Die Spinne im Halstuch

Ich wurde von einer Spinne gebissen!

ICH!

Von einer SPINNE!

Das war gestern und ich finde es immer noch unsäglich.

Während der Fahrt (Richtung Sparta – wie passend) habe ich immer mal wieder gemerkt, dass etwas in meinem Halstuch kratzt. Ich hab mich gewundert – ich schneide diese nervigen Schildchen immer sofort raus. Also hab ich das Tuch während der Fahrt anders gerichtet, hab einen Teil nach außen gedreht – aber immer wieder war so ein komisches Kratzen da.

Und schließlich war es vorn, zwischen den Schlüsselbeinen (wann nutzt man das mal im Plural?). Das wurde mir dann doch zu komisch, ich wollte das Tuch ganz nach außen ziehen, aber zu spät. Ein stechender Schmerz an besagter Stelle und ich dachte nur: “Scheiße.” Sah mich nach einem Wespenstich mit zuschwellender Luftröhre über Josi hängen und röchelnd denken: “Shit – jetzt hatte Mama doch recht, dass irgendwas passiert…” Was natürlich das Schlimmste überhaupt an der Sache wäre 🙂

Irgendwie hab ich Josi an den Straßenrand geschlängelt, hab meine Jacke aufgerissen, das Tuch hochgezogen und dachte, ich seh nicht recht, als mir im Spiegel dieses Spinnenvieh entgegenschaute. Ich hab es natürlich panisch weggewischt, die Jacke ausgezogen, das hinterhältige Tuch von mir geworfen und bin auf und ab gegangen, um mich zu beruhigen. Dabei hab ich noch nach der Spinne geschaut, um ein Angeberfoto zu machen, aber sie hatte sich schon verdrückt. Feiges Stück.

Achtung, Porno!
Hier ist der Biss noch klein, brennt aber tierisch.

Der Biss, denn das war es ja nun wohl, tat weh wie Sau und irgendwie war ich auch nur halb entspannt. Als ein schnuckeliger Typ (jetzt!!!) seinen Pickup neben mir anhielt, sagte ich dann auch sofort und auf Beruhigung hoffend: “You don’t have poisonous spiders here, do you?” Zu meinem Entsetzen antwortete er “Well, we do.” Und fing allen Ernstes an, ein paar Arten aufzuzählen. Unfassbar – es gibt Gründe, warum ich nicht nach Australien fahre! Ruhiger wurde ich erst, als er meinte, diese Sorten würden eher am Straßenrand im Abfluss und in Kanälen leben. Nun, ich kann mit Sicherheit sagen, dass ich mich dort nicht gewälzt habe.

Er fuhr dann weiter (in die Gegenrichtung, schnief…) und ich beschloss, selbiges zu tun. Wenn ich bis jetzt nicht an Atemnot, Herzstillstand und ähnlichen Fiesheiten gestorben war, würde ich die Sache wahrscheinlich überleben.

Nun, bis jetzt – etwa 18 Stunden später – sieht alles danach aus, auch wenn Schwellung und Rötung an der Stelle noch viel zu stark ausgeprägt sind. Aber weil das die einzigen Symptome sind, mache ich mir keine Sorgen. Nein, stimmt nicht: Akute Übelkeit kam hinzu, als ich eben eine Stunde lang im Netz Bilder von “Spiders of North Carolina” ansah, um mein Expemplar zu finden. Was für Ekelviecher… und ich campe da draußen??? Mein persönliches Monster hab ich nicht gefunden, es scheint ganz selten zu sein. Wobei die Frage ist, ob das ein gutes oder ein schlechtes Zeichen ist…

Diese Raupe hier hat mich übrigens heute morgen gebissen, gestochen, angepinkelt – was auch immer diese Viecher nun wieder tun. Und das nur, weil ich sie vor meiner Abfahrt vom Reifen entfernen wollte. Undankbares Volk. Die Was-auch-immer-Wunde ist übrigens inzwischen verheilt.

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3 thoughts on “Die Spinne im Halstuch

  1. Rolf

    Hallo Eva. Ich bin gerade fertig mit einmal komplett Blog lesen. Mensch… Du bist ja drauf. In wildfremden Gärten und, mein Highlight, unabgeschlossenen Trucks pennen… Klasse. 🙂 Und erst diese Frachter Reise. Wie geil ist das denn? Du hast einen wunderbaren Schreibstil und ich freue mich sehr für Dich, dass Du wieder auf die Beine gekommen bist und diese Traumreise machst. (Und ich platze vor Neid 😉

    Weiter so, ich bleibe dran.

    LG und Be safe,
    Rolf (Wiesbaden)

    • Eva

      Wildfremde Gärten?? Ich??? Never!!!

      Schön, von Dir zu hören! Wie geht es Dir?

      Mir geht es tatsächlich einfach nur sehr gut – ich hoffe, dass ich diese Lebensweise vor meine Rückkehr über habe 🙂

      Auch Regen könnte helfen – davon scheine ich jetzt ein paar Stunden vor mir zu haben. Zumindest sehen die Wolken danach aus. Aber dann finde ich bestimmt einen überdachten fremden Garten 😉

      Ganz liebe Grüße aus Missouri!

      Eva

  2. Pingback: Die Freuden des Campings – Eva-hin-und-weg

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