Deer Isle

Ihr Lieben, wer jetzt den angekündigten Übernachtungsreport erwartet, muss sich noch ein wenig gedulden. Erst muss ich Euch noch von der Deer Isle erzählen, die meinen Abschied von der Ostküste markiert. Ich bin durch John Steinbeck auf die kleine Insel in Maine aufmerksam geworden – ich hatte Euch von seinem Reisebericht erzählt und davon, dass Gynsburgh seitdem auf der Suche nach illustrer Verwandtschaft ist.

Steinbeck wurde damals geraten, niemals jemanden aus Maine oder gar von der Isle nach dem Weg zu fragen. “Wir finden es irgendwie lustig, die Leute in die Irre zu schicken, und dabei lächeln wir nicht, aber wir lachen innerlich. Das ist unsere Natur.” Mir ist nichts dergleichen passiert, aber mit diesen Worten im Kopf musste ich doch grinsen, als ich das Schild sah :-).

Die Isle ist tatsächlich traumhaft schön. Es waren wenig Touristen da – und ich weiß, dass das angesichts der Tatsache, dass ich selbst eine Touristin bin, eine zwiespältige Aussage ist. Alles ist verlangsamt, überall blitzt das Meer durch. In ganz Maine spielen Ebbe und Flut eine große Rolle – je nördlicher, umso stärker und offenbar bis zu 15m im hohen Norden. Ich muss gestehen, dass ich das gar nicht auf dem Schirm hatte… Die Straßen auf der Insel sind ein Traum. Es gibt nicht nur überraschend viele Kurven, sondern ebenso überraschend viele  Steigungen und Gefälle, die diese Namen auch verdienen – großartig. Ich war selig, Gynsburgh war kotzübel. Aber er wollte ja unbedingt vorn sitzen…

Meine Entscheidung, in Corys Restaurant “There’s a Treat” Nachos zu essen, bedeutete gleich mehrere schöne Treats für mich: Ich durfte auf dem Rasen hinter dem Restaurant zelten, George konnte dort am nächsten Morgen in Ruhe trocknen…

… und Cory empfahl mir das Café “44 North Coffee”. Der Kaffee dort ist wirklich phantastisch und die Aktion, aus Strandplastik was Schönes zu machen, gefiel mir ohnehin.

Alles zusammen führte dazu, dass Josi jetzt einen weiteren Aufkleber trägt, der mich zudem immer zum Lächeln bringt, weil ich an die Deer Isle erinnert werde:

Hier einige Eindrücke von der Insel:

Ich habe auch tatsächlich einen Strand gefunden, der diesen Namen verdient. Neben den überfüllten dunkelsandigen Stränden direkt an den Hauptstraßen gibt es in Maine nämlich fast nur felsige Bereiche, um ins Wasser zu gehen. Wenn also die Namen Rockport, Rockbeach, Rockland, Rocky Beach usw. auftauchen, darf man das durchaus wörtlich nehmen. Der “Sandy Beach” hier sah auf den ersten Blick tatsächlich sandig aus. Auf einer Skala zwischen grobem Kiesel (10) und Sand (1) lag dieser Strand bei 4 – also top für hiesige Verhältnisse. Und der Ausblick war ohnehin phänomenal:

Muscheln, Krabben und Hummer bilden für viele Bewohner immer noch die Lebensgrundlage – auch wenn einiges darauf hindeutet, dass es schwieriger wird, davon zu leben. Ich muss aber gestehen, dass ich zu faul war und bin, eine Recherche zu starten, ob das wirklich so ist.

Mein letzter Stop auf der Deer Isle – Ebbe. Ich glaub, ich will mal wiederkommen und ein paar Tage bleiben.

 

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One thought on “Deer Isle

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