Vom 16-Bett-Zimmer in die Eigner-Suite

Am nächsten Morgen gehe ich zurück zum Bahnhof, wo ich gestern die Hälfte meines Gepäcks in einem Schließfach gelassen habe. Beim besten Willen hätte ich nicht alles zum Hostel tragen können – und was soll ich da auch mit Zelt und Helm?

Ich gönne mir noch einige Stunden in einem Café um zu arbeiten. Ich liebe diese Stunden, in denen ich noch nicht wirklich irgendwohin muss, es sind richtige Zeitoasen. Und zum Glück stört es auch niemanden, dass ich meine Motorradstiefel ausziehe, um die Socken ausdampfen zu lassen. Die Pflanze in der Ecke sah vorher schon so schlecht aus – isch schwöre!

Der Ehrlichkeit halber muss ich aber zugeben, dass ich in diesen Stunden nicht nur entspannt bin. Wie immer vor großen Reisen oder verrückten Unternehmungen kriege ich kurz davor Panik, frage mich, warum ich meinen Arsch nicht zu Hause lassen kann wie andere Leute auch und was ich hier eigentlich tue. Oder habe ich irgendwelche Dokumente vergessen, sodass alles platzt und ich zurück nach Kiel schleichen muss? Zum Glück geht das Ganze bald wieder vorbei – der Satz „Augen auf und durch“ reicht in der Regel. Und meist wird es dann ja auch super und ich bin heilfroh, dass mein Hintern und ich nicht zu Hause geblieben sind.

Mit einem Taxi und all meinem Hab und Gut fahre ich am frühen Nachmittag zum Hafen – fest entschlossen, mein Gepäck dort oder sogar auf dem Schiff zu lassen. Auf dem Weg erfahre ich, dass wir erst Mittwochmorgen ablegen werden und ich an Bord abendessen und übernachten kann. Wahnsinn!

 

Meine Kabine ist richtig schön groß – es ist perfekt. Dazu ein kleines, aber ausreichendes Badezimmer mit Dusche und insgesamt drei Fenster, zwei nach hinten raus (noch spreche ich landrattisch), eines nach links. Alles unverstellt von Containern. Es hat sich gelohnt, die Eigner-Suite für knapp 100 Euro pro Tag zu nehmen. Als Abendessen (ich habe hier Vollpension) gibt es Gulasch mit Kartoffelbrei – gute Hausmannskost. Lecker 😊.

Nach einem kurzen Besuch auf der Brücke falle ich recht bald ins Bett. Noch liegen wir ja im Hafen von Antwerpen, morgen Vormittag soll es losgehen. Und ich bin ganz schön erledigt. Zur Nacht gibt es hier noch ein paar Bilder aus dem Hafen und von der Beladung.

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