„Kann ich Ihnen helfen?“

Vorgestern hatte ich meinen ersten Tag bei POLO Motorrad und was soll ich sagen? Es war toll, hat wirklich Spaß gemacht. Dazu trägt natürlich das Umfeld bei – von Motorradkrams umgeben zu sein, macht einfach glücklich.

Vor allem aber ist es das nette, witzige und hilfsbereite Team. Mit sehr guten Erklärungen, mit kritischen Fragen zu den Produkten, die ich selbstbewusst mit „Äh… ja.“ beantworten konnte und mit der Gelassenheit, mich auch schon auf Kunden loszulassen, haben sie mir einen perfekten ersten Tag geschenkt.

Und ich hab schon was verkauft! Eine Regenhose und ein Helmvisier. Jawohl.

Ich denke, es wird sich gut mit dem Schreiben vertragen – ich bin gerade auf dem Weg nach New York :-). In vier Wochen ziehe ich dann endlich zurück in meine schöne Wohnung. Das WG-Leben ist auch charmant, aber ich vermisse sie sehr. Ein kleines Zimmer werde ich untervermieten – wie Schriftsteller das eben so machen.

Und morgen geht’s wieder zu POLO – ich freu mich drauf!

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Kleine Flucht – noch bis 3. September

Hat jemand Sehnsucht nach Amerika (außer mir, meine ich)?

Und/ oder findet Bob Dylan ganz toll?

Dann gibt es hier was Schönes – leider nur noch bis zum 3. September in der WDR-Mediathek.

Viel Spaß!

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Mandatory Credit: Photo by REX/Shutterstock (14265a)
Bob Dylan
Various – 1966

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Zwei, die nicht schlafen. Und Frankie.

Ja, genau, hier geht es weiter – nachts vor McDonald’s. Nachdem ich mein Zimmer in dem im Voraus gebuchten Comfort Inn (die Trauer um das nicht-Treffen mit Bruce wollte angemessen verarbeitet werden) nicht beziehen konnte, weil meine Kreditkarte trotz Deckung nicht funktionierte, musste ich mich erstmal neu sortieren – schließlich war es schon 21:30 Uhr. Ja, so lange hatte ich den Boss ganz unauffällig gesucht, schnief…

Weil neu Sortieren am besten funktioniert, wenn man etwas Gutes isst und gern auch etwas Schönes trinkt, suchte ich mir dieses hübsche und sichere Plätzchen, um mein mitgebrachtes Sushi und mein – Josi-bedingtes – Wasser zu genießen und nachzudenken. Okay, mitten in der Nacht, drei Stunden vor New York, das mir eigentlich zu groß und zu voll und zu laut und zu überhaupt ist… obwohl… Moment mal… ich hab keinen Ort zum Schlafen… wenn ich da jetzt hinfahre… the city that never sleeps… ich krieg also Kaffee… und ein paar Leute werden wohl hoffentlich doch schlafen… ach, scheiß drauf: Ich fahr nach New York und mache durch! Irgendwie werde ich die Stunden bis Sonnenaufgang schon rumkriegen. Gesagt, getan – und es war genau die richtige Entscheidung für mich.

 

Natürlich wollte ich auch die Grand Central Station sehen, aber Josi mit dem Krams unbeaufsichtigt draußen stehen lassen? Mitten in der Nacht in New York? So sorglos bin nicht mal ich. Aber was soll ich sagen: Ein richtig süßer Kerl namens Frankie trat auf den Plan. Er war mit seinen Kollegen grad mit Straßenarbeiten beschäftigt und bot an, auf Josi aufzupassen, während ich mir den Bahnhof anschaute. Perfekt! Frankie, entzückende 31 und offenbar nebenbei Musiker, hielt ganz autoritär Autos an, damit ich passieren konnte, sperrte Straßenbereiche für Josi ab, damit ich ungestört fotografieren konnte, und passte auf sie auf, während ich in der Halle war. Am Ende wollte er mir unbedingt noch ein Hotelzimmer bezahlen, weil er sich solche Sorgen um mich machte. Frankie, you’re the best! Dass so ein Schnuckelchen dann auch noch ein bisschen mit mir flirtete, hat meiner alten Seele  und meinem ungeduschten Körper natürlich auch nicht geschadet 🙂

 

Nachdem ich genug von New York gesehen hatte, hab ich den Rest der Nacht in einem Café verbracht – bei viel Kaffee und natürlich mit WLAN. Wird hier übrigens komplett von der Stadt New York angeboten, einfach super. Mit der aufgehenden Sonne war dann etwas Bewegung fällig. Zweimal um den Central Park (man, ist der groooooß!), immer staunend, dass Menschen um fünf Uhr tatsächlich schon Sport machen. Unfassbar. Bei einem kleinen Frühstück am Parkeingang beobachtete ich einen älteren Herren (und wieder: Hose bis unter die Achseln), der seine Tasche vor meinen Augen in den Sträuchern versteckte und sein Sportprogramm begann. Ich wünschte, ich hätte auch nur ansatzweise so viel Disziplin! Ich bin schon froh, wenn ich hier alle zwei Tage meine Übungen mache, um nicht vollkommen außer Form geraten nach Deutschland zurückzukommen…

 

Frankie macht übrigens wirklich gute Musik, auch wenn ich sicher nicht die Zielgruppe bin. Und bewegen kann der sich – meine Güte… Also, in den Videos. Ich find’s obercool, dass ich ihn nachts in Arbeitsklamotten kennengelernt habe. Im August geht er nach Portugal auf Tournee. Und sein größter Traum? Menschen mit seiner Musik zu berühren. Schön.

Danke, Frankie, für Deine Hilfe!

Und: Mich bringst Du mit Deiner Musik zum Lächeln, Tanzen und Träumen :-). Viel Erfolg Dir!

Hier ein Video von Frankie – enjoy!

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Ich hab sie wieder!

Es wird höchste Zeit, die Berichts- und Bilderlücken zwischen Baltimore und jetzt zu schließen – sonst komme ich gar nicht mehr hinterher. Ich habe immer die Vorstellung, Zeit zum Schreiben zu haben, aber irgendwie kommt meist das Leben dazwischen und es passiert etwas Neues, das natürlich auch erzählt werden will.

Im Moment sitze ich z.B. in New York, es ist kurz nach 3 Uhr morgens. Josi steht in Sichtweite auf der 8th Avenue, in Spuckentfernung von Trump Tower und Central Park, während ich hier drin Kaffee trinke. Wie das passiert ist? Die facebooker unter Euch wissen es, alle anderen müssen noch ein wenig warten…

Zurück nach Baltimore, wo ich voller Hoffnung angekommen war, Josi fix aus dem Zoll zu holen und loszufahren. Ha, aber nicht mit den Amis. Wer glaubt, in Deutschland sei die Bürokratie schlimm, der sollte hier mal was regeln – unglaublich. Drei Tage habe ich damit verbracht, per Email Ping-Pong mit Zollbehörden, Agenten und was weiß ich mit wem noch zu spielen. Irgendwann hab ich einfach alles nur noch ausgedruckt, ausgefüllt, unterschrieben und zurückgemailt – ich hoffe, es werden jetzt keine siebzehn Kühlschränke in die Esmarchstraße geschickt…

Richtig schön (ohne Ironie) war der Trip zum Flughafen – da ist das Customs and Borders Office. Dort treffe ich eine Dame an, die zuerst wie der sprichwörtliche bad cop auftritt. Barsch und einschüchternd kündigt sie mir an: „Sit down there. We’re gonne spend some loooooong time together, lady. You’d better get your papers ready.“ Das alles ganz platt und breit – wie eine Flunder. Göttlich. Aber die drei Tage Papierkrams haben sich offenbar gelohnt – wir kommen fix und ohne Probleme durch und fangen sogar an zu quatschen. Ob ich Kinder hätte, wenn ich eine solche Tour mache. Nein? Gut. Ob meine Eltern Bescheid wüssten, dass ich mich hier umtreibe. Ja. Wirklich? Ja, wirklich.

Und dann habe ich sie einfach gefragt, was ihr größter Wunsch sei. Ich war gar nicht sicher, ob sie antworten würde – aber es kam wie aus der Pistole geschossen. Sie wolle an einem Herzinfarkt sterben – an nichts anderem. Ihre Schwester ist offenbar vor kurzem qualvoll an Krebs gestorben, deshalb sei das ihr einziger Wunsch. Sonst habe sie alles, was sie wolle. Ganz schön offen…

Nach der Rückkehr ins Hostel bin ich noch ein wenig rumgeschlendert, am Abend lecker türkisch essen gegangen und dann ins Bett gefallen. Nichts ging mehr…

Am nächsten Tag war es dann endlich, endlich, endlich soweit. Ich hab mir ein Taxi gegönnt, um einigermaßen fix zum Frachthafen zu kommen. Die Behörden dort haben nämlich nur von 9-11:30 und von 13-15 Uhr geöffnet. Das dazwischen ist die Mittagspause… Mit Taxifahrer Amin hatte ich wieder unglaubliches Glück. Er ist aus Pakistan, war ursprünglich nach Australien ausgewandert, hat dort einige Jahre gelebt und ist dann in die USA gekommen. Sein größter Traum? Mit seiner Frau und seinen drei Kindern durch Australien zu fahren – ihnen die Orte zu zeigen, die er so liebt.

 

Amin hat mich bis aufs Hafengelände begleitet, was für uns beide ein Heidenspaß war, denn eigentlich sind Taxen dort nicht erlaubt. Deshalb sind wir auch durch alle Kontrollen gekommen – keiner wusste, was zu tun war, jeder hat uns eine Station weiter geschickt. Leider war irgendwann Schluss, wir haben ein Return Ticket bekommen und Amin hat mich bei einem Escort(!)-Service abgesetzt, der befugt ist, das Hafengelände zu befahren. Und dann hatte ich sie endlich wieder, meine Josi… Unglaublich dreckig, aber unversehrt. Mit ihr vom Hafengelände zu fahren war einfach ein Traum.

Um nach diesem Tag ein wenig runterzukommen, bin ich in die Peaberry Library gegangen, die mir das Hostel empfohlen hatte. Ein echtes Kleinod, in dem jeder Hans und jede Franzi arbeiten kann. Wenn ich das früher gewusst hätte…

 

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