Frust und Freude

Ich habe eine neue Medizin für schlechte Tage gefunden: an Josi rumschrauben. Einige von Euch habe ich bereits mit meinem Stolz belästigt, die anderen dürfen davon natürlich nicht verschont bleiben. Ich habe ALLEIN:

  • die Verkleidung abgebaut,
  • die Batterie ausgebaut,
  • den Luftfilter ausgebaut,
  • und den Luftfilterkasten ausgebaut (kommt tatsächlich erst danach)
  • und bin nun an den Zündkerzen angelangt.

Deren Wechsel steht heute auf dem Programm – ich werde berichten. Die leise Ahnung, dass das Zusammenbauen schwieriger wird als das Auseinanderbauen, schiebe ich erstmal zärtlich und elegant beiseite…

Warum nun aber Frust, schlechte Tage und die Notwendigkeit für Medizin, welcher Art auch immer?

Der letzte Monat war einfach beschissen. Eigentlich war fast nichts dramatisch, aber alles irgendwie unverschämt anstrengend. Der Teilzeitjob bei POLO macht immer noch Spaß, aber das Gehalt ist einzelhandelstypisch doch etwas knapp. Deshalb musste ich zum einen ein paar Gelddinge regeln, was zwar super geklappt hat, aber auch anstrengend war. Ist Geldkrams ja meistens, für mich zumindest. Zum anderen hatte ich mich entschlossen, ein Zimmer meiner Schnuckelwohnung unterzuvermieten an eine Bekannte, die nur ein bis zwei Tage pro Woche hier sein wollte. Aber alles kam anders und wir beide funktionierten überhaupt nicht miteinander. Und dabei brauche ich meine entspannte Alleinzeit doch so sehr!

Als wäre all das nicht genug, war da ja noch der Autorenwettbewerb, bei dem ich meinen Moab-Abenteuer eingereicht habe. Das Verfassen war aufregend, das Warten noch viel mehr. Leider ist meine Geschichte nicht unter die zehn Gewinnergeschichten gekommen. Und obwohl ich weiß, dass es dafür siebentausend Gründe geben kann (und ich ein oder zwei gute davon sogar ahne), war und bin ich traurig. Es wäre einfach zu schön gewesen. Und eine erste Bestätigung, dass das, was ich schreibe, auch von Fremden gelesen werden will.

Ich glaube, das ist es vor allem: der Zweifel daran, dass das, was ich da schreibe, gut genug ist für die Welt da draußen. Familie und Freunde finden das ja gezwungenermaßen toll – und auch wenn mein Schatz Deutschlehrer ist, ist er nicht völlig objektiv.
Diese Zweifel, dazu die Herausforderungen, den neuen Lebensstil zu realisieren und dann  noch die unerwartete Katastrophe mit der Mitbewohnerin – das hat mich diesen Monat echt geschafft. Zumal ja alles auf diesem Buchplan aufgebaut ist. Ich könnte es ja auch lassen, wieder einen feinen 40-Stunden-Job suchen und mir eine ruhige zweite Lebenshälfte machen. Bah, das klingt nicht gut…

Und deshalb höre ich jetzt auch auf zu jammern – zumal inzwischen Dezember ist und nicht mehr kack-November. Und überhaupt:

In diesem Sinne freue ich mich jetzt auf das Werkeln an Josis Zündkerzen und einen entspannten Nachmittag mit meinem Liebsten.

Und nachher wird auch noch was vorgelesen – ich gehe jetzt einfach davon aus, dass Ihr das hören wollt :-).

Und ab morgen schreibe ich endlich am Buch weiter, das lag im November auch komplett brach. Vom Verlag hab ich einen wertvollen Hinweis für weitere Schritte bekommen – die Teilnahme am Wettbewerb war also nicht ganz umsonst.

Alles wird gut – wie auch immer.

Bis nachher!

PS: Für die, die noch ein Weihnachtsgeschenk für mich suchen, hier der ultimative Tipp:

Ich trage Größe S und bevorzuge V-Ausschnitte ;-).

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Bildquellen: Beitragsbild (c) lexleader.net und Shirt: (c) spreadshirt.de

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