Wer braucht schon Schnee…

… für gute Weihnachtstage?

Eben – das wirklich Gute geht auch ohne, was auch immer das für Dich sein mag.

Ich wünsche Dir schöne Weihnachtstage, die Du hoffentlich entspannt mit Deinen Herzensmenschen verbringen kannst!

Eva

PS.: Die Bilder stammen aus Mississippi (gegen Ende meiner Tour) und aus dem traumhaft schönen New Mexico (wo ich mein Herz an das Örtchen Jemez und seine Menschen verloren habe).

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Santa Season in Santa Fe

Geht es Euch auch so? An den Tagen nach Weihnachten werde ich immer ein wenig wehmütig.

Vor dem 24.12. der ganze Stress (dem ich ja diesmal entgangen bin), dann mit Glück einen, mit Pech zwei und mit viel Pech drei Tage mit Menschen, deren Gesellschaft nicht zwingend ganz oben auf der eigenen Wunschliste steht.

Und wenn das alles geschafft ist, lugt der Alltag schon wieder grinsend um die Ecke. Einige müssen zwischen den Jahren arbeiten – ob am Arbeitsplatz oder am Schreibtisch zu Hause -, andere müssen schon wieder Dringendes erledigen in Geschäften, denen man die Weihnachtstage nur an den reduzierten Weihnachtssachen anmerkt.

Mir geht das Ganze jedenfalls immer viel zu schnell vorbei. Ebenso wie die gesamte Dezemberbeleuchtung, der irgendwann im Januar der Strom abgedreht wird. Als ob die Zeit nach Weihnachten, der Rest des Januars und der Februar mit Kälte und Dunkelheit nicht auch etwas extra Schönheit vertragen könnten.

Deshalb dachte ich mir, ich entführe Euch nach Santa Fe. In dieser ganz besonderen Stadt war ich Ende November – und fand die Atmosphäre ganz wunderbar.

In den Wintermonaten werden massenhaft Chilis geerntet und zu unterschiedlichsten Hängegebilden verarbeitet. Die werden dann zusammen mit Weihnachtsbäumen überall in der Stadt verkauft und dann an Türen, Gebäuden und auf Plätzen aufgehängt. Allein durch ihr kräftiges Rot wirken die Chilischoten weihnachtlich – und durch die Nähe zum Weihnachtsgrün nochmal mehr.

Die Weihnachtsbeleuchtung auf dem Alten Marktplatz von Santa Fe wurde an verschiedenen Stellen beworben. Bei der „Ersterleuchtung“ Ende November scheint alles voller Menschen zu sein, die „Ah!“ und „Oh!“ rufen. Das hatte ich zwar um ein paar Tage verpasst, wollte aber trotzdem sehen, was da so schön ist.

Auf dem Weg vom Hostel in die Innenstadt gab es einiges zu bestaunen. Ich bin zu Fuß gegangen – die Entfernung gab das her – und es war beeindruckend, wie einheitlich das Stadtbild ist, ohne gezwungen oder langweilig zu wirken. Von Einfamilienhäusern über Reihenhäuser, Verwaltungsgebäude, Autowerkstätten bis hin zu McDonald’s ist alles im Adobe-Stil gehalten. Adobe ist die Bezeichnung für einen luftgetrockneten Lehmziegel, aus denen seit Jahrtausenden kleine Häuser und riesige Pyramiden hergestellt werden. Und eben auch die Häuser in Santa Fe. Eine stringente Stadtplanung seit den frühen 1900-er Jahren hat das ermöglicht: Neue Gebäude durften nur in diesem altmexikanischen Pueblo- bzw. Adobe-Stil erbaut werden; bestehende Gebäude wurden restauriert. Nur wenige Gebäude haben mehrere Stockwerke. So sieht dann sogar ein McDonald’s erträglich aus.

Die ganze Stadt wirkt entspannt, bodenständig, menschenfreundlich. So etwas hatte ich bisher noch nicht gesehen. Hier sind einige Bilder von Onkel Google.

Allerdings habe ich mich auf dem gesamten Weg gefragt, was diese unsäglichen Plastikzipfeltütchen sein sollten, die fast jedes dieser schönen Häuser verunstalteten. Schutz für irgendwelche Holzteile? Restaurierungen? Keine Ahnung…

Während ich durch die Straßen streifte, entdeckte ich in der katholischen Kirche, dass Santa Fe tatsächlich sein eigenes Wunder erlebt hat: Mit St. Kateri Tekakwitha wurde hier die bisher einzige Native American der amerikanischen Geschichte heiliggesprochen. Ihr Leben war dafür auch nicht ganz so spaßig – ich hoffe, das war es wert…

Am Alten Markt angekommen, konnte ich zusehen, wie er immer bunter wurde. Das ist sicherlich Geschmackssache, aber zum Farbenlernen ist es grandios:

Wer braucht schon Drogen, wenn er das hier anschauen kann?

Auf dem Rückweg ins Hostel wurde dann klar, wofür die Plastikzipfelmützchen auf den Häusern dienten: Es waren Windlichter! Hier war also die Weihnachtsbeleuchtung für die Spießer, zu denen ich mich in diesem Fall gern zähle. Ruhig, dezent, stilvoll, wunderschön und über die ganze Stadt verteilt:

Meine Kamera konnte das nicht angemessen einfangen, aber ich hoffe, dass Ihr einen Eindruck bekommen habt.

In diesem Sinne wünsche ich Euch, dass Ihr schöne, ruhige Weihnachtstage hattet und dass Ihr die Stimmung noch eine Weile mitnehmen könnt!

Und ich danke Euch sehr dafür, dass Ihr meinen Blog bis hierhin gelesen habt – und hoffentlich dabei bleibt! Gern möchte ich Euch nämlich Anteil daran geben, wie aus der Reise hoffentlich ein Buch sowie Abende mit Erzählen, Lesen und Bilderschau werden!

Ein erster aufregender Termin steht schon fest: ein zweistündiges Radiointerview Ende Januar. Der genaue Termin folgt selbstverständlich!

Liebe Grüße aus Kiel

Eva

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Driving home for Christmas

Ich bin zuhause. Und es ist gut.

Drei Tage auf den Florida Keys haben mich versöhnt. Ich konnte – legal! – ohne Helm über die vielen langen und kurzen Brücken dieses Paradieses fahren, wie ich es mir schon seit Jahren vorgestellt habe…

… noch ein wenig Restbräune mitnehmen, zweimal allein an einem (leider noch hurrikanverwüsteten) Strand zelten…

… und hier auch, quasi an meinem Privatstrand, im Atlantik baden:

Nur der Dicke ließ sich nicht dazu bewegen, ins Wasser zu gehen – aber er ist ja auch so dekorativ genug.

Die Keys waren der perfekte Abschluss für mich. Danach hieß es, nach Miami fahren und Josi für ihre Überfahrt abzugeben. Ich wusste, es würden gute Hände sein – schließlich hantieren diese vorrangig mit Traumautos. Kurz habe ich überlegt, mich über Nacht in der Halle einschließen zu lassen – aber da waren überall Kameras…

Dann hieß es freilich, ohne Josi zum 12,3 km entfernten Flughafen zu kommen. In meiner energisch-deutschen Euphorie bin ich erstmal zu Fuß los – 14 kg Gepäck hatte ich auch schon auf dem Jakobsweg getragen, und zwar 974 km weit. Dass dieses Gepäck damals in einem tollen Rucksack und nicht in zwei Schlenkertaschen, ich damals Wanderschuhe und keine Motorradstiefel getragen habe und ich vor allem fast 20 (krächz…) Jahre jünger war, fiel mir dann so Schritt für Schritt ein. Eben die Erkenntnisse, die man beim Laufen so hat. Geld für ein Taxi wollte ich nicht ausgeben, Trampen klappte nicht – blieb also nur, Polizisten, die gerade an einer Ampel warteten, um eine Mitfahrgelegenheit zu bitten. Hat geklappt! Was soll ich sagen: Die Polizisten in den USA sind super – das belegt meine Quer-durch-alle-Staaten-Analyse ganz eindeutig.

Die Wartezeiten auf den Flughäfen in Miami und Brüssel habe ich mir mit der letzten Handwäsche der Saison…

… und allerlei Beobachtungen versüßt:

Käse mit Brie-Geschmack…

So richtig absurd war, dass Menschen 15 Dollar dafür bezahlen, ihre stabilen und robusten Koffer, die zur Unterscheidung von anderen Koffern verschiedene Designs haben, mit einer Plastikfolie zu umhüllen, die den Koffer vor Reisespuren schützt und ihn optisch an hunderte andere angleicht, so sie derselben Prozedur unterzogen wurden. Und das nicht nur in blau bei den verrückten Amis…

… sondern in grün auch bei den Belgiern:

Bescheuert. Und aus Umweltsicht unerträglich.

Jetzt bin ich zuhause. Wurde von meinem Liebsten am Flughafen abgeholt, habe Badewanne und Kuschelbett genossen – Letzteres 13 Stunden lang. Tja, gekonnt ist gekonnt! Ich bin noch nicht ganz sicher, wie es ist, wieder hier zu sein; bisher tut es jedenfalls noch nicht weh.

Naja, nicht mir. Der Dicke leidet schon – unser kleiner Schwarzfußcowboy muss sich an den Gedanken gewöhnen, doch bald ein Bad zu nehmen…

Ich gehe mir jetzt in Kiels schönster Straße etwas Weihnachtsstimmung holen – die Deko in den USA war dazu nicht gerade angetan. Obwohl… Dieser Weihnachtsmann an einem Strand am Golf von Mexiko war schon süß, oder?

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