Foto-Challenge in Baltimore!

Diesmal habe ich meine Bilder immerhin auf 12 reduziert – alles schöne Erinnerungen an die drei Tage in der Ostküstenstadt.

Welche gefallen Euch am besten, welche sollen ins Buch?

Danke für Eure Hilfe!

Eva

Falls Ihr nochmal nachlesen wollt, was da so los war, geht einfach hierhin :-).

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Das hier wird schwer. Ganz, ganz schwer.

Alle unter euch, die Antiquitäten mögen, lieben oder sogar sammeln, müssen jetzt ganz stark sein. Aber richtig. Bereit?

Okay. Tief Luft holen.

Das, was ihr mögt und habt, sind gar keine Antiquitäten. Die Sachen sind nicht echt.

Jep.

Es tut mir leid.

Ich bin jetzt (heute!) seit zwei Monaten in den USA unterwegs. Und habe seitdem – vor allem an der Ostküste – so unendlich viele Antiquitätenläden gesehen, dass es gar nicht anders sein kann.

Grund 1: Mehr Antiquitäten als hier in den Staaten kann es auf der ganzen weiten Welt gar nicht geben.

Grund 2: Wenn ihr die Sachen seht, werdet ihr es verstehen. Sie sind so anders als das Zeug in Europa, dass die Unterscheidung zwischen echt und gefälscht ganz leicht fällt.

Ich nehme an, ihr steht noch unter Schock und könnt mir grad ohnehin nicht zuhören. Deshalb kommt hier der Beweis in Bildern.

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Ich vermute, dass viele von euch sprachlos sind angesichts dieser geballten Schönheit. Deshalb kommt das Schlusswort – mal wieder – von mir.

Es gibt ganz bestimmt richtige Antiquitätenhändler. Für die meisten aber gilt wohl das schöne Motto:

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Der Übernachtungsreport – Teil II

Der geneigte Leser des Übernachtungsreports Teil I (wie jetzt: nicht gelesen??? Das geht ja gar nicht! Hier isser!) mag sich fragen, warum ich so einen Aufwand betreibe und George nicht einfach auf einem Campingplatz aufstelle – da gehören Zelte schließlich hin. Jep, die Frage ist berechtigt, an dem Einwand etwas dran. Und ich habe es tatsächlich probiert:

7. Campingplätze

Allerdings waren die ersten Male herbe Enttäuschungen. Das lag zum einen daran, dass ich in der Ferien- und Haupturlaubszeit in einer der beliebtesten Regionen überhaupt unterwegs war – Pech. Eine Person, ein Motorrad, ein Zelt: 60 bis 124 Dollar. Da kommt Freude auf! Wenn man denn überhaupt reingelassen wird. Viele nehmen keine Motorradfahrer (vielleicht wegen der lauten Harleys?) und keine Einzelübernachtungen an. Da fühlt man sich so richtig willkommen… In einem State Park wurden morgens um 8 Uhr die Rasenmäher und die Rasenkantenschneider in Gang gesetzt. Bis 11 Uhr – ungelogen. IN EINEM STATE PARK!!!

Der „Campingplatz am Meer“ – aber Baden verboten

An einigen Plätzen, die mich genommen hätten, wollte ich nicht bleiben. Oft waren es regelrechte Eventzentren mit Bespaßung und Musik in jedem Winkel. Und/ oder an belebten Straßen gelegen und somit auch auf diesem Kanal schweinelaut. Ganz ehrlich: Schlecht schlafen krieg ich auch billiger.

In der letzten Woche aber wurde mein Glaube an Campingplätze durch zwei Plätze wiederhergestellt. Beide klein, beide ein bisschen schraddelig, sehr naturnah und beide mit vielen liebevollen Details von den – so vermute ich – Dauerbewohnern.

Der zweite Platz lag nicht nur nicht (!) an der Hauptstraße, sondern richtig weit weg davon. Gegen 18 Uhr sah ich das Schild „Lakeside Camping 5 mi“. Na gut, ich kann ja auch mal früh irgendwo sein. Aus der Hauptstraße wurde eine Nebenstraße, daraus eine kleine Straße, daraus ein Schotterweg, daraus ein Sandweg. Aus 5 mi wurden 3, dann 2, dann wieder 3, dann 1. Die wildesten Gedanken gingen durch meinen Kopf: „Wenn ich die Einzige da bin, drehe ich wieder um.“ – „Hier draußen überlebt doch niemals ein amerikanischer Campingplatz!“ – „Warum kommt mir hier niemand entgegen? Ist das etwa ‚Camping im Hotel California‘? ‚You can check in any time you like but you can never leave?'“

Irgendwann war ich da und wurde an der Schranke von der versammelten Campingplatzjugend beäugt. Und wieder ein wilder Gedanke: „Die sind doch irgendwie komisch. Alle. Bestimmt Inzest. Die Familien kommen bestimmt seit Jahren hierher…“ Wie dem auch sei: Der Campingwart (seit 30 Jahren – ich sag’s ja!) war sehr nett, mein Platz in Ordnung, der gesamte Platz total entzückend und der See, in den ich gleich gesprungen bin, ein Traum. Und alles für 27,95 Dollar. Heute morgen habe ich nach meinem Morgenplantschen sogar einen Kaffee abstauben können. Ach, manchmal ist es fein, ein blonde German girl zu sein…

8. Kirchen

Ach ja, die Kirche(n) und ich – eine never ending story. Ich hab ja schon ein wenig ein schlechtes Gewissen, die so zu nutzen (auszunutzen?), wo ich doch sonst nix mehr mit ihr zu tun habe. Ein bisschen wie die Leute, die kirchlich heiraten, weil es ach so schön ist – sonst aber nie da sind. Na gut, Weihnachten. Egal. Von einigen „kirchlichen“ Übernachtungen hatte ich ja schon erzählt. Die eine Nacht am Friedhof, in der ich gar nicht schlafen konnte. Die Nacht, in der Pastor Edward mich einlud, auf dem Sofa eines Gemeinderaumes zu schlafen.

Und nun eine Nacht im Schatten einer katholischen Kirche in einer Kleinstadt. Sie war echt massiv, der Parkplatz dahinter riesig.

Dann ein Grasstreifen – und in der Ecke, die am verstecktesten war, ein Müllcontainer. Nun ja, das ist wohl die Buße, die fällig ist. Als George steht, bin ich ganz schön stolz – das könnte klappen. Josi steht hinter dem Container, auch perfekt.

An eine Sache allerdings hab ich nicht gedacht – so ein Mist:

Katholiken. Messe um acht. Ächz…

Also früh raus, damit ich rechtzeitig weg bin. Hat auch alles geklappt – nicht mal die Polizei kam vorbei. Ich fühle mich vernachlässigt.

9. Von Starbucks bis zum Pub

Was sich beim Essen und Trinken so ergibt, ist echt witzig. Einiges hatte ich schon erzählt – von der Starbucks Gang zum Beispiel und von Lisa und ihrer Schwester Bonnie. Neu sind die spontanen Einladungen von Lisa und Donny, wobei letzterer im Grunde nicht anders konnte, als mir Unterschlupf zu gewähren.

Hier war angeblich kein Platz mehr frei…

Nachdem ich einen Tag in den wunderschönen und kurvenreichen White Mountains in New Hampshire verbracht hatte, war mir nach einem Besuch in Berlin (ein Kaff, aber was soll’s) und einem Wein. Also beschloss ich, dass ich in Berlin schon was zum Übernachten finden würde – der örtliche Pub war schnell gefunden. Inzwischen bin ich es gewohnt, dass die Gespräche verstummen (ungelogen!) und alle kurz gucken. Na gut, ein Mädel in Motorradklamotten mit einem Tankrucksack unterm Arm, in dem ein anzüglich grinsender Plüschbär steckt, ist ja auch was. Ein frisch-fröhliches „Hey there!“ und die armen Menschen sind erlöst und können weiter essen und reden. So auch hier und mit einigen Leuten an der Bar bin ich ins Gespräch gekommen und habe gefragt, wo hier vielleicht ein Fleckchen für mich und mein Zelt sein könnte. Und nach einer Weile meinte Lisa, ich sei auf ihrem Rasen willkommen. Total genial! Spannend war, dass es für sie auch ein Abenteuer war – „I’ve never done anything like that before!“ Nun, ich hoffe, ich habe mich so benommen, dass sie es wieder tun würde. Liebste Grüße, Lisa!

 

Auch Donny habe ich in einem Pub kennengelernt – allerdings wurde ich an ihn verwiesen. Im kleinen Kaff Thornton saß ich nämlich an einem Abend, wieder mit dem Entschluss, hier was zu finden. Der Gin Tonic ließ eindeutig darauf schließen. Ziemlich bald hab ich mitbekommen, dass sich alle im Raum kennen – großartig. Also bin ich zur Kellnerin, die sehr sympathisch wirkte, und hab sie gefragt, wer von den Anwesenden wohl Platz für ein Zelt auf seinem Grundstück hätte – ich würde dann fragen… Brauchte ich gar nicht. Sie zupfte am Ärmel des Typen, der mit ihrem Verlobten rumalberte – das war dann Donny. Also nicht der Verlobte – der andere. Und Donny ist ihr Nachbar und sie kennt ihn seit Jahren. Sicherer konnte ich also gar nicht sein. Donny hat mir dann aber quasi verboten, auf seinem Rasen zu zelten, und mir seine Couch zur Verfügung gestellt. Heaven… Und die Dusche am Morgen! Und der Kaffee! Thank you, Donny, that was great!

 

So, die letzen vier Übernachtungsarten kommen in einem neuen Artikel – so viel auf einmal will doch kein Mensch lesen. Außerdem muss ich mich so langsam auf die Suche nach einer Schlafstätte machen 🙂

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Der Übernachtungsreport – Teil I

„Wo übernachte ich heute?“ Diese Frage stellt sich naturgemäß jeden Tag, aber ich muss gestehen, dass ich die Antwort darauf meist erst sehr spät suche – selten vor vier oder fünf. Ich bin auch gern mal bis sieben oder acht unterwegs, schaue schon mal links und rechts, halte aber nicht an, wenn ich nichts Gutes sehe. Es geht ja nicht nur darum, dass ich mich sicher fühle und einen ebenen, geschützten Platz für George finde. Josi soll auch aus dem Blickfeld – ein verloren umherstehendes Motorrad lockt im besten Fall die Polizei an.

Ich hab mal versucht, verschiedene Übernachtungsvarianten zusammenzufassen, und siehe da: bisher sind es 13. Ganz schön viel dafür, dass ich erst einen Monat unterwegs bin. Hier ist der erste Schwung:

1. Right in the middle of nowhere

Das hab ich ja ganz am Anfang gemacht, als ich aus Baltimore raus war. Und abgesehen von den Mücken und meiner fehlenden Weisheit, Josi schlau abzustellen (das Lehrgeld wurde in Form von Schweiß, Flüchen, Matsch, Mückenstichen und Zeit gezahlt), war es super. Ich hab Glühwürmchen gesehen und Sterne und hab mich gefühlt wie eine echte Abenteurerin.

Ähnlich auf Cape Cod, wo ich – sogar ohne Zelt – in einem Wendehammer am Ende einer laaaangen Einfahrt übernachtet habe, auf einem Rasenstück gerade so außer Sichtweite des letzten Hauses. Ich hab immer wieder hingeschaut, weil Licht brannte, nur um am nächsten Tag festzustellen, dass es die Dreifachgarage war, die wie ein Haus beleuchtet war. Das eigentliche Haus lag komplett außer Sichtweite.
Die Polizei machte brav ihren Job und kam so gegen halb zwei vorbei, um sich nach einem netten Gespräch mit einem fürsorglichen „Be safe“ wieder zu verabschieden. Der Sternenhimmel war toll – allerdings hatte ich am Morgen für jeden Stern einen Mückenstich im Gesicht. Naja, wahre Schönheit kommt ja bekanntlich von innen…

Einmal hab ich einem Wäldchen übernachtet, das zum einen ganz in der Nähe der Polizeistation lag, zum anderen an ein irgendwie seltsames Gewerbegebiet angrenzte. Ich hab mich nur mäßig wohl gefühlt – und wollte nicht wieder mitten in der Nacht von der Polizei geweckt werden. Ich habe die Geschichte schon erzählt: Die Jungs durften mir das Campen dort nicht erlauben, schauten aber weg. Und so konnte ich mit einem guten Gefühl durchschlafen. Ich muss gestehen, dass ich diese Variante ziemlich clever finde 🙂

2. Auf dem Rasen von netten Menschen

Das hab ich inzwischen ein paar Mal gemacht – bei Paul, bei Karen und Bryan, gerade vorgestern bei John und seiner Frau in der 37. Nebenstraße eines Ortes – sowie bei ein, zwei anderen, deren Namen ich peinlicherweise schon vergessen habe… Ich find es einfach großartig, dass diese Leute spontan jemanden so in ihre Nähe lassen. Ich klopfe ja einfach – meist wie gesagt am mittleren Abend – und frage, ob ich mein Zelt für eine Nacht auf ihrem Rasen aufbauen darf. So mancher Deutsche würde schon allein wegen seines Rasens ablehnen, ganz zu schweigen davon, dass ja keiner der „Beklopften“ weiß, wen sie sich da auf ihr Grundstück holen. Schön an dieser Variante ist für mich zum einen, dass der Boden meist eben und frei von Steinen ist – Rasen eben :-). Und zum anderen, dass vorbeifahrende Polizisten keinen Grund haben nachzufragen. Es sei denn, es gibt ätzende Nachbarn… Was mehr als ausgeglichen wird durch so unglaublich nette Menschen wie Karen und Bryan, die sich mehrfach dafür entschuldigten, mir kein Gästezimmer anbieten zu können… A kiss for you!

3. „Hello? Anybody here?“

Mit verlassenen oder derzeit unbewohnten Häusern und Grundstücken wie diesem hier habe ich bisher nur geliebäugelt, obwohl ich sie total faszinierend finde. In einem verlassenen Haus wäre es mir wohl doch zu gruselig – wer weiß, wer da noch so auftaucht… Außerdem sind die selten sauber. Diese Stallung hier hat mich total fasziniert, aber die Spinnenweben waren so riiiiiiiieeeeesig, dass ich mit Sicherheit arachnophobische Albträume bekommen hätte. Schade eigentlich…

Aber auch gut, denn sonst hätte ich nicht den schönen Abend im Pub und das urgemütliche Sofa bei Donny gehabt. Mehr davon in Teil II 🙂

Auf einem unbewohnten Grundstück mein Zelt aufzuschlagen, könnte ich mir schon eher vorstellen. Als ich vor ein paar Tagen nach Woodstock, Vermont, kam, sah ich ein Haus an der Hauptstraße, das nicht verwahrlost aussah, aber doch irgendwie verlassen. Zwar standen die Gartenstühle draußen, aber es wuchs auch Unkraut in den Ritzen zwischen den Bodenplatten. Licht brannte keines, ein Auto war auch nicht da, die Einfahrt halb zugewachsen. Es gab eine perfekte Fläche für George und daneben Platz für Josi. Also klingelte ich bei der Nachbarin und fragte, ob das Haus bewohnt sei. Naja, halb, die Besitzer wohnen in Massachusetts – und kommen bestimmt nicht heute Nacht wieder. Sie könne zwar nicht die Erlaubnis geben, aber es würde bestimmt gut gehen. Perfekt – ist es auch.

Eine charmante Anekdote am Rande: Die Dame wies mich darauf hin, dass der Rasen der Kirche auch sehr schön sei 🙂

4. Zehn Meter vom Restaurant zum Zelt

Das war perfekt. Auf der Deer Isle nach leckersten Nachos direkt in den Schlafsack rutschen. Wenn nur das lästige Zähneputzen nicht wäre… Bei meiner Ankunft hatte ich die Rasenflächen rund um das Restaurant gesehen und drinnen – nach der Bestellung, versteht sich – nach dem Besitzer gefragt. Witzigerweise war es genau der sympathische Kerl, der gerade die Runde machte um zu fragen, ob alles in Ordnung sei. Cory hat mir das Übernachten erlaubt, was toll war. Die Freude darüber wurde einzig dadurch getrübt, dass er am Folgetag nicht wie gewohnt Frühstück und Kaffee anbot (also allgemein, meine ich, nicht nur mir ;-)). Aber auch das hatte sein Gutes – im Café 44 North Coffee bekam Josi nämlich ihr erstes Tattoo 🙂

5. Schutz und WLAN

Der perfekte „wilde“ Schlafplatz ist hinter Bibliotheken – das hab ich in Bremen und Camden (beides Maine) und in Ellsworth (New Hampshire) gemacht. Eine Variante wären Schulen, solange die Ferien noch andauern – aber bisher waren mir die Grünflächen dort zu weitläufig.

Und so schaue ich in Orten, in die ich nach 17 Uhr komme, immer erstmal nach der Bibliothek. Wo liegt sie, gibt es Rasenfläche, gibt es versteckte Rasenfläche. Dann ist die Sache eigentlich schon entschieden – denn neben einem guten Schlafplatz kann ich dem offenen WLAN einfach nicht widerstehen. Ein paar WhatsApp-Nachrichten, mal eben auf Spiegel Online und Facebook schauen, was so los ist (na gut, ich gebe es zu: umgekehrte Reihenfolge) und dann beim Fertigmachen und Tüdeln Deutschlandfunk Kultur. All das auch am Morgen, versteht sich – es ist so schön.

Natürlich ist das Zelten an Bibliotheken nicht legal. In Bremen hat keiner bemerkt, dass ich da war, in Camden auch nicht. In Ellsworth hat der Mitarbeiter Edmund George entdeckt, als ich gerade frühstücken war. Nein, das ist nicht dreist, sondern schlicht pragmatisch: Ich brauche Kaffee und Frühstück, George muss trocknen und außerdem war ich um halb sieben wach, während die Bibliothek erst um 9 Uhr öffnet. Es hätte also klappen können. Aber Edmund macht seinen Job gut und hat die Polizei gerufen. Als Mylady wach und gesättigt zurückkam, hat er sie ganz nett davon in Kenntnis gesetzt, dass die Polizei da war und dass sie das Zelt abbauen muss. Alles legitim – hab ich auch ganz schnell gemacht. Bei dem Gedanken, dass die Polizei und ich zum ersten Mal nicht zusammengetroffen sind, musste ich fast grinsen – und dann richtig, als ein Polizeiwagen vorfuhr, der Fahrer mich beim Abbau sah, lässig winkte, „Thank you“ (!!!) rief und wieder davonfuhr. Ich bin dann nochmal rein und hab mich bei Edmund für seine Freundlichkeit bedankt und mich verabschiedet – bye, bye, Ellsworth!

 

6. In einem Truck – jawohl!

Das war bisher das coolste – und von allen Nächten draußen auch die bequemste. Als Ossi-Kind kann ich es ja nicht lassen, an jeder Türklinke zu rütteln um zu schauen, ob sie nicht vielleicht doch offen ist. Ebenso bei gepflegt wirkenden Trucks, die in der beginnenden Dämmerung ganz einsam und allein an der Straße stehen. Na gut, an einem Haus. Na gut, an einer Werkstatt. Aber es war niemand mehr da. Und mehrere (!) der Trucks – und ein Schulbus – tatsächlich offen. Drinnen alles etwas müffelig, aber trocken und warm. Na, Entschuldigung, da fahr ich doch nicht weiter! Es war schon ganz schön spannend, meinen Krams in den Truck zu kriegen, und gleichzeitig die Innenraumbeleuchtung auszumachen, wenn Autos vorbeifuhren! Josi zu verst… äh, sinnvoll zu parken, war hingegen kein Problem – sie ist neben den Riesen quasi geschrumpft.

Die Nacht war gut – Gynsburgh hat aber auch gut aufgepasst. Gegenüber war übrigens mal wieder ein Friedhof und das Hobby der Dorfjugend scheint zu sein, mit den Autos ihrer Eltern zwischen den Grabreihen entlangzufahren. Naja, dann nehmen sie wenigstens keine Drogen…

Am nächsten Morgen stand dann doch plötzlich ein Auto da, das ich nicht einordnen konnte. Patrouille? Jugendliche? Inhaber?

Da – man sieht das Vorderteil!

Nichts dergleichen – ein armer Arbeiter, der um 6 Uhr zu Straßenarbeiten kommen sollte und nun wegen des feuchten Wetters wieder nach Hause geschickt wurde. Hab ich erfahren, nachdem ich Zähne putzend auf ihn zugegangen bin. Frech kommt weiter. So, jetzt einpacken und los, auch wenn der Abschied von so einem coolen Gefährt schwer fällt.

 

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Deer Isle

Ihr Lieben, wer jetzt den angekündigten Übernachtungsreport erwartet, muss sich noch ein wenig gedulden. Erst muss ich Euch noch von der Deer Isle erzählen, die meinen Abschied von der Ostküste markiert. Ich bin durch John Steinbeck auf die kleine Insel in Maine aufmerksam geworden – ich hatte Euch von seinem Reisebericht erzählt und davon, dass Gynsburgh seitdem auf der Suche nach illustrer Verwandtschaft ist.

Steinbeck wurde damals geraten, niemals jemanden aus Maine oder gar von der Isle nach dem Weg zu fragen. „Wir finden es irgendwie lustig, die Leute in die Irre zu schicken, und dabei lächeln wir nicht, aber wir lachen innerlich. Das ist unsere Natur.“ Mir ist nichts dergleichen passiert, aber mit diesen Worten im Kopf musste ich doch grinsen, als ich das Schild sah :-).

Die Isle ist tatsächlich traumhaft schön. Es waren wenig Touristen da – und ich weiß, dass das angesichts der Tatsache, dass ich selbst eine Touristin bin, eine zwiespältige Aussage ist. Alles ist verlangsamt, überall blitzt das Meer durch. In ganz Maine spielen Ebbe und Flut eine große Rolle – je nördlicher, umso stärker und offenbar bis zu 15m im hohen Norden. Ich muss gestehen, dass ich das gar nicht auf dem Schirm hatte… Die Straßen auf der Insel sind ein Traum. Es gibt nicht nur überraschend viele Kurven, sondern ebenso überraschend viele  Steigungen und Gefälle, die diese Namen auch verdienen – großartig. Ich war selig, Gynsburgh war kotzübel. Aber er wollte ja unbedingt vorn sitzen…

Meine Entscheidung, in Corys Restaurant „There’s a Treat“ Nachos zu essen, bedeutete gleich mehrere schöne Treats für mich: Ich durfte auf dem Rasen hinter dem Restaurant zelten, George konnte dort am nächsten Morgen in Ruhe trocknen…

… und Cory empfahl mir das Café „44 North Coffee“. Der Kaffee dort ist wirklich phantastisch und die Aktion, aus Strandplastik was Schönes zu machen, gefiel mir ohnehin.

Alles zusammen führte dazu, dass Josi jetzt einen weiteren Aufkleber trägt, der mich zudem immer zum Lächeln bringt, weil ich an die Deer Isle erinnert werde:

Hier einige Eindrücke von der Insel:

Ich habe auch tatsächlich einen Strand gefunden, der diesen Namen verdient. Neben den überfüllten dunkelsandigen Stränden direkt an den Hauptstraßen gibt es in Maine nämlich fast nur felsige Bereiche, um ins Wasser zu gehen. Wenn also die Namen Rockport, Rockbeach, Rockland, Rocky Beach usw. auftauchen, darf man das durchaus wörtlich nehmen. Der „Sandy Beach“ hier sah auf den ersten Blick tatsächlich sandig aus. Auf einer Skala zwischen grobem Kiesel (10) und Sand (1) lag dieser Strand bei 4 – also top für hiesige Verhältnisse. Und der Ausblick war ohnehin phänomenal:

Muscheln, Krabben und Hummer bilden für viele Bewohner immer noch die Lebensgrundlage – auch wenn einiges darauf hindeutet, dass es schwieriger wird, davon zu leben. Ich muss aber gestehen, dass ich zu faul war und bin, eine Recherche zu starten, ob das wirklich so ist.

Mein letzter Stop auf der Deer Isle – Ebbe. Ich glaub, ich will mal wiederkommen und ein paar Tage bleiben.

 

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Maine – so far, so wonderful

Bevor ich die Küste verlasse und erst nach Westen landeinwärts und dann inlandig (ist das ein Wort?) weiter nach Süden fahre, will ich Euch noch ein paar Bilder meines Küsten-Maines schicken. Natürlich sind es nur persönliche Eindrücke – aber wir sehen die Welt eben nicht, wie sie ist, sondern wie wir sind. Das, was ich fotografiere, ist für mich wichtig – vielleicht für niemanden sonst. Insofern ist es auch weit entfernt von „Typisch Maine“ – zumal „typisch“ ja nun wirklich oft genug fotografiert wurde.

Es sind so unglaublich viele Eindrücke hier, so viele schöne Landschaften, so viele schöne und seltsame Dinge. Die Küste unterscheidet sich dabei naturgemäß vom Inland, das wohl sehr waldreich und viel menschenärmer sein soll. Schwer vorstellbar finde ich, dass alles hier auch hervorragendes Skigebiet ist – aber der Schnee ist dann offenbar da. Wie das Inland jetzt im Sommer ist, werde ich ja in den nächsten Tagen erfahren.

Richtig schnuckelig schön fand ich Camden. Urige Pubs, gute Coffeeshops mit leckerem Frühstück, ein schöner Hafen, Kultur (im Amphitheater neben der Bibliothek lief im Rahmen eines Shakespeare Festivals gerade „Romeo und Julia“) und viel Grün:

 

So, hier nun noch einfach ein paar Eindrücke – viel Spaß!

Flamingos scheinen wichtig zu sein – die sind alle aus Plastik und in ganz vielen Vorgärten zu finden. Die neuen Einhörner?

In JEDER Stadt – unglaublich. Besonders schön in der Stadt Mystic – „Mystic Psychic“.

Ein Kinderstuhl mit Seitenstützen für das Köpfchen – so fällt es nicht mehr in den Spinat. Genial!

Ich glaube, ich würde so einiges tun, um in diesem Haus und mit diesem Blick zu leben…

The Maine Beaches – nicht ganz so meins. Es gibt nur wenige Sandstrände, die meisten sind felsig.

Hab einen Sandstrand gefunden!

     

Die Bibliotheken haben es mir in den Neuenglandstaaten ja ohnehin angetan – offenes WLAN, sogar nachts. Und ich bin nicht die einzige, die es nutzt (offensichtlich – sie haben ja nicht auf mich gewartet ;-)). Den ganzen Tag über kommen die unterschiedlichsten Leute, um mit ihrem Laptop in der Bibliothek oder, wenn sie geschlossen ist, in unmittelbarer Nähe zu arbeiten. Ist das bei uns auch so? Ich könnte es gar nicht sagen.

Meist sind die kleinen Gemeindebibliotheken auch noch total süß:

 

Im nächsten Beitrag gibt es wieder den großen Übernachtungsreport – der geneigte Leser, der bis hierhin gekommen ist, darf gespannt sein!

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