Warum ich eine fremde Frau knutschen möchte…

Ich könnte heulen vor Freude und Aufregung: Die Karte für das Buch entsteht!!!

Die wunderbare Angelika Solibieda macht mit ihrem Ingenieurbüro cartomedia meine Tour sichtbar, und zwar auf wunderschöne, klare Weise. All die Orte, an denen ich so tolle Menschen kennengelernt habe und an denen die verrücktesten Dinge passiert sind… Ihr könnt davon natürlich im Buch lesen. Dass die Zusammenarbeit mit ihr dazu ein Traum ist, sei nur am Rande erwähnt.

Mir tut es unendlich gut, nach der genialen Cover- und Umschlaggestaltung von Ralph Müller – Büro94, ein weiteres greifbares Zeichen dafür zu haben, dass das Buch sich der Veröffentlichung nähert. Ich selbst wurschtele ja nur im Text herum, beseitige mit Hilfe meines Liebsten die letzten Schnitzer, befasse mich mit Absatzeinrückungen, geschützten Leerzeichen, Schusterjungen und Hurenkindern, Impressumsvorgaben und Textformaten für ebooks. Seit einigen Wochen fühle ich mich wie Aesops Frosch, der in den Milchkrug gefallen ist. Er strampelt und strampelt und ackert und ackert – vergebens. Nichts scheint sich zu verändern. Aber irgendwann, ganz unmerklich, verwandelt sich die Milch in Butter. Und auf dem immer fester werdenden Boden, den unser kleiner Frosch sich erstrampelt hat, kann er endlich aus dem Krug hopsen und die Prinzessin küssen. Jawohl.

Liebe Frau Solibieda, lieber Ralph, bitte nicht falsch verstehen, dass ich Sie und Dich als erste Butterklumpen einfach nur knutschen könnte!

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alle Karten © cartomedia

Frosch © LABOURJOURNAL Blog

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Karte USA mit Route

Einfach in die amerikanische Weite hineinfahren – frei und mit unendlich viel Zeit. 2017 habe ich mir diesen Traum erfüllt. Dass fünf Monate dafür viel zu wenig sind, werde ich beim nächsten Mal beherzigen.

Mit Josi, meiner BMW F650GS, Zelt George und natürlich Superbär Gynsburgh erlebte ich einige der schönsten Monate meines Lebens.

Hier geht’s zum Anfang des Abenteuers – viel Spaß beim Lesen und Wegträumen!

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Aus dem Steinstraßenschreibstübchen

Es ist Sonntag, ganz Kiel sitzt draußen in der Sonne und isst Eis. Ganz Kiel? Nein… In einem gemütlichen Zimmer im fünften Stock einer frühlingsfrischen Altbauwohnung sitze ich und schreibe. An meinem Buch. Endlich.

Nachdem ich mir einen Überblick über die Literatur zum Thema “Schreiben” verschafft, mich in die Erfahrungen und Vorgehensweisen von Stephen King (“Das Leben und das Schreiben” – inspirierend) und Elizabeth George (“Wort für Wort” – nicht so meins) vertieft, etliche online-Tutorials angeschaut und verschiedene Schreibprogramme ausprobiert habe, ist folgender Rat als gemeinsamer Nenner übriggeblieben und offenbar am erfolgversprechendsten:

“Setz dich auf deinen Allerwertesten und schreib.”

Nun gut. Wie gesagt: Heute habe ich es endlich mal wieder geschafft, vorher lief ein paar Tage nix. Aber es war ja auch alles aufregend mit Bewerbungsgespräch und Job und Josi und überhaupt.

Ich fühle ich mich gerade ein wenig in die Reisezeit zurückversetzt, weil ich endlich Josis Taschen ausgeräumt habe. Bisher hab ich mich davor gedrückt – als ob meine Traumtour damit wirklich zu Ende ist. Dabei bin ich schon seit vier Monaten wieder hier! Mir war nicht klar, dass es so viele Enden für eine Sache geben kann.

Beim Anblick dieser Dinge werde ich zugleich froh und wehmütig:

  • meine “Weltkarte” – die einzige USA-Karte, die ich genutzt habe. Von den hier dargestellten Straßen aus ging es nach Gefühl und Sonnenstand auf kleine und kleinste Straßen – irgendwann kam ja sicher wieder ein Highway;
  • Maine – ein Traum… und Moab – ohne Worte…
  • der Kompass, über den meine Jungs auf der Independent Spirit sich liebevoll kaputt gelacht haben, der mir aber ausreichende Dienste leistete;
  • die Wärmflasche, die ich mir tatsächlich das eine oder andere Mal in einem Diner oder einem Pub auffüllen ließ, um mich dann in Schlafsack und Zelt zu kuscheln – bestens versteckt, Ihr wisst schon;
  • meine Laufhose (“Wenn ich irgendwo ankomme, laufe ich erstmal eine Runde – das ist bestimmt gut für meinen Rücken”). Das mag so sein, aber die Hose hat nicht einmal amerikanische Luft geschnuppert, sondern ist original zip-verpackt wieder mit nach Hause gekommen;
  • die Anti-Juck-Salbe, die wirklich gegen alle von Insekten verursachten Schmerzen half – danke, Lisa und Tina!
  • meine Visitenkarte, die ich an meinen kreativ gewählten Übernachtungsplätzen morgens im Zelt hinterlassen habe, wenn Kaffee und Frühstück in der Nähe waren. Niemand sollte sein Zelt abbauen und packen müssen, ohne vorher 1+x Kaffee genossen zu haben;

  • der Drumstick, den ich nach einer großartigen Bluesnacht in einem entzückenden Café im Mini-Örtchen Jemez, New Mexico, geschenkt bekam – Ronald Reagan moderierte zwischen den Cowboyfilmen, die den ganzen Tag liefen;

  • und natürlich der dicke, freche Gynsburgh, der sich bis heute geweigert hat, den Sheriffstern abzulegen, der ihm in Baggs, Wyoming, verliehen wurde. Dass der Dreck der gesamten 37.000 km auch noch an seinen Füßen sitzt, ist für ihn kein Widerspruch dazu…

Ach ja, genug geschwelgt… Weiter schreiben. Damit all die Erinnerungen im Buch einen kuscheligen gemeinsamen Raum finden.

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