Karte USA mit Route

Einfach in die amerikanische Weite hineinfahren – frei und mit unendlich viel Zeit. 2017 habe ich mir diesen Traum erfüllt. Dass fünf Monate dafür viel zu wenig sind, werde ich beim nächsten Mal beherzigen.

Mit Josi, meiner BMW F650GS, Zelt George und natürlich Superbär Gynsburgh erlebte ich einige der schönsten Monate meines Lebens.

Hier geht’s zum Anfang des Abenteuers – viel Spaß beim Lesen und Wegträumen!

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Oglala Lakota des Indianerreservats Pine Ridge

South Dakota – Himmel und Hölle

Nur eineinhalb Tage war ich auf meiner Tour in South Dakota. Keine 48 Stunden – das ist nichts.

Aber diese Stunden haben mich mehr geprägt als viele, viele andere während der fünf Monate. Jetzt, wo ich für das darüber schreibe, ist die Zeit in der Pine Ridge Reservation wieder präsent, die Beklemmung, die ich damals gefühlt habe (Artikel).

Natürlich wird es nicht besser, wenn man dann solche Artikel liest – mit “Statistiken aus der Hölle”.

Ich bin immer hin- und hergerissen zwischen “Man, das ist so schlimm, und man kann sowieso nichts tun, und es gibt so viel Schlimmes auf der Welt – ich kann mich nicht mit allem belasten!” und “Andere mussten/ müssen es erleben, dann sollte ich mich ja wohl zumindest damit beschäftigen!”

Keine Ahnung, wo die Wahrheit liegt – sicher wie immer irgendwo dazwischen. Und sie bewegt sich zumindest bei mir auch abhängig von Tagesform und eigener Situation mal mehr zum einen, mal mehr zum anderen Pol.

In meiner Kindheit und Jugend habe ich meine Indianerbücher (“Die Söhne der großen Bärin”) rauf- und runtergelesen. Bin mit dem Indianerjungen Harka in eiskaltes Wasser getaucht (nur nicht so lange) und mit ihm durch die Prärie geritten. Wenn ich die Natives im Reservat so sehe oder im Artikel oben über die Situation der Kids lese, könnte ich heulen.

Ich hab für diesen Artikel keinen netten Twist, kein versöhniches Ende. Ich weiß nur, dass mir damals der nicht weit entfernte Badlands Nationalpark geholfen hat, wieder durchzuatmen.

Wer noch ein paar Bilder gebrauchen kann, findet sie hier.

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Beitragsbild: (c) Aaron Huea/ Alamy

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Die Amerikaner sind so oberflächlich…

… wie ich pünktlich bin.

Wer mich kennt, liegt jetzt lachend und nach Luft schnappend am Boden – ich gebe Euch noch einen Moment, Euch zu beruhigen.

Ich muss das Thema einfach mal ansprechen, denn es regt mich echt auf. Wir hegen und pflegen dieses Oberflächlichkeitsklischee so liebevoll, sodass es ohne jede Daseinsberechtigung zum Dauerblüher geworden ist. Unser Argument: die berühmte “How are you?”-Frage, die in den Staaten tatsächlich immer gestellt wird. Wir Deutschen sind dann gern entrüstet: “Aber die Antwort interessiert sie überhaupt nicht!” Böse, oberflächliche Amis.

Nö.

Zum einen finde ich es gut, dass diese Frage überhaupt gestellt wird. Je nachdem, wie einem grad ist und wie das Verhältnis zur fragenden Person ist, steht es jedem ja frei, mehr oder weniger offen zu antworten. Wird eine solche Frage gar nicht erst gestellt, werden wohl nur die Wenigsten mal eben so ihr Seelenleben ausbreiten.

Zum anderen wurde im Rahmen einer Studie (Quelle folgt!) festgestellt, dass 67% der Deutschen auf die Frage “Wie geht’s?” mit “Gut.” antworten, selbst wenn es ihnen nicht gut geht.* Was ihr gutes Recht ist – siehe oben. Aber meiner Meinung nach kann man nicht das Recht auf eine solche kleine Lüge für sich beanspruchen und sich dann darüber beschweren, dass sich jemand nicht für diese Lüge interessiert.

Wie ich jetzt darauf komme?

Im Juli 2017 hat legte mein Containerschiff Independent Spirit in Chester, Philadelphia, an. Unfasssbar, dass das bald zwei Jahre her ist… In den folgenden Wochen und Monaten habe ich die wunderbarsten Amerikaner kennengelernt. Zu den meisten von ihnen habe ich tatsächlich noch Kontakt und dafür staune ich voller Dankbarkeit.

Von Sherry aus Illinois, die mit der Horseshoe Bar den urigsten Pub im Mittleren Westen führt, habe ich vor einigen Tagen die witzigsten Pub-Shirts überhaupt bekommen.

Bisher darf ich nur das langärmelige anziehen (s. ganz oben), weil Gynsburgh die anderen für sich und seine Stummelärmchen reklamiert, aber noch habe ich Hoffnung, sie auch mal tragen zu dürfen.

“I got lei’d* at Horseshoe Bar
*hawaiianische Abwandlung von “laid”
“Ich wurde in der Horseshoe Bar flachgelegt”

Klar, dass Gynsburgh dieses Shirt liebt.
I would cuddle you so hard — Ich würd dich knuddeln wie verrückt.

Amin, der Taxifahrer, der mich auf der Suche nach Josi kühn durch die unbekannten Weiten des Baltimorer Frachthafens gefahren hat, füttert meinen Wunsch, mit dem Motorrad durch Pakistan zu fahren. Es ist sein Heimatland und muss atemberaubend schön sein.

Steve aus Berlin versorgt mich immer wieder montags mit Bildern, Musik und Anekdoten aus dem “Hotel Atlantic” in Berlin – was war das für ein toller Abend damals!

Mit Chris, dem Bestatter aus Higginsville, Missouri, diskutiere ich online leidenschaftlich über das amerikanische Waffenrecht, mit Porky, dem wunderbar verrückten Motorradbastler aus Wyoming, der mich spontan bei sich beherbergt hat, über Trump und die Baufortschritte in seiner Scheune.

Gut, die Musikerin Spring, Mitglied der Starbuck’s Gang in in Keyport, New Jersey, hatte sich etwas zurückgezogen. Dafür hat sie in den letzten beiden Jahren sowohl den Schock über ihre Krebsdiagnose, als auch den Krebs selbst überwunden. Das lasse ich gelten.

Also, ich hab da drüben nichts Oberflächliches gefunden. Zumindest nicht mehr als hier in Deutschland.

Und jetzt versuche ich nochmal, an die kurzärmligen Shirts von Sherry ranzukommen.

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*Kantar EMNID-Institut im Auftrag von chrismon: https://chrismon.evangelisch.de/artikel/2019/43282/umfrage-welche-luegen-lassen-sie-noch-durchgehen

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Steinbeck – ich, Rosinante – Josi, Charley – Gynsburgh. Noch Fragen?

Höchstens eine weitere Parallele: Nämlich, dass die von uns (wenn auch zeitlich knapp versetzt) unternommenen Reisen durch die USA viele gemeinsame Abschnitte hatten.

Gynsburgh hat seine Nähe zu Steinbeck und dessen Freunden ja bereits auf unserer Überfahrt in die Staaten entdeckt:

Wer ihn kennt, ahnt, dass es von da noch ein kleines bisschen schwerer mit dem Dicken auszuhalten war. Aber natürlich muss man ihn einfach lieben… Und meine Mutter konnte das ja nicht ahnen, als sie mir das Buch geschenkt hat. Das sich übrigens auch noch grandios liest.

Wie dem auch sei: Natürlich haben wir das Steinbeck-Museum in Salinas, Kalifornien, besucht und waren hellauf begeistert. Bücher und Filme sind hochspannend und kreativ dargestellt – wer in Kalifornien ist, muss da einfach hin.

Wer jetzt genug von Gynsburgh gesehen hat und noch mehr von Steinbeck sehen und erfahren will, wird hier fündig. Arte hat bis Ende April eine Doku über die Steinbecks Tour in der Mediathek.

Viel Spaß!

 

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Wer braucht schon Schnee…

… für gute Weihnachtstage?

Eben – das wirklich Gute geht auch ohne, was auch immer das für Dich sein mag.

Ich wünsche Dir schöne Weihnachtstage, die Du hoffentlich entspannt mit Deinen Herzensmenschen verbringen kannst!

Eva

PS.: Die Bilder stammen aus Mississippi (gegen Ende meiner Tour) und aus dem traumhaft schönen New Mexico (wo ich mein Herz an das Örtchen Jemez und seine Menschen verloren habe).

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Voller Überraschungen: der Grand Central Terminal in New York

Ein bisschen bin ich ja doch noch Lehrerin. So will ich zum einen mit meinem Buch auch etwas Wissen vermitteln und betreibe dafür zum anderen auch ein wenig Recherche. Beim Kapitel über meine Nacht in New York hab ich diesen Beitrag über den Grand Central Terminal gefunden – und ein paar Mal gestaunt. Ich wette, es wird Euch ähnlich gehen – viel Spaß dabei!

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