr 2018 lässt sich dann auch in etwa so zusammenfassen:

Januar

  • Herzensprojekt: Scheiße, meine Tour ist tatsächlich vorbei…
  • Zeit: Aber es ist cool, so viel Zeit zu haben!
  • Geld: Es lebe das Arbeitslosengeld!
  • Job: Och nö, noch nicht.
  • Wohnen: Ich liebe meine Wohnung.

Februar

  • Herzensprojekt: Schluchz, meine Tour ist tatsächlich vorbei…
  • Zeit: Meine freie Zeit verbringe ich damit, meine Finanzen durchzurechnen.
  • Geld: So richtig weit komme ich mit dem Arbeitslosengeld nicht.
  • Job: Na gut, wenn es denn sein muss…
  • Wohnen: Ich liebe meine Wohnung, aber ich kann sie mir nicht leisten.

März

  • Herzensprojekt: Okay, meine Tour ist tatsächlich vorbei. Aber ich schreibe jetzt ein Buch darüber.
  • Geld: Man reiche mir den Mantel des Schweigens.
  • Job: Ich habe wieder einen Job – bin schließlich ein großes, vernünftiges Mädchen. Und brauche Geld.
  • Zeit: Schreiben neben dem 40-Stunden-Job? Klar, locker! Alles eine Frage der Organisation.
  • Wohnen: Ich ziehe bis Oktober zu einem Kumpel, meine geliebte Wohnung vermiete ich unter.

April

  • Herzensprojekt: Ich mache mich schlau über Schreibprogramme, Buchlayouts, Verlage und so weiter. Aber schreibe noch nicht. Typisch – erstmal sieben Jahre Vorbereitung. Oder Schiss?
  • Wohnen: WG ist gut. Mitbewohner Jens klasse, Hund Balou zum Knutschen.
  • Job: Puh, 40 Stunden sind schon nicht ohne, wenn man gerade ein paar Monate ohne Uhr und Verpflichtungen gelebt hat.
  • Geld: Besser.

Mai

  • Herzensprojekt: Ich fange tatsächlich an zu schreiben und es macht richtig Spaß.
  • Zeit: Aber neben dem Vollzeitjob schaffe ich nicht so viel, wie ich möchte. Organisieren ist ja schön und gut, aber ich werde nie ein Mensch für eine 6-Stunden-Nacht sein…
  • Wohnen: Gut.
  • Job: Gut.
  • Geld: Ist endlich mal kein Thema. Kein Überfluss, aber auch kein Mangel.

Juni

  • Herzensprojekt: siehe Mai.
  • Zeit: Nun ja.
  • Wohnen: immer noch gut.
  • Job: Läuft.
  • Geld: Auch noch alles gut.

Juli

  • Herzensprojekt: Ich streng mich echt an, regelmäßig zu schreiben. Also täglich. Aber es ist SOMMER MIT MOTORRAD IN KIEL. Klar, dass mein Liebster und ich die Feierabende am Strand und die Wochenenden auf Touren genießen.

  • Zeit: Siehe Herzensprojekt. Man lebt nur einmal.

  • Wohnen: Siehe Juni.
  • Geld: Ebenso.
  • Job: Läuft. Inzwischen zwar nur noch so rund wie ein Dreieck, aber läuft.

Die Zeit, die du brauchst, existiert.

August

  • Herzensprojekt: So geht das nicht weiter – ich brauche mehr Zeit.
  • Job: Ich kündige meinen Vollzeitjob, eine Teilzeitstelle muss her.
  • Wohnen: Noch immer gut, aber so langsam vermisse ich das Alleinwohnen. Wer gern allein wohnt, weiß, was ich meine.
  • Geld: Noch gut.

September

  • Herzensprojekt: Die Flyer für meine Fotoshows werden fertig! Hab Teile der Show zwar schon ein paar Mal gezeigt, aber man kann das Ganze ja auch professioneller angehen.
  • Zeit: Endlich wieder genug.
  • Wohnen: Siehe August. Mit mehr Vermissen. Und mit Vorfreude auf Oktober.
  • Job: Ab Mitte des Monats Teilzeitjob von POLO Motorrad – ich freu mich drauf!
  • Geld: Zum Weinen. Wegen Kündigung von meiner Seite kein ALG, Gehalt von POLO erst Ende des Monats.

Oktober

  • Herzensprojekt: Locations suchen, Flyer verteilen, weiter schreiben.
  • Zeit: Endlich genug für mein Wohlgefühl.
  • Wohnen: Endlich zurück in meiner Wohnung, es ist ein Traum. Aber für ein halbes Einzelhandelsgehalt ist sie immer noch zu teuer. Erste Gedanken an eine Teilzeitmitbewohnerin.

  • Job: Macht Spaß!
  • Geld: Siehe Wohnen.

November

  • Herzensprojekt: Autorenwettbewerb!
  • Zeit: Endlich genug für mein Wohlgefühl.
  • Wohnen: Das Experiment Mitbewohnerin entwickelt sich zum absoluten Albtraum und wird zu Ende des Monats beendet. Scheiße.
  • Job: Die ruhigen Zeiten beginnen – nur wenige fahren im Winter Motorrad.
  • Geld: Arschknapp – siehe Wohnen. Ich hab jetzt einen Putzjob.

Dezember

  • Herzensprojekt: Beim Autorenwettbewerb bin ich nicht unter den Gewinnern. Schade. Aber ich bekomme wertvolle Tipps zum Thema „Wie bringe ich mein Manuskript an den Verlag?“ Sechs Verlage dürfen sich jetzt glücklich schätzen, mein Manuskript auf ihren Rechnern zu haben.
  • Zeit: Wohl mehr als die meisten in der Adventszeit. Teilzeit hat was.
  • Wohnen: Schön… Meine Schnuckelwohnung nur für mich.
  • Job: Die ruhigen Zeiten werden etwas lebendiger – jetzt kommen die Frauen und Mütter der Biker, um ihnen Geschenke und Gutscheine zu kaufen.
  • Geld: Geht. Wenn man die Augen zumacht. Alles wird gut.

Ich denke, ich habe meine beiden 2018-er Vorsätze erfüllt. Bin angekommen in Deutschland (obwohl ich ohne Zögern sofort wieder losführe, wenn ich das Geld hätte) und habe eine Richtung für mich gefunden. Keine, mit der ich reich werde, aber eine, mit der ich mich in meinem Leben zuhause fühle. Merkmal 1 dieser Richtung: nicht mehr Vollzeit arbeiten, mehr Lebenszeit haben. Merkmal 2: In dieser Lebenszeit sollen Motorradfahren und Schreiben angemessenen Raum einnehmen. Ride & write, das klingt doch gut.

Und 2019?

Will ich das Buch so weit bringen wie möglich. Wieder etwas schwammig, ich weiß. Aber das Leben kommt einem ja gern mal in die Quere. Und es hängt auch nicht alles nur von mir ab. Wenn es das täte, könntest Du das Buch als Weihnachtsgeschenk für einen oder mehrere Herzensmenschen kaufen. Nachdem Du es selbst voller Begeisterung gelesen hast, versteht sich.

Das Motorradfahren wird natürlich nicht zu kurz kommen. Mein Liebster und ich überlegen schon, wohin es gehen wird. Für meine Alleintouren machen sich in meinem Herzen zwei Ziele immer breiter: der TET (TransEuroTrail, eine 38.000 km lange offroad-Strecke durch Europa) und Pakistan (total bekloppt, aber wer mal hier reinschaut, wird mich verstehen). Keines davon werde ich in diesem Jahr ansteuern, aber das macht nichts. Träume dürfen auch wachsen.

„Gib niemals einen Traum auf wegen der Zeit, die vergehen wird, um ihn zu verwirklichen. Die Zeit vergeht in jedem Fall.“
Earl Nightingale

 

Hast Du Pläne, Wünsche, Vorsätze?

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Nachmacher, Nachmacher!

Ich gestehe: Ich bin eine Nachmacherin.

Und schiebe noch zwei Selbstverständlichkeiten hinterher. Erstens: Manchmal ist Nachmachen okay. Großartig sogar. Zweitens: Wir alle sollten Menschen haben, denen wir das eine oder andere nachmachen wollen.

In meiner Kindheit wurde oft die Frage „Und wer ist dein Vorbild?“ gestellt.  Fragt man das heute noch? Ich weiß, dass ich Juri Gagarin toll fand, weil er so mutig war. Und Gerlinde, die Heldin des Buches „Gerlinde der Jockey“ – die hat sich in der Männerdomäne Rennreiten durchgesetzt.

Heute spricht man wohl eher und cooler von Menschen, die einen inspirieren. Die Inspiration kann die gesamte Lebensweise betreffen, muss sie aber nicht.

Zwei Menschen haben mich in den vergangenen zwölf Monaten inspiriert. Weil sie ihren Traum umgesetzt haben und ihn leben – und dafür Einschränkungen und Mühen auf sich nehmen. Eben weil es der Preis ist.

Zum einen ein Bekannter, der mir hier in Kiel immer wieder über den Weg läuft. Manchmal sitzt er tagsüber draußen, einen Kaffee vor sich, eine Zeitung in der Hand und offenbar alle Zeit der Welt. Und das ist genau das, was er will: Zeit haben zum Leben. Er hat sich zwei Teilzeitjobs gesucht, durch die er mit Sicherheit nicht reich wird, die ihm aber auch noch Spaß machen. Und er lebt – hier und jetzt. Nicht vielleicht irgendwann in der Rentenzeit. Er strahlt Ruhe und Zufriedenheit aus.

Der zweite Mensch, der mich nachhaltig inspiriert hat, ist Biggi aus Luckenwalde. Wo sie aber schon lange nicht mehr ist. Seit ihrer Jugend wollte sie im Land der Weite, Pferde, Cowboys und Indianer leben – und das macht sie seit vielen, vielen Jahren. Ich habe sie allerdings nicht zu Pferde kennengelernt, sondern hinter dem Tresen einer Bar im kleinen Örtchen Dubois (gesprochen Dübeus, ohne Scheiß) in Wyoming, USA. Das ist einer von zwei Jobs, die sie hat, um ihren Traum zu ermöglichen. Der zweite Job hat sogar mit Pferden zu tun – sie organisiert Reiterferien auf Ranches. Biggi hat mehrere Pferde. Seht Ihr sie vor Euch, wie sie glücklich und entspannt durch Wyoming reitet? Jep, genau so.

Ich saß wegen eines Schneesturms in Dubois fest, und so konnten wir uns nochmal auf einen Plausch in einem kleinen Café treffen. Und als ich ihr dort zuhörte, hat sich etwas in mir eingenistet. Ein leises Gefühl von „Es geht. Wenn man will, geht es.“ Was auch immer es ist.

Biggi hat mich zu dem Modell inspiriert, das ich jetzt ausprobiere. Ich will mein Buch schreiben – dafür brauche ich mehr Zeit als ein Vollzeitjob bietet. Und Geld, um die Lebensgrundlagen zu sichern. Deshalb jetzt der Teilzeitjob bei POLO Motorrad. Ich muss mir noch was einfallen lassen, damit noch etwas Geld dazukommt. Das wird sich finden.

 

PS.: Ich finde, dieser 106-Jährige taugt allemal als Vorbild:

106-Year-Old Great-Great-Grandfather Breaks Zip Line World Record

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Bild: (c) praxis-herzerfrischend.de

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Calvin, Hobbes, talking

Wieder mit Job!

Der eine oder die andere mag sich gefragt haben, wie die Dinge nach meiner Kündigung sich nun entwickelt haben – ich wollte ja eine Teilzeitstelle, die mir einerseits die Lebensgrundlage sichern und mir andererseits genug Zeit für mein Buch lassen soll. Und wenn sie dann auch noch Spaß machen würde…

Diesem einen und dieser anderen sei gesagt: Die Stelle und ich haben uns heute gefunden – zum 15. September geht’s los!

Und das Beste: Die Stelle ist bei POLO, wo ich Motorradbekleidung und -zubehör verkaufen werde. Ich freu mich total drauf – ich werde so viel lernen!

Und sooooo viel schreiben!

 

(c) mojomag.de

 

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Sinnvoll und so

Ich denke, unter dieses Motto kann ich den zu Ende gehenden Tag stellen – meinen letzten Arbeitstag.

Seltsamerweise – und fieserweise – bin ich nicht mit einem grenzenlosen Hochgefühl aus dem Büro gegangen. Mein Körper sagte: „Müde!“ (gut, das sagt er oft), mein Kopf sagte: „Alte, bist Du Dir sicher? Das muss jetzt aber auch klappen!“ Fieses Ding, dieser Kopf.

Aber warum sollte es nicht klappen? Zum einen habe ich gerade eine Einladung zu einem Vorstellungsgespräch (Teilzeit) bekommen – jippieh! Zum anderen ist es ja nur die Frage, wie man „klappen“ definiert. Selbst wenn am Ende bei dem Ganzen kein Buch rauskommt, hat es insofern geklappt, als ich es wirklich versucht habe. Also voll sinnvoll.

Aber wisst Ihr was? Da kommt ein Buch raus! Und zwar ein unterhaltsames, witziges Ding, mit dem man sich für ein paar Stunden auf Abenteuertour in die Staaten begeben kann. Und das ist ja wohl echt nicht schlecht. Im Gegenteil – fast schon sinnvoll.

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Verrücktes Leben

Bruce Springsteen dröhnt durch die Wohnung – liebe Nachbarn, entschuldigt bitte!

Aber das war zur Vorbereitung auf mein Vorstellungsgespräch gestern Nachmittag offenbar genau das Richtige – ich habe heute am frühen Vormittag (vor 10…) telefonisch die Zusage bekommen! Ich war ziemlich verdutzt, weil ich so schnell gar nicht damit gerechnet hatte. Nächstes Mal bleibe ich gleich da :-).

Was das für ein Job ist? Ich werde als Landesfachreferentin (hört, hört!) beim ASB arbeiten und dort für das Fundraising in Schleswig-Holstein verantwortlich sein. Warum ich das überhaupt hier in den Blog schreibe? Weil dazu auch der Wünschewagen gehört! Ist das nicht verrückt? Hier schließt sich mal wieder ein Kreis und ich kann mich nur verwundert freuen.

Am 15.5. geht’s in Vollzeit los, der Job ist hier in Kiel. Nur die Kleiderfrage muss noch geklärt werden. Ich denke, dieses Shirt ziehe ich nicht gleich am ersten Tag an…

Natürlich wird das jetzt einiges verändern. Nicht nur mein Mittagsschlaf wird mir nach drei Monaten Arbeitslosigkeit fehlen (und darin bin ich richtig gut), sondern auch Zeit für mein Buch. Wobei ich die freien Tage bisher auch nicht konsequent dafür genutzt habe. Der Umzug in die WG mit vorangehender Suche nach geeigneten Zwischenmietern für meine Schnuckelwohnung hat mich Zeit und vor allem Energie gekostet. Die kann jetzt ins Buch fließen. Also, nach dem Job natürlich.

Überhaupt wird es ein schönes Gefühl, finanziell mal wieder etwas entspannter unterwegs zu sein. In den USA war es ja immer knapp und seit meiner Rückkehr auch. Aber ich hab dadurch einiges gelernt und mich auch wieder an die Reis-Gemüsebrühe-Suppe meiner Studienzeit erinnert. Ganz wichtig: Ich will nicht klagen – ich habe mich für all das entschieden und so unendlich viel Gutes gesehen, gelernt und gewonnen.

Nichts möchte ich missen – und nun kommt die nächste Phase. In der Josi, Bruce und das Buch natürlich ihren Platz haben.

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(c) Shirt

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