Das schmerzt.

Habt Ihr von der Opiod-Krise in den USA gehört oder gelesen?

Jeden Tag (!) sterben etwa 100 (!!!) Menschen an dem Medikament, das überall als absolut harmlos verkauft wird: OxyContin.

In Moab, Utah.

Auf meiner Tour habe ich Hinweise auf Selbsthilfegruppen gesehen – aber es scheint, als müsse das Ganze noch sehr viel schlimmer werden, damit sich wirklich was tut. Denn die Verantwortlichen verdienen sich natürlich eine goldene Nase.

Die ARD hat einen deprimierend-erhellend Bericht gezeigt:

https://www.ardmediathek.de/tv/ttt-titel-thesen-temperamente/Horrordroge-auf-Rezept/Das-Erste/Video?bcastId=431902&documentId=53710370

 

(c) Beitragsbild: https://rwcnews.com

Beitrag teilen

Klein, aber fein – das Motorrad Globetrotter Treffen in Struppen

Ich freu mich, Anfang Mai wieder von meiner Tour erzählen zu können! Im kleinen, aber feinen Struppen… Was? Wo das ist? Wartet – hier: „… auf der linkselbischen Seite der vorderen Sächsischen Schweiz im Rathener Elbbogen zum Teil auf einer Hochebene – der Struppener Ebenheit.“ Alles klar? Grob gesagt: Zwischen Dresden und der tschechischen Grenze, nicht weit von Elbsandsteingebirge und Sächsischer Schweiz. Also in einer traumhaften Gegend, die manchmal auch an die USA erinnert.

… findet nun das ebenso kleine und ebenso feine Motorrad Globetrotter Treffen statt. Motorradfreunde, die ich im Apfelhotel kennengelernt hab, haben mich auf das Treffen hingewiesen, es muss echt schnuckelig sein. Für die riesigen Treffen mit hunderten Motorrädern bin ich ja nicht gemacht.

30 Minuten Redezeit habe ich, danach versinkt das Mikro im Boden. Das reicht natürlich nicht für die ganze Tour – ich denke, ich werde mit den Anwesenden nach Wyoming, Colorado und Utah reisen. Ist irgendwie auch das Herz meiner Tour.

Ich bin gespannt und ich freu mich!

___

Beitragsbild: (c) Iven Eissner, http://www.eissner-dresden.de

Beitrag teilen

Laura’s Dream

Laura habe ich in einem schnuckeligen Diner nördlich von Ogden, Utah, kennengelernt. Nachts herrschten inzwischen Temperaturen um 0°C – für mich nicht unbedingt eine Einladung zum Zelten. Trotzdem hätte ich es getan – der Inhaber des Diners hatte mir seinen Innenhof angeboten.

Mit Lauras Mom.

Plötzlich kam ein „You can sleep on my couch!“ von links – dort saß Laura. Aus dem Nichts bot sie mir die Couch in ihrem Apartment an, in das sie erst einige Tage zuvor eingezogen war. Ich habe bei ihr ganz wunderbar geschlafen und ich freu mich sehr, dass sie mich und Euch an ihrem größten Traum teilhaben lässt:

„My biggest dream is to start an organization that provides housing, education, and developmental opportunities for children in foster care where they can progress and be better prepared for their future in an environment that is supporting and loving.“

Dass Laura fürsorglich ist, habe ich selbst erlebt – neben ihrer Badewanne konnte ich noch allerlei Beautyprodukte ausprobieren, während sie mit einer Freundin unterwegs war.

Vertrauen und Fürsorge – danke für beides, Laura, und von Herzen alles Gute für Deinen tollen Traum!

 

 

Beitrag teilen

Utah – tatsächlich nochmal Utah

Manch einer mag ab und zu auf meine „Hier treib ich mich rum“-Karte schauen und sich gewundert haben, warum ich mich nach meiner Zeit in Kalifornien nicht direkt nach Osten, sondern nach Nordosten bewegt habe.

Was soll ich sagen? Meine Mutter ist schuld. Das haben Mütter ja tendenziell so an sich, und es ist in diesem Fall – ebenso wie natürlich in allen anderen – wahr. Vor nunmehr 19 Jahren, also 1998, hat sie mir eine Postkarte aus dem Bryce Canyon in Utah geschickt. Und diese Landschaft sah so toll aus, wie nicht von dieser Erde, dass ich den Canyon seitdem sehen wollte. Dafür, dass er in Utah liegt, wo ich ja mein spezielles Abenteuer hatte, kann der arme Canyon ja nichts. Für mich war klar: Da muss ich hin, auch wenn es einen Umweg auf dem Weg nach Florida bedeutet. Und überhaupt sind wir ja großzügig – wir geben Utah eine zweite Chance.

Wenn man aus Südwesten zu den Canyons will, kommt man durch Kanab – ein kleines Städtchen, in dem unzählige Western gedreht wurden. Man fühlt sich ein wenig wie in deren Kulissen – nur dass es keine Kulissen sind, sondern voll krass echte Natur und echt alte Häuser. Verrückt.

 

Überhaupt hat man in Kanab das Gefühl, dass hier die spannenden Dinge und auch die Canyons ganz nah beieinander liegen:

Wer aber jemals durch die Staaten gefahren ist, weiß, dass dem nicht zu trauen ist. Alles ist 70x weiter als gedacht und dann nochmal die Hälfte drauf. Mindestens. Deshalb habe ich mich in Kanab auch nochmal ordentlich bei einem Mexikaner gestärkt, problemlos mit meiner Kreditkarte bezahlt (Leser meiner Abenteuer ahnen, was kommt) und mich dann dem Campingplatz von Kanab genähert. Weil die Nachttemperaturen um die 4° liegen sollten, wollte ich mir für 40 Dollar ein kleines Cabin, eine Ein-Raum-Holzhütte mit Pusteheizung, gönnen. Und natürlich funktionierte meine Kreditkarte … mal wieder nicht. Ich war nur halb überrascht, aber vollständig angepisst, denn gerade an diesem Abend war ich kaputt, durchgefroren, stinksauer, alles. Tapfer fragte ich nach Kirchen im Ort und geschützten Orten für ein Zelt, als Jo, die Platzwartin, mir umsonst einen Platz für George gab. Und auch wenn ich es inzwischen gewohnt war, mir anständige Plätze zu suchen, war ich heilfroh, das nun nicht mehr tun zu müssen.

Es wird noch besser: Als ich dabei war, George aufzubauen, bahnten sich zwei Taschenlampen ihren Weg durchs Dunkel des Platzes: Jo und ihr Mann. In den Händen eine Tüte mit Lebensmitteln – und ein Bündel Geldscheine, das sie mir zusteckte, als ich mich verdutzt und gerührt für die Lebensmittel bedankte. Ich hab den beiden dreimal gesagt, dass ich Geld habe und nur nicht rankomme – sie ließen sich nicht von ihrer Aktion abbringen. Ich wollte ihnen klarmachen, dass ich nicht bedürftig war und ihre Gaben in diesem Sinne auch nicht verdiene. Aber der Witz war ja, dass ich in diesem Moment sehr wohl bedürftig war. Denn bis ich das mit meiner Karte geklärt hätte, könnte ich weder Josi noch mich mit Energie versorgen.

Ich hab vor dem Schlafengehen gar nicht mehr geschaut, wie viel Geld es war. Denn ob 5 Dollar oder 20, es war einfach überwältigend. Am nächsten Morgen dann das große Schlucken: 100 Dollar. Für ein reiches – allein schon, weil weiß, gebildet und aus Deutschland – Mädchen, das es nicht auf die Reihe kriegt, genügend Bargeld oder eine zweite Kreditkarte dabeizuhaben. Natürlich bin ich nochmal zu Jo gegangen und habe versucht, ihr das Geld oder wenigstens einen Teil zurückzugeben – keine Chance. Ihre einzige Bedingung: „Pay it forward.“ Den Gedanken mag ich ohnehin: Einen Gefallen nicht (nur) zu erwidern („to pay back a favor“), sondern weiterzugeben („to pay it forward“) an jemanden, der einem bedürftig über den Weg läuft.

Versprochen, Jo!

Zu erwähnen ist noch, dass die Kreditkarte wieder funktioniert – von ebenso unregelmäßigen wie unerklärlichen Ausnahmen abgesehen. Natürlich.

So, jetzt aber auf zum Bryce Canyon. Wie so oft hatte ich das Gefühl, schon auf dem Weg zu einem Canyon durch besondere Landschaften und Strukturen zu fahren. Einerseits scheint das logisch, andererseits bin ich immer wieder erstaunt, welch unterschiedliche Gegenden, Sandfarben, Felsstrukturen etc. in nächster Nähe zueinander liegen.

In jedem Fall habe ich auf dem Weg von Kanab zum Bryce Canyon endlich verstanden, warum die Dinosaurier ausgestorben sind: zu Tode gequatscht von einem fusseligen Säugetier…

Ich hab schon davon gehört, dass das passieren kann – aber es wird wohl nicht in den Schulen gelehrt, weil es einfach zu absurd erscheint. In jedem Fall sind dort Fußspuren der armen Wesen zu sehen.

Auf dem Weg zum Bryce Canyon müssen die Touristen natürlich nochmal abgezockt werden – allerdings nur bis Ende Oktober. Jetzt sind die Läden der Westernstadt geschlossen, was Deputy Sheriff Gynsburgh nicht davon abhält, das Gefängnis zu testen – und es offensichtlich für gut zu befinden.

Dass er beim anschließenden Klamottencheck aber nur auf mein – zugegebenermaßen ungewöhnlich üppiges – Dekolleté geschaut hat, fand ich dann doch etwas verstörend.

Endlich im Canyon… Wir alle wissen, dass Bilder gerade solche Orte und Regionen nicht angemessen zeigen können – nehmt das Kommende also als Eindruck. Fahrt mal hin – es ist wirklich toll! Und man fühlt sich tatsächlich an die Kleckerburgen aus dem Ostseeurlaub erinnert!

Man kann – wie in vielen Canyons – auch hinabsteigen…

… und hat dann natürlich noch ganz andere Perspektiven:

Und natürlich die:

 

Wenn das jetzt alles ruhig, schön und friedlich aussieht, dann keine Sorge: Das war es nicht. Die Hälfte der Zeit war ich stinkig, weil ich hier mit meinem alten Handy fotografieren musste und die Bilder deshalb milchig und oft unscharf sind. Und die andere Hälfte der Zeit hab ich versucht, keine kleinen Japaner über Zäune, Brüstungen oder Felsen zu schubsen. Alter, haben die genervt. Massen von ihnen und dann in Großfamilien mit Omma und dem Zweijährigen, der auf dem Serpentinenweg laufen lernt, während die drei Geschwister hin und her hüpfen. Hätten die sich nicht ein Beispiel an China nehmen können???

Das Schlimmste ist aber, dass jeder Japaner ab 8 Jahren ein Handy zu haben scheint. Einen Handystick hat immer nur das jeweilige Familienoberhaupt, das damit auch die Macht besitzt, Omma, Partner/in und alle Kinder hin und her zu scheuchen und für Fotos posieren zu lassen. Aber nicht nur für EIN Bild – nein. Alle möglichen Konstellationen werden durchexerziert, gnadenlos gegen alle und jeden. Währenddessen warten die anderen Touristen darauf, dass der Weg frei wird. Und der Fotospot – denn der muss ja ganz toll sein, wenn die eine Familie da zwei Stunden lang Bilder gemacht hat.

Gern sitzen sie – gerade die Teenager (diese Jugend!) – dicht an dicht auf den Geländern und Brüstungen, hinter denen die Naturschönheiten zu sehen wären, wegen derer man angereist ist. Ist egal, dass keiner an diesen Gören vorbei- oder gar durchschauen kann…

Es war unsäglich und mein Blutdruck – sonst eher unterirdisch – war dauerhaft in medizinisch bedenklichen Höhen. Ich bin ja nicht fremdenfeindlich, aber… Ihr wisst schon. Japaner hab ich echt gefressen.

Inzwischen war es halb sechs am Abend und es wurde kälter und dämmrig. Als Besucher ist man auf 9.000 Fuß (Kiel liegt auf 16,4 Fuß) und entsprechend arschkalt ist es da. Die meisten Besucher strömten jetzt in Richtung Ausgang, ich aber wollte noch ein oder zwei andere Punkte des Parks sehen. Auf jetzt leeren Straßen bin ich also noch so circa 20 Meilen reingefahren und auch etwas höher – ich hatte alles für mich, auch den Schnee.

Natürlich hab ich mal wieder gefroren, aber die Straßen waren trocken. Belohnt wurde ich mit dem Gefühl, den Sonnenuntergang ganz für mich allein zu haben:

Ich hatte während der kalten Nächte seit Nevada immer wieder überlegt, ob es sich lohnt, noch einmal hoch nach Utah zu fahren. Und das hat es – selbst mit Japanern.

Beitrag teilen

Für alle, die meinen Blog NICHT abonniert haben

Jetzt mal auf der Meta-Ebene 🙂

Offenbar gibt es Menschen, die die Abo-Funktion dieses Blogs…

  • … nicht kennen.
    Damit bekommt man automatisch eine Nachricht ins Email-Postfach, sobald ich die Welt mit einem neuen Artikel beglücke.
  • … nicht finden.
    Bei Computer und Laptop: rechts in der Seitenspalte.
    Auf Handys: irgendwo ganz unten unter den Texten, total bescheuert.
  • … nicht wollen.
    Sie schauen lieber alle paar Tage in den Blog, ob ganz oben ein neuer Artikel hinzugekommen ist. Total legitim und heutzutage vielleicht auch entspannter, als mit allem Möglichen konfrontiert zu werden.

Ohne die Abo-Funktion entgehen einem jedoch Artikel, die nicht fein als neueste ganz oben eingeordnet werden, sondern irgendwo zwischen anderen. Zum Beispiel, weil die Autorin nicht mit dem Schreiben hinterherkommt und immer mal wieder was aus der Gegenwart schreibt, bevor sie alle Lücken aus der Vergangenheit auffüllt. Schande.

Gruppe 1 und Gruppe 2 dürfte nun geholfen sein.

Gruppe 3 wollte ich eigentlich an dieser Stelle anbieten, immer einen kurzen Hinweis auf neu erschienene Artikel zu geben. Aber das ist doof, weil 1 und 2 dann auch eine Benachrichtungsemail für diesen Hinweis bekommen – zusätzlich zu der zum eigentlichen Artikel. Ich fürchte, das könnte nerven, zumal sie ja mit dem Abo alles richtig gemacht haben.

Wer also das hier liest und trotzdem kein Abo einrichtet (immer noch legitim!), muss einfach ab und zu mal im Verlauf schauen. Im Grunde ist die Lücke zwischen South Dakota Mitte September – unterbrochen vom Zwischenmist in Utah Anfang Oktober – und meinem Geburtstag in San Francisco Ende Oktober. Also da immer mal wieder schauen!

Oder hat jemand eine bessere Idee? Dann her damit!

Beitrag teilen