News: Umzug + Iran-Buch + Vorträge …

»Dein Newsletter muss mindestens alle zwei Wochen kommen, sonst vergessen dich die Leute!«

Ihr Lieben,

keine Sorge, so oft werde ich nie schreiben. Zum einen, weil ich es zeitlich einfach nicht schaffe (nicht umsonst habt ihr seit November nichts von mir gehört). Zum anderen, weil ich glaube, dass ihr durchaus ein Leben habt, in dem ihr nicht auf eure Bildschirme starrt und auf eine Email von mir wartet. Und weil ich darauf vertraue, dass ihr euch wieder an mich erinnert 🙂

Also: Hier sind die News von »Once upon a Bike« und mir!

Reisen

Gereist wird erstmal nicht — es sei denn, das Pendeln zwischen Kiel und Boldre, meiner neuen Heimat in Südengland, gehört dazu. Dorthin geht es endgültig Anfang März. Frühling in Hampshire — Wahnsinn!

Als größere Reise ist für den Frühsommer noch immer Georgien geplant. Ich gebe zu, dass in den vergangenen Tagen und Wochen der Gedanke eines »Abstechers« in den Iran gewachsen ist. Die Vorstellung, nach Polly suchen zu können, lässt mich nicht los. Natürlich wäre das nur nach einem Regimewechsel möglich — und an den glaube ich inzwischen nicht mehr.

Projekte

»Hin und weg« auf Englisch!!

Endlich, acht Jahre nach meiner USA-Tour, ist das Buch dazu Tour auf Englisch erschienen: »Once upon a Bike. Beyond the Highways«. Bisher nur das Ebook; Taschen- und Hörbuch sind in Arbeit.

Ich kann euch sagen: Das ist ein richtig cooles Gefühl. Natürlich fühlt der Markt sich total abstrakt an — es wird eine Herausforderung, das Buch (und hoffentlich weitere) im englischsprachigen Raum zu verkaufen.

Was mir aber besonders viel bedeutet, ist, das Buch an die Menschen zu schicken, die mir während meiner Tour ein Bett, eine Dusche, eine Mahlzeit gegeben haben. Diese Kindness of Strangers werde ich nie vergessen.

Hörbücher

A propos Hörbuch: Im letzten Newsletter hatte ich gefragt, was ihr von den verschiedenen Herstellungsoptionen haltet, und euch um Tipps gebeten. Danke für alle Reaktionen — vor allem an Bettina und Claudio für eure Unterstützungsangebote :-*!

Ich werde für den Anfang die quick-and-dirty-Option nutzen: eine AI-Stimme. Dann ist das Hörbuch draußen, und ich kann mir das Feedback anschauen. Langfristig (ich wollte schreiben »Wenn ich mehr Zeit habe« und musste laut lachen) will ich einen Voice-Clone nutzen. D.h., ich liefere eine ca. 30-minütige Stimmprobe, aus der dann das Hörbuch generiert wird. Mit meiner Stimme!

Wenn alles gut läuft, gibt es meine beiden deutschen Bücher auch bald als Hörbücher. Ich halte euch auf dem Laufenden und bin gespannt, wie ihr beides findet.

»Frau ̶ Hund ̶ Gespann«

Morgen fange ich das Buch zu meiner Iranreise 2024 an. Ich weiß nicht, ob der Titel bleiben wird — er fühlt sich anmaßend an. Der richtige wird sich finden.

Das Buch ist wegen Polly schwierig für mich — und angesichts der Proteste im Iran. Gerade scheint es, als seien sie niedergeschlagen; es ist zum Verzweifeln. Auch aus egoistischen Gründen: Meine Hoffnung, doch nochmal nach Polly suchen zu können, will einfach nicht schwinden.

Wenn es dich interessiert, wie sich das Buch entwickelt, dann begleite mich gern hier:

Frau-Hund-Gespann
„Frau, Hund, Gespann – 3 Monate im Iran“
Das neue Jahr ist fast drei Wochen alt, und der Iran ist in den Nachrichten allgegenwärtig. Ich bin hellwach; ich will keine einzige Information verpassen…
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Vorträge

In diesem Jahr erzähle ich zum ersten Mal öffentlich von meiner Iranreise mit Polly. Mir ist mulmig bei dem Gedanken daran; ich hoffe, ich werde nicht zu emotional. Aber das Land und die Menschen sind so besonders, dass es das wert wäre.

Also, ich freu mich darauf, euch in Berlin oder im Stöffelpark zu sehen!

Das restliche Leben

Umzug in mein Paradies

Ich habe schon an vielen Stellen beschrieben, wie wundervoll mein neues Zuhause im südenglischen New Forest ist — ich will euch nicht wieder damit langweilen.

Deshalb heute: »ein neues Glücksgefühl«, »noch ein neues Glücksgefühl« und »Lehrgeld«.

  1. »ein neues Glücksgefühl«: in original englischen Wellington-Gummistiefeln herumzulaufen — und das tagein, tagaus!! Ich fühl mich darin soooooo englisch, es ist wundervoll. Und sie sind warm und sie haben hinten einen Hubbel, der das Ausziehen leichter macht, und man kriegt darin keine Schwitzefüße! Es ist einfach himmlisch. Zu den Wellies gibt es übrigens auch Wellie-Socken für den Winter — die besten Winterstiefel, die ich je hatte!

  2. »noch ein neues Glücksgefühl«: Zimmer streichen mit Farrow & Ball-Farben. Leute, der absolute Genuss! Die haben die tollsten Farben (colours) und die Farbe (paint) tropft und spritzt nicht! Ich muss nur noch lernen, colour und paint in meiner Begeisterung nicht ständig zu verwechseln…

  3. »Lehrgeld«: Wenn das Schild bei einem Supermarktparkplatz »2h max« sagt, DANN MEINEN DIE DAS. Wirklich. Ich bin bei sowas ja eher gelassen — und ich war es war um die Weihnachtszeit gleich vier Tage hintereinander. Im Januar kam Post, vier Briefe, für jeden Tag einen. Mal war ich 20 min über die Zeit gewesen, mal 30, nie wirklich viel. 100 f******* PFUND. VIER MAL. Weniger, wenn ich schnell zahle. Was ich getan habe. Leute, lernt aus meinem Schmerz!

Hunde — es geht nicht ohne 🙂

Marta, der letzte meiner drei Pflegehunde, hat ein wunderbares Zuhause gefunden. Ich habe ein Foto bekommen — und man erkennt die ängstliche Hündin, die bei mir ankam, kaum wieder 🙂

In England werde ich mir irgendwie Hundekontakt suchen müssen — ein eigener Hund ist im Moment aus verschiedenen Gründen nicht möglich. Ich werde Hunde finden, mit denen ich spazieren gehen kann. Außerdem überlege ich, eine Ausbildung zur Hundemasseurin zu machen und mich dann auf ältere Hunde zu spezialisieren. Ich werde etwas finden.

Aber erstmal das Iran-Buch und die Georgien-Tour — mehr, zumindest von Ersterem, im nächsten Newsletter.

Passt gut auf euch auf!

Liebe Grüße
Eva


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Zwischen Abschied und Aufbruch

Gerade habe ich meine Wohnung gekündigt, ich werde nach Großbritannien ziehen. Nicht wirklich weit und gar nicht so anders. Obwohl wahrscheinlich viel mehr anders ist, als ich ahne.

Wer umzieht, will zu etwas hin oder von etwas weg. Will etwas gewinnen oder etwas loslassen, in etwas hineinwachsen oder sich aus etwas befreien, das nicht mehr passt.

Ich bin schon dutzende Male umgezogen, doch noch nie kamen beide Seiten so sehr zusammen wie jetzt. Ich will weg aus Kiel und ich will nach England – ich will beides gleichermaßen und unabhängig voneinander.

Weg von hier …

Vierzehn Jahre habe ich in Kiel gelebt (wer Neumünster kennt, wird mir nachsehen, dass ich die zwei Jahre dort unterschlage). Doch ohne Polly ist die Stadt für mich keine Heimat mehr. Sie ist ein Ort, der »auch schöne Ecken hat«.

Auch meine Wohnung ist kein Zuhause mehr. Seit meiner Rückkehr aus dem Iran konnte ich dort kaum sein, kaum atmen. Überall ist Polly nicht.

Ich wünschte, ich wäre aus Kiel herausgewachsen. Stattdessen ist es wie der kuschelige Lieblingspullover, den man falsch gewaschen hat. Er ist kratzig geworden, hat sein Wohlgefühl verloren. Man versucht trotzdem, ihn zu tragen und merkt, dass er auch eingelaufen ist. Man kann ihn kaum schnell genug ausziehen, um gegen das Kratzen anzukratzen.

Es wurde besser, als ich mit dem Packen begonnen habe. Seit ich die Wohnung auflöse, ist alles wieder stimmig. »Trauer ist Liebe, die heimatlos geworden ist«, habe ich auf einer Karte gelesen. In diesen Umbruchzeiten, in dieser Zwischenzeit zwischen Alt und Neu, passen außen und innen zusammen.

… und dahin.

Wie soll ich den Ort, an den ich ziehe, nur beschreiben? Er liegt im südenglischen Nationalpark New Forest, und wenn ihr Bilder dazu googelt, versteht ihr mein Problem: Es ist schwer zu glauben, dass es eine so schöne Region wirklich gibt. Geschweige denn, dass dort wirklich jemand leben darf.

Vor fast zwei Jahren war ich zum ersten Mal dort, inzwischen einige Male – ich habe versucht, mein Gefühl für diesen Ort einzufangen.

Sicher?!

Natürlich ist mir auch ein bisschen mulmig. Wird alles gutgehen? Werde ich genug Geld verdienen? Werde ich auch nicht einsam sein?

Das werde ich sehen. Tief in mir bin ich sicher, dass es gut wird. Ich will in diesem Haus leben, das dort seit 1786 steht. Ich will es mit meiner Schwiegermutter und meinem Mann pflegen und in die Zukunft bringen – ebenso wie das große Grundstück, das dazugehört. Ich will Teil seiner Geschichte werden. Ich will weiter reisen und schreiben – und weiter Geld damit verdienen. Und ich will weiter mit Hunden zu tun haben – auf welche Weise auch immer.

In so ein Leben kann man gut hineinwachsen – ich kann es kaum erwarten.


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