Traurig

Wer die ersten Einträge dieses Blogs gelesen hat, erinnert sich vielleicht an meine Freundin Lucy und ihren Mann Klaus. Sie schrieb, meine Reise solle auch ein wenig die Reise sein, die sie beide in diesem Jahr nicht würden antreten können – Klaus sei sehr krank. Gestern rief mich Marlar, eine gemeinsame Freundin, an – Klaus ist vor einigen Tagen gestorben. Vier Monate von der Diagnose bis zu seinem Tod. Absolut unbegreiflich – so schnell kann man das Ganze gar nicht erfassen, geschweige denn fühlen oder einordnen.

Ich bin Klaus einige Male begegnet, als ich Lucy und Marlar in Frankfurt besuchte. Ein ruhiger, charmanter, direkter Kerl mit riesigem Wissen und noch mehr Neugierde. Marathonläufer, Genießer, Ingenieur. Ein ganz, ganz feiner Mensch, der sogar die Größe und den Humor (und die Robustheit 😊) hatte, mit uns drei Mädels plus Alkohol Filme zu schauen. Ihn und Lucy als Paar zu erleben, war ein Geschenk. Sie haben sich relativ spät gefunden und haben sich auf besondere Weise zusammengerauft. Ich weiß gar nicht, ob sie es wissen: Ich habe viel von ihnen gelernt.

Wir gehen meistens davon aus, dass alles gut geht in unserem Leben. Dass wir nicht krank werden – nur die anderen. Und dass wir, sollte es uns irrtümlicherweise doch mal treffen, natürlich wieder gesund werden. Und dass für die Menschen, die wir lieben, selbstredend dasselbe gilt. Vielleicht kommt daher das Gefühl, dass Schlimmes so oft die Falschen trifft – weil wir natürlich mit den Richtigen verbunden sind und die kann es ja nicht treffen.

Schön wär’s. Wirklich schön.

Auf einer Trauerfeier vor einigen Jahren stand in den Karten: „Und wir dachten, wir hätten noch so viel Zeit.“ Vielleicht haben wir die ja – dann sollten wir sie nutzen und uns freuen, dass wir nicht nur Zeit für die schönen Dinge, sondern auch für die Erinnerungen daran haben. Vielleicht haben wir sie aber auch nicht. Das Hinterhältige ist, dass wir es nicht wissen – da erzähle ich ja nichts Neues.

Es steht mir in keiner Weise zu, das zu sagen – aber natürlich tue ich es trotzdem: Leute, kriegt euren Arsch hoch und geht an, was euch wichtig ist. Egal, ob es ein Instrument ist, eine Reise, ein Mensch, eine Trennung, ein Fallschirmsprung oder ein Tauchgang. Wir haben wahrscheinlich wirklich nur dieses eine Leben.

PS.: Die Bilder durfte ich bei meinem letzten Besuch in Frankfurt machen – in dem traumhaften Garten, den Lucy und Klaus geschaffen haben.

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One thought on “Traurig

  1. Pastor Edward Baci

    Very sorry to hear of the loss of your friend. (I read your comments without my German dictionary but I think I understood the general sentiments.) May you some day find much comfort in the divine embrace. Meanwhile, enjoy your journey! Pastor Edward

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