Zwei, die nicht schlafen. Und Frankie.

Ja, genau, hier geht es weiter – nachts vor McDonald’s. Nachdem ich mein Zimmer in dem im Voraus gebuchten Comfort Inn (die Trauer um das nicht-Treffen mit Bruce wollte angemessen verarbeitet werden) nicht beziehen konnte, weil meine Kreditkarte trotz Deckung nicht funktionierte, musste ich mich erstmal neu sortieren – schließlich war es schon 21:30 Uhr. Ja, so lange hatte ich den Boss ganz unauffällig gesucht, schnief…

Weil neu Sortieren am besten funktioniert, wenn man etwas Gutes isst und gern auch etwas Schönes trinkt, suchte ich mir dieses hübsche und sichere Plätzchen, um mein mitgebrachtes Sushi und mein – Josi-bedingtes – Wasser zu genießen und nachzudenken. Okay, mitten in der Nacht, drei Stunden vor New York, das mir eigentlich zu groß und zu voll und zu laut und zu überhaupt ist… obwohl… Moment mal… ich hab keinen Ort zum Schlafen… wenn ich da jetzt hinfahre… the city that never sleeps… ich krieg also Kaffee… und ein paar Leute werden wohl hoffentlich doch schlafen… ach, scheiß drauf: Ich fahr nach New York und mache durch! Irgendwie werde ich die Stunden bis Sonnenaufgang schon rumkriegen. Gesagt, getan – und es war genau die richtige Entscheidung für mich.

 

Natürlich wollte ich auch die Grand Central Station sehen, aber Josi mit dem Krams unbeaufsichtigt draußen stehen lassen? Mitten in der Nacht in New York? So sorglos bin nicht mal ich. Aber was soll ich sagen: Ein richtig süßer Kerl namens Frankie trat auf den Plan. Er war mit seinen Kollegen grad mit Straßenarbeiten beschäftigt und bot an, auf Josi aufzupassen, während ich mir den Bahnhof anschaute. Perfekt! Frankie, entzückende 31 und offenbar nebenbei Musiker, hielt ganz autoritär Autos an, damit ich passieren konnte, sperrte Straßenbereiche für Josi ab, damit ich ungestört fotografieren konnte, und passte auf sie auf, während ich in der Halle war. Am Ende wollte er mir unbedingt noch ein Hotelzimmer bezahlen, weil er sich solche Sorgen um mich machte. Frankie, you’re the best! Dass so ein Schnuckelchen dann auch noch ein bisschen mit mir flirtete, hat meiner alten Seele  und meinem ungeduschten Körper natürlich auch nicht geschadet 🙂

 

Nachdem ich genug von New York gesehen hatte, hab ich den Rest der Nacht in einem Café verbracht – bei viel Kaffee und natürlich mit WLAN. Wird hier übrigens komplett von der Stadt New York angeboten, einfach super. Mit der aufgehenden Sonne war dann etwas Bewegung fällig. Zweimal um den Central Park (man, ist der groooooß!), immer staunend, dass Menschen um fünf Uhr tatsächlich schon Sport machen. Unfassbar. Bei einem kleinen Frühstück am Parkeingang beobachtete ich einen älteren Herren (und wieder: Hose bis unter die Achseln), der seine Tasche vor meinen Augen in den Sträuchern versteckte und sein Sportprogramm begann. Ich wünschte, ich hätte auch nur ansatzweise so viel Disziplin! Ich bin schon froh, wenn ich hier alle zwei Tage meine Übungen mache, um nicht vollkommen außer Form geraten nach Deutschland zurückzukommen…

 

Frankie macht übrigens wirklich gute Musik, auch wenn ich sicher nicht die Zielgruppe bin. Und bewegen kann der sich – meine Güte… Also, in den Videos. Ich find’s obercool, dass ich ihn nachts in Arbeitsklamotten kennengelernt habe. Im August geht er nach Portugal auf Tournee. Und sein größter Traum? Menschen mit seiner Musik zu berühren. Schön.

Danke, Frankie, für Deine Hilfe!

Und: Mich bringst Du mit Deiner Musik zum Lächeln, Tanzen und Träumen :-). Viel Erfolg Dir!

Hier ein Video von Frankie – enjoy!

Beitrag teilen

5 thoughts on “Zwei, die nicht schlafen. Und Frankie.

  1. Lucy

    Du hast es genau richtig gemacht, liebste Eva. New York ist nachts am schönsten – man sieht den Dreck nicht so sehr, und sie leuchtet so phantastisch.

  2. Pingback: „Have people been nice to you?“ – Eva-hin-und-weg

  3. Pingback: Parkplatzballett in New York | Eva-hin-und-weg

  4. Pingback: "Kann ich Ihnen helfen?" | Eva-hin-und-weg

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.