Nebraska – gaaaaanz viel Gegend…

„Du wirst dich zu Tode langweilen!“ – „Nimm dir bloß Musik mit!“ – „Boah, das ist soooo öde da!“

Ich hab mich richtig auf Nebraska gefreut. Im Ernst. Ich war neugierig auf dieses öde Nichts, auf die Weite. Mich schreckt Nichts ja nicht so und bis ich mich langweile, muss schon einiges geschehen. Und eigentlich dachte ich auch, dass ich ein bisschen Nichts ganz gut gebrauchen könnte nach diesen intensiven ersten beiden Monaten. Was, nicht länger? Nein, nicht länger – und so viel erlebt. In Japan gibt es das Konzept des ma – die Leere zwischen den Dingen. Dieses ma ist ebensowichtig wie die Dinge selbst, weil es hilft, sie zu genießen. Nebraska sollte mein ma werden.

Gegend und Weite und Nichts gibt es in diesem Bundesstaat schon mal genug:

In alldem nur die Geräusche von Wind, zirpende Grillen und ab und zu ein Truck. Das war so wohltuend. Aber ich hab tatsächlich auch Musik gehört während des Fahrens – zum ersten Mal auf dieser Tour. Natürlich Bruce Springsteen mit seinem „Nebraska“-Album und anderes von ihm. Das passte toll zum Dahinfliegen!

Aber es gibt tatsächlich noch mehr in Nebraska – lasst euch überraschen!

Außerdem natürlich Antiquitäten – hier draußen auf dem Land findet man die ganz besonderen Schätze:

Campen & Co. sind in einer solchen Weite natürlich traumhaft. Niemand guckt 😉 und es findet sich immer ein Plätzchen für George. Einmal allerdings hab ich ihn auf einem schmalen Weg zwischen einer Pferde- und einer Kuhherde aufgebaut – das sind vielleicht Geräusche nachts! Und immer mal wieder komme ich über eine Zeitzonengrenze. Und jede Grenze bedeutet eine weitere Stunde für mich! Ich weiß, die muss ich auf dem Rückweg nach Miami wieder hergeben, aber für jetzt ist es schön.

Ach ja, neben ganz viel Gegend gibt es in Nebraska auch ganz viel Mais. Und eben Vieh – die Bewohner hier sprechen schlicht von „crop’n cattle“. Annabelle, die folgenden Bilder sind nur für Dich!

Natürlich gibt es dafür auch die entsprechenden Maschinen – John Deere ist hier ganz groß. Und ohne ins Pornografische abrutschen zu wollen, finde ich doch, dass Josi mit den Maschinen richtig gut aussieht!

Es gibt auch Menschen in Nebraska – und ich hab ein paar richtig nette kennengelernt. Aber dafür müsst ihr auf den nächsten Artikel warten…

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Mondzeit

Plötzlich ist das Ende der Überfahrt in Sicht. Land noch nicht – immerhin. Und Netz hab ich auch noch nicht. Aber die ersten Frachter sind am Horizont zu sehen, während wir in den letzten Tagen komplett allein auf dem Atlantik waren. Die ersten Funksprüche sind zu hören, die Crew ist im Endspurt für die Inspektion in Chester, und der Kapitän gibt mir die Dokumente für den Zoll und für das Homeland Department. Ich überlege noch, ob ich tatsächlich einen Anschlag plane und die bei meinen Kontaktlinsen versteckten Waffen angebe. Den Sinn dieser Fragen habe ich nie verstanden – die entsprechenden Leute haben doch keine Skrupel, bei diesen Fragen zu lügen…

Heute ist Freitag, am Montagabend sollen wir im Hafen anlegen, am Dienstagvormittag dann von Bord können. Jetzt muss ich mir sagen, dass es immerhin noch zweieinhalb volle Seetage sind – und das ist ja nicht wenig. Mist, ich mag diese Art, von A nach B zu kommen; ich will mehr davon… Wo sonst kann man einfach aus der Luke krabbeln und einen mondbeschienen Ozean atmen?

 

Wie dem auch sei – heute habe ich nochmal Wäsche gewaschen und endlich die Protektoren in meinen Motorradanzug befördert – schließlich gehören sie dahin, aber ich habe es vor meiner Abfahrt einfach nicht geschafft. Und ich muss den Anzug nochmal imprägnieren. Die 80-Euro-Supersonderimprägnierung bei einer Reinigung in Kiel hat mich trocken bis Kaltenkirchen gebracht. In Großenaspe fing der Regen an. Gutgläubig, wie ich bin, habe ich meinen Regenanzug nicht mitgenommen – wozu auch bei einer 80-Euro-Supersonderimprägnierung? Na, ich werde in den USA etwas finden, wenn es nötig ist. Aber ich mag diese Ganzkörperkondome auch nicht wirklich, sie sind unhandlich und man schwitzt sich tot. Ein Grund, weshalb ich die 80-Euro-Supersonder… na, lassen wir das.

Hab ich schon vom Fahren durch die verschiedenen Zeitzonen erzählt? Das geht so:

 

Genau. So geht das.

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