Ich hab dann mal (fast) einen Verlag

Mitte Februar ist schon eine kleine Weile her – höchste Zeit also, Euch auf den neuesten Stand in puncto Verlag zu bringen!

Der Programmleiter des Verlags und ich hatten ein sehr angenehmes Telefonat, und wer mich kennt, weiß, wieviel Überwindung mich das Telefonieren gekostet hat – mir wäre die gesamte Kommunikation schriftlich am liebsten. Ich war so aufgeregt!!!
Offenbar hat die Programmkonferenz mein Manuskript wirklich gut aufgenommen: Stil, Bilder, ich allein als Lady (manchmal) auf dem Motorrad und vor allem mein „etwas anderer Blick auf Land und Leute“ kamen an. Gerade über Letzteres habe ich mich total gefreut.

Die Buchveröffentlichung ist für Frühjahr 2020 geplant, was bedeutet, dass der Text Ende Oktober/ Anfang November fertig sein muss. In diese Zeit fällt auch mein Geburtstag – ich denke, ich werde mir das zum Geschenk machen.

Wir haben über die Bildauswahl, das Layout und den möglichen Ladenpreis gesprochen, und es entspricht alles sehr meinen Vorstellungen. Die kommenden Monate werde ich also meist in obiger Pose verbringen. Ab und zu werde ich selbige wohl auf den Balkon verlegen.

Und wenn nicht, bin ich mit Josi und meinem Liebsten unterwegs. Denn es wird endlich Frühling! Ich hab Josi auch schon ein bisschen geschmückt: Entdeckt Ihr den Deputy Sheriff-Stern? Erinnerungen an Wyoming, seufz…

Gynsburgh trägt seinen natürlich auch noch. Sollte ich ihn mal der Sonne aussetzen, wird sein Tuch wohl sternförmig ausbleichen.

PS.: Und warum nun das in Klammern gesetzte fast in der Überschrift? Weil es noch keinen unterschriebenen Vertrag gibt. Das kommt erst im Mai, wenn ich etwa ein Drittel eingereicht habe. Bisher kennen sie ja nur meine acht Manuskriptseiten.

PPS.: Natürlich wäre es mir anders lieber. Aber es ist ein renommierter Verlag und ich übe mich in Vertrauen. Außerdem will ich das Buch ja eh schreiben. Sollte es da also doch nix werden, ist nichts verloren. Ich werde es irgendwie auf den Markt bringen.

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Frust und Freude

Ich habe eine neue Medizin für schlechte Tage gefunden: an Josi rumschrauben. Einige von Euch habe ich bereits mit meinem Stolz belästigt, die anderen dürfen davon natürlich nicht verschont bleiben. Ich habe ALLEIN:

  • die Verkleidung abgebaut,
  • die Batterie ausgebaut,
  • den Luftfilter ausgebaut,
  • und den Luftfilterkasten ausgebaut (kommt tatsächlich erst danach)
  • und bin nun an den Zündkerzen angelangt.

Deren Wechsel steht heute auf dem Programm – ich werde berichten. Die leise Ahnung, dass das Zusammenbauen schwieriger wird als das Auseinanderbauen, schiebe ich erstmal zärtlich und elegant beiseite…

Warum nun aber Frust, schlechte Tage und die Notwendigkeit für Medizin, welcher Art auch immer?

Der letzte Monat war einfach beschissen. Eigentlich war fast nichts dramatisch, aber alles irgendwie unverschämt anstrengend. Der Teilzeitjob bei POLO macht immer noch Spaß, aber das Gehalt ist einzelhandelstypisch doch etwas knapp. Deshalb musste ich zum einen ein paar Gelddinge regeln, was zwar super geklappt hat, aber auch anstrengend war. Ist Geldkrams ja meistens, für mich zumindest. Zum anderen hatte ich mich entschlossen, ein Zimmer meiner Schnuckelwohnung unterzuvermieten an eine Bekannte, die nur ein bis zwei Tage pro Woche hier sein wollte. Aber alles kam anders und wir beide funktionierten überhaupt nicht miteinander. Und dabei brauche ich meine entspannte Alleinzeit doch so sehr!

Als wäre all das nicht genug, war da ja noch der Autorenwettbewerb, bei dem ich meinen Moab-Abenteuer eingereicht habe. Das Verfassen war aufregend, das Warten noch viel mehr. Leider ist meine Geschichte nicht unter die zehn Gewinnergeschichten gekommen. Und obwohl ich weiß, dass es dafür siebentausend Gründe geben kann (und ich ein oder zwei gute davon sogar ahne), war und bin ich traurig. Es wäre einfach zu schön gewesen. Und eine erste Bestätigung, dass das, was ich schreibe, auch von Fremden gelesen werden will.

Ich glaube, das ist es vor allem: der Zweifel daran, dass das, was ich da schreibe, gut genug ist für die Welt da draußen. Familie und Freunde finden das ja gezwungenermaßen toll – und auch wenn mein Schatz Deutschlehrer ist, ist er nicht völlig objektiv.
Diese Zweifel, dazu die Herausforderungen, den neuen Lebensstil zu realisieren und dann  noch die unerwartete Katastrophe mit der Mitbewohnerin – das hat mich diesen Monat echt geschafft. Zumal ja alles auf diesem Buchplan aufgebaut ist. Ich könnte es ja auch lassen, wieder einen feinen 40-Stunden-Job suchen und mir eine ruhige zweite Lebenshälfte machen. Bah, das klingt nicht gut…

Und deshalb höre ich jetzt auch auf zu jammern – zumal inzwischen Dezember ist und nicht mehr kack-November. Und überhaupt:

In diesem Sinne freue ich mich jetzt auf das Werkeln an Josis Zündkerzen und einen entspannten Nachmittag mit meinem Liebsten.

Und nachher wird auch noch was vorgelesen – ich gehe jetzt einfach davon aus, dass Ihr das hören wollt :-).

Und ab morgen schreibe ich endlich am Buch weiter, das lag im November auch komplett brach. Vom Verlag hab ich einen wertvollen Hinweis für weitere Schritte bekommen – die Teilnahme am Wettbewerb war also nicht ganz umsonst.

Alles wird gut – wie auch immer.

Bis nachher!

PS: Für die, die noch ein Weihnachtsgeschenk für mich suchen, hier der ultimative Tipp:

Ich trage Größe S und bevorzuge V-Ausschnitte ;-).

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Bildquellen: Beitragsbild (c) lexleader.net und Shirt: (c) spreadshirt.de

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Ein ganzes ganzes Jahr.

Ein Jahr ist er her – der Aufbruch aus Kiel in mein großes Abenteuer.

Ja, ich weiß, dass die Zeit schneller vergeht, wenn man älter wird, aber sooo schnell??

Packen in Eile, weil natürlich alles viel knapper ist als geplant. 19 Uhr wollte ich los, es wurde 23 Uhr. 01:50 Uhr Ankunft in Tostedt, Übernachtung bei Cornelia, einer wunderbaren Studienfreundin.

Am nächsten Morgen weiter nach Bremerhaven – Josi abgeben. Meine Kleine fährt auf einem anderen Schiff über den Atlantik als ich, schnief…

Und ich mache mich mit dem ganzen Gepäck auf nach Antwerpen, wo die Independent Spirit auf mich wartet.

(Hier ist alles ausführlicher.)

Mehr braucht man nicht für ein halbes Jahr. Na gut, das Motorrad dann doch noch.

Eines muss ich gestehen: Wenn ich mehr Kohle hätte und weniger Schatz, würde ich sofort wieder losfahren. Die gleiche Strecke nochmal, diesmal aber mit viel mehr Zeit und hoffentlich mit ganz Wyoming, mit Montana, mit dem Crater Lake in Oregon.

Ich hab Sehnsucht.

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Ein Paradies vor der Haustür…

… eines von vielen, die wir hier in Deutschland haben. Sicher, im Havelland gibt es keine Berge oder dramatischen Schluchten, dafür aber Weite, viel (noch) ungestörte Natur, massenhaft Mohn- und Kornblumen, Wasser ohne Ende, wohltuende Stille, Obstbäume, Obstbäume, Obstbäume und weniger Menschen als woanders, die aber dafür richtig entspannt. Wem das jetzt zu ruhig klingt, dem sei gesagt, dass Berlin, Potsdam und Brandenburg nur eine halbe Stunde entfernt sind. Ehrlich.

Der Beweis: Potsdam.

Ich hab bisher nur einen kleinen Teil des Havellandes kennengelernt, aber man ahnt vielleicht schon, wie sehr ich es dort mag. Theodor Fontane (ja ja, was zusammengehört…) übrigens auch: Sein Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland  lebte hier (und ein Nachfahre lebt noch immer auf Gut Ribbeck), Effi Briest ist hier aufgewachsen und Fontane selbst ist hier auf seine Wanderungen durch die Mark Brandenburg gegangen. Im entzückenden Örtchen Caputh hatte Albert Einstein vier Jahre lang seine Sommerresidenz, weil es hier einfach so schön war. Das Havelland lohnt sich also – drei große Geister können nicht irren.

 

 

 

Wer mich kennt, weiß, dass das kein Morgennebel ist.

 

Fähren gibt es natürlich jede Menge…

… auf so manchen Fährnamen (Hintergrund) muss man einfach genussvoll anstoßen.

 

Das schönste Mittagschlafplätzchen gehört mir.

 

 

 

 

Soljanka – wie früher…

Außerdem gibt es viele lustige Sachen im Havelland, wie z.B. Toiletten für Hunde, die entweder auf Stelzen unterwegs oder Meister im Hochsprung sind:

Aber davon gibt’s beim nächsten Mal mehr – bis dahin lasse ich Euch mit den Hundebildern im Kopf allein.

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Aus dem Steinstraßenschreibstübchen

Es ist Sonntag, ganz Kiel sitzt draußen in der Sonne und isst Eis. Ganz Kiel? Nein… In einem gemütlichen Zimmer im fünften Stock einer frühlingsfrischen Altbauwohnung sitze ich und schreibe. An meinem Buch. Endlich.

Nachdem ich mir einen Überblick über die Literatur zum Thema „Schreiben“ verschafft, mich in die Erfahrungen und Vorgehensweisen von Stephen King („Das Leben und das Schreiben“ – inspirierend) und Elizabeth George („Wort für Wort“ – nicht so meins) vertieft, etliche online-Tutorials angeschaut und verschiedene Schreibprogramme ausprobiert habe, ist folgender Rat als gemeinsamer Nenner übriggeblieben und offenbar am erfolgversprechendsten:

„Setz dich auf deinen Allerwertesten und schreib.“

Nun gut. Wie gesagt: Heute habe ich es endlich mal wieder geschafft, vorher lief ein paar Tage nix. Aber es war ja auch alles aufregend mit Bewerbungsgespräch und Job und Josi und überhaupt.

Ich fühle ich mich gerade ein wenig in die Reisezeit zurückversetzt, weil ich endlich Josis Taschen ausgeräumt habe. Bisher hab ich mich davor gedrückt – als ob meine Traumtour damit wirklich zu Ende ist. Dabei bin ich schon seit vier Monaten wieder hier! Mir war nicht klar, dass es so viele Enden für eine Sache geben kann.

Beim Anblick dieser Dinge werde ich zugleich froh und wehmütig:

  • meine „Weltkarte“ – die einzige USA-Karte, die ich genutzt habe. Von den hier dargestellten Straßen aus ging es nach Gefühl und Sonnenstand auf kleine und kleinste Straßen – irgendwann kam ja sicher wieder ein Highway;
  • Maine – ein Traum… und Moab – ohne Worte…
  • der Kompass, über den meine Jungs auf der Independent Spirit sich liebevoll kaputt gelacht haben, der mir aber ausreichende Dienste leistete;
  • die Wärmflasche, die ich mir tatsächlich das eine oder andere Mal in einem Diner oder einem Pub auffüllen ließ, um mich dann in Schlafsack und Zelt zu kuscheln – bestens versteckt, Ihr wisst schon;
  • meine Laufhose („Wenn ich irgendwo ankomme, laufe ich erstmal eine Runde – das ist bestimmt gut für meinen Rücken“). Das mag so sein, aber die Hose hat nicht einmal amerikanische Luft geschnuppert, sondern ist original zip-verpackt wieder mit nach Hause gekommen;
  • die Anti-Juck-Salbe, die wirklich gegen alle von Insekten verursachten Schmerzen half – danke, Lisa und Tina!
  • meine Visitenkarte, die ich an meinen kreativ gewählten Übernachtungsplätzen morgens im Zelt hinterlassen habe, wenn Kaffee und Frühstück in der Nähe waren. Niemand sollte sein Zelt abbauen und packen müssen, ohne vorher 1+x Kaffee genossen zu haben;

  • der Drumstick, den ich nach einer großartigen Bluesnacht in einem entzückenden Café im Mini-Örtchen Jemez, New Mexico, geschenkt bekam – Ronald Reagan moderierte zwischen den Cowboyfilmen, die den ganzen Tag liefen;

  • und natürlich der dicke, freche Gynsburgh, der sich bis heute geweigert hat, den Sheriffstern abzulegen, der ihm in Baggs, Wyoming, verliehen wurde. Dass der Dreck der gesamten 37.000 km auch noch an seinen Füßen sitzt, ist für ihn kein Widerspruch dazu…

Ach ja, genug geschwelgt… Weiter schreiben. Damit all die Erinnerungen im Buch einen kuscheligen gemeinsamen Raum finden.

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