Hund im Beiwagen eines motorrad-gespanns

Iran – von der Grenze bis Tabriz



Was für ein vielfältiges, grandioses und freundliches Land – ich bin hin und weg.

All meine Erlebnisse und Gedanken werde ich wohl erst im Buch niederschreiben können. Ich hoffe aber, euch mit den Bildern und Anmerkungen zumindest einen Eindruck zu geben.

Salziges Vergnügen

Von Khoy aus ging es zunächst in Richtung Süden, auf der Karte war ein großer See verzeichnet.

Der stellte sich als geisterhaft schöner Salzsee heraus:

Salzsee iran

 

Noch vor ein paar Jahrzehnten war es ein regulärer See – Missmanagement hat ihm ein Ende bereitet.

Polly war das egal, sie hat sich im Salz ebenso genüsslich gewälzt wie in Schnee 🙂

Kühler wohnen

Eher zufällig sind wir auf diese unterirdische Siedlung kurz vor Kandovan gestoßen, ich wäre am liebsten sofort eingezogen.

Mehrere hundert Menschen haben dort mit ihrem Vieh gelebt, sogar eine in Stein gehauene Tränke mit Wasserleitungssystem ist noch erkennbar.

Unterirdische Siedlung bei kandovan, iran

Ebenso erkennbar ist, dass die Menschen unseres Zeitalters hierherkommen: Überall liegt Müll,  er wird wohl unser Zeugnis für die Nachwelt sein.

Natürlich mussten wir irgendwann wieder raus in die Hitze, und ich glaube, für Polly gute Lösungen gefunden zu haben: eine Abdeckung, unter der sie auch während der Fahrt Schatten findet, und feuchte Unterlagen, auf denen sie sich über Bauch und Pfoten abkühlen kann. Außerdem ist ihr Wasser immer im Boot.


Hund im Beiwagen eines motorrad-gespannsZeitreise in Kandovan

Auch hier waren Menschen erfinderisch: Sie haben ihre Unterkünfte in die Felskegel gehauen, die ein Vulkanausbruch geschaffen hat.

Noch immer leben dort Menschen, inzwischen entstehen jedoch modernere Häuser.

Häuser in Felsen

 

 

 

 

Die Blaue Moschee in Tabriz

Ganz ehrlich: Es fühlt sich fast wie eine Beleidigung an, dieses Wunderwerk zu fotografieren, es in einen Rahmen pressen zu wollen.  Und natürlich lässt sich die Atmosphäre schon gar nicht einfangen. Hier trotzdem ein Blick hinein:

Blaue Moschee, Tabriz, Iran

 

Blaue Moschee, Tabriz, IranBlaue Moschee, Tabriz, IranAll die Muster, all die Blautöne sind atemberaubend – und dabei ist von ihr kaum etwas übrig!

Der Iran ist anders

… und zwar in allem. Er ist schöner, bunter, freundlicher und sicherer, als ich je zu hoffen wagte. Ich kann zelten – sogar in Städten. Die Iraner lieben Hunde, in Deutschland wird Polly nicht annähernd so oft angelächelt, fotografiert, gestreichelt und – natürlich auch das – gefüttert.

Ich freue mich auf jeden einzelnen Tag in diesem faszinierenden Land. Das Internet ist mäßig, also macht euch bitte keine Sorgen, wenn hier mal länger nichts Neues kommt. Bis zum nächsten Bericht!

Bunte Berge, iran

 

 


Wir sind im Iran!

Ich kann kaum glauben, dass mein letzter Bericht hier schon so lange her ist – bitte entschuldigt! Mal fehlte die Zeit, mal der richtige Ort, mal das Internet, mal die Energie und mal die Lust zu schreiben …

Vorweg das Wichtigste: Polly und mir geht es gut, wir haben das Abenteuer „Einreise in den Iran“ gut überstanden und uns in der grenznahen Stadt Khoy zwei Tage akklimatisiert. Heute Nachmittag soll es weitergehen, um die Mittagszeit werde ich wohl erst in Europa wieder fahren 🙂

Ein Blick über die Schulter – wunderbare Türkei

Dieses Land hat mich total überrascht und mein Herz im Sturm gewonnen, ich hatte es schon geschrieben. Ein paar Bilder möchte ich euch noch zeigen:

Einer unserer Schlafplätze – traumschön!

Dieser Herr hat mir einen Motorradtausch angeboten. Nach intensiver Überlegung lehnte ich ab – wahrscheinlich schaut er deshalb so grimmig…

Ein einsames Grab im Hochland der pontischen Berge

Ein glücklicher Hund im Hochland der pontischen Berge

Wer will, kann duschen!

ohne Worte

eine arbeitet, eine guckt

Am Morgen wird die Milch zum Kaffee geliefert.

Grabstätten aus dem 13. Jahrhundert in Erzurum

Improvisation ist alles – ich liebe es!

… und diese Geschäftsnamen liebe ich sowieso.

Kinder trauen sich eher an Polly heran als Erwachsene – und die Dicke macht zum Glück alles mit

Mosaike überall – und das ist wahrscheinlich erst der Anfang!

In dieser Nacht hatte ich ein verlassenes Haus ganz für mich allein. Polly hat nacht zwei- oder dreimal irgendwas verjagt, ich musste mich nicht drum kümmern 🙂

Bisher hatten wir unterwegs nur einen Regentag, da kann man auch mal arbeiten (oder dösen, wenn man ein Hund ist)

 

Grenzübergang Türkei – Iran

Der Grenzübergang auf türkischer Seite glich eher einem Busbahnhof in Neumünster, aber er erfüllte natürlich seinen Zweck, und nur das zählt.

Es wurde sogar festgestellt, dass ich dem türkischen Staat noch 18 Lira Autobahngebühr schulde – 1 Euro. Auf dem Weg zur Zahlung musste ich zum Glück aufs Klo, sodass ich diese entzückenden Schilder fotografieren konnte:

Im Iran

Erfan, ein iranischer Chemiestudent, verdient sich Geld damit, Touristen durch die Formalitäten der Einreise zu bringen. Personenkontrolle, Zoll, KFZ-Versicherung, später Kredit- und Telefonkarte: Um alles kümmert er sich, und das ist natürlich Gold wert.

Das Geldwechseln ist ein Abenteuer: Für 500 Euro gibt es 28.000.000 Toman – und das ist nur eine von drei Währungen. Auf den Scheinen steht zum Beispiel „Rial“, daneben gibt es den alten und den alten Toman. Fragt mich nicht …

Natürlich erwartet Polly und mich in den kommenden Ländern Hitze, also habe ich einen Sonnenschutz für sie gebastelt, den sich auch super annimmt:

So, ich hoffe, ihr verzeiht mir, dass dieser Beitrag eher bild- als informationslastig ist – Polly und ich wollen jetzt endlich wieder los 🙂

Bis bald!